Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Kiel plant Kampf gegen Elbeflut: 19 Millionen Euro für Lauenburg
Lokales Lauenburg Kiel plant Kampf gegen Elbeflut: 19 Millionen Euro für Lauenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:17 10.03.2016
Das Hochwasser 2013 richtete großen Schaden in Lauenburg an. Seitdem wird um einen nachhaltigen Hochwasserschutz für die an der Elbe gelegenen Stadt gestritten. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Anzeige
Lauenburg/Kiel

Gemeinsam mit Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und Vertretern der Stadt stellten Gutachter gestern Abend in Lauenburg ihren etwa 19 Millionen Euro teuren Maßnahmenkatalog vor. Klar ist: Eine aus Kreisen der Altstadtbewohner geforderte Spundwand ist nicht erforderlich. Statt dessen sollen im Baukastensystem von Fachleuten aus einem Katalog von Maßnahmen individuelle Pläne für die 40 Altstadthäuser ausgewählt werden. Zusammen mit den Schutzbauten in den anderen Bereichen von der Hitzlerwerft bis zur Palmschleuse werden zum Schutz der Stadt und des Hinterlandes in den kommenden Jahren etwa 34 Millionen Euro investiert.

„Das Land und die Gutachter haben ihre Hausaufgaben gemacht. Lauenburg muss sich jetzt entscheiden“, sagte Minister Habeck bei der Vorstellung der Ergebnisse vor mehr als 100 Altstadtbewohnern in der Lauenburger Osterwold-Halle. Ein Ergebnis sei auch, dass die Gesamtstandsicherheit der Altstadthäuser durch die Elbehochwasser nicht beeinflusst sei. „Der Hang rutscht. Aber das liegt nicht an den Elbehochwassern“, sagte Habeck. Damit sei klar, dass eine neue Promenade in Lauenburg kein Bestandteil mehr eines Hochwasserschutzes in Lauenburg sei.

Lob für die Arbeit des Ministeriums und der Gutachter kommt von Lauenburgs Erstem Stadtrat Jens Meyer (SPD): „Wir sind froh und dankbar, dass das Land erkannt hat, dass wir ein Kulturdenkmal in Lauenburg haben, das eines besonderen Schutzes bedarf.“ Minister Habeck werde nicht als Feind gesehen, sondern als Freund, dem es nicht darum gehe, Geld zu sparen. „Wichtig ist, dass ein optimaler Hochwasserschutz bei den Bürger ankommt“, sagte Meyer.

In den vergangenen Monaten hatten Gutachter umfangreiche Bohrungen in der Altstadt und im Hangbereich durchführen lassen. Die Ergebnisse stellten sie nun den Lauenburgern vor. Die eigentlichen Planungen müssen europaweit ausgeschrieben werden. Dann sollen die Experten entscheiden, wo vorhandene Mauern abgedichtet, erhöht oder ganz neue Schutzanlagen entstehen. Landrat Dr. Christoph Mager (CDU) begrüßte die Einigung: „Es ist erfreulich, dass Stadt, Land und Betroffene zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind“, sagte Mager. Aus wasserbehördlicher Sicht seien die Maßnahmen mittelfristig ausreichend. Allerdings habe man Bedenken, ob es angesichts der historischen Mauern langfristig ausreichend sei. Eine durchgehende Wand wäre einfacher zu kontrollieren und zu warten gewesen, sagte Mager.

Bis zur frühestens 2019 erwarteten Fertigstellung des durchgehenden Schutzwalls wird allerdings noch viel Wasser die Elbe herunterfließen. „Dass uns bis dahin noch einmal ein Hochwasser erwischt, kann nicht ausgeschlossen werden“, sagte Habeck und warnte gleichzeitig davor, die Ergebnisse der gemeinsam ausgewählten Gutachter noch einmal in Frage zustellen. „Natürlich besteht das Recht, jetzt noch Gegengutachten zu erstellen. Aber dann werden wir sicher nicht 2018 mit den Arbeiten beginnen können“, sagte Habeck.

Mehr Informationen zu den Arbeiten zum Schutz gegen die Flut lesen Sie hier.

Von Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige