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Kinderschutzbund sucht dringend „Bufdis“ als Betreuer

Ratzeburg Kinderschutzbund sucht dringend „Bufdis“ als Betreuer

Freiwillige sollen vorrangig mit Flüchtlingskindern arbeiten – Mindestalter der Volontäre: 27 Jahre.

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Milena (10, v. l.), Lane (10), Arsema (9) und Lanya (9) arbeiten eifrig und fleißig in der Schülerhilfe Ratzeburg mit Lehrerin Jytte Lippe, die sehr angetan ist von der Motivation und Mitarbeit ihrer Schützlinge.

Quelle: Strunk

Ratzeburg. Arsema, Lane, Lanya, Milena und Naile lieben den Unterricht von Frau Lippe. Woran sie am meisten Spaß haben? „Am Lernen, am Schreiben, am Rechnen und Singen und am Spiele spielen!“, zählen sie stolz auf Deutsch auf und ergänzen sich dabei.

Die fünf Mädchen zwischen acht und zehn Jahre nehmen seit März an dem Sprachunterricht in der Schülerhilfe Ratzeburg teil und sind – wie auch Lehrerin Jytte Lippe – begeistert. Aufgekratzt und lebendig freuen sie sich über das gemeinsame Foto mit „ihrer“ Lehrerin, die sie regelrecht anhimmeln.

Die Flüchtlingskinder kommen aus Armenien, Eritrea und dem Irak. In der Schülerhilfe werden sie bis spätestens zum Ende dieses Jahres auf den Stand gebracht, um baldmöglichst in eine Regelklasse an einer der Ratzeburger Schulen gehen zu können. Zur Schülerhilfe kamen sie auf Empfehlung von Elisabeth Terry, Lehrerin der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) in der Grundschule St. Georgsberg. Sie hält engen Kontakt zu „ihren“ Flüchtlingsschülerinnen und -schülern und tauscht sich auch mit den Eltern und ihren Kollegen aus.

Der Unterricht in der Schülerhilfe, die von Dirk Lohmann am Ratzeburger Markt geleitet wird, soll die Fortschritte der Mädchen vorantreiben, damit sie schnell in den normalen Alltag finden. Ihre Mütter achten sehr darauf, dass ihre Töchter und Söhne Anschluss finden. Ihnen selbst fällt das Erlernen der deutschen Sprache ungleich schwerer als ihren offenen Kindern, die mittlerweile schon für die Eltern dolmetschen.

Finanziert wird dieser Unterricht vom Kinderschutzbund. Franz Albracht, Vorsitzender des Kreisverbandes mit Sitz in Ratzeburg: „Das Landesbildungsministerium in Kiel hat in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro an den Paritätischen Landesverband überwiesen, um solche Integrationsprojekte zu fördern. Beim Paritätischen wiederum haben wir uns beworben und einen Zuschuss von 9000 Euro erhalten. Damit finanzieren wir ein Jahr lang diesen Unterricht“, sagt Albracht beim Besuch in der Schülerhilfe.

Und dabei soll es nicht bleiben. Für die Betreuung weiterer Flüchtlingskinder werden so bald wie möglich zwei „Bufdis“ oder BFDler (Bundesfreiwilligendienst), eingestellt. Die sollen speziell in den Sprach- und Integrationsprojekten in den DaZ-Klassen in Mölln und Ratzeburg (auch in der Vorstadt gibt es eine) sowie beim Sprachunterricht zweimal in der Woche in der Schülerhilfe eingesetzt werden.

Konkret sollen sie als Kontaktpersonen zu den Lehrkräften und den Eltern dienen, die Kinder zur Schüler- und Hausaufgabenhilfe begleiten und sie dort betreuen, in den Malwerkstätten des Kinderschutzbundes in Ratzeburg und Mölln mitwirken.

Dass die Arbeit mit den Flüchtlingskindern keine Qual ist, sondern allen Beteiligten großen Spaß macht, bestätigt Dirk Lohmann: „Ich freue mich, wenn ich sehe, wie fröhlich und offen die Kinder sind.

Es ist ungemein wichtig, dass sie eine Regelmäßigkeit haben und auch den geschützten Raum, in dem sie lernen und spielen können“. Jytte Lippe bestätigt das: „Ihr Sozialverhalten ist außer ein paar Zickereien ausgeprägt und die Motivation zum Lernen ist sehr hoch“. Was ihr, Dirk Lohmann und auch Elisabeth Terry aufgefallen ist: „Die Flüchtlingskinder suchen regelrecht den Kontakt zu ihren deutschen Mitschülern“. Ein wichtiger Schritt für die Integration.

Weitere Informationen für Interessenten

Die Beschäftigungsdauer für die mindestens 27 Jahre alten Bufdis liegt zwischen zwölf und 18 Monaten. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt von 22 bis 38 Stunden. In letzterem Fall wird ein monatliches Taschengeld von 372 Euro gezahlt, bei 22 Stunden gibt es 220 Euro. Das Bundesamt für Zivilschutz übernimmt die Beiträge zur Krankenversicherung und die Kosten für zwölf Seminartage im Jahr. Mindestens 24 Tage Urlaub gibt es im Jahr. Bewerbungen an Deutscher Kinderschutzbund KV Herzogtum Lauenburg, Theaterplatz 1, 23909 Ratzeburg, Tel. 04541/8831829.

Joachim Strunk

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