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Lauenburg Kirsten Niemann: „Die Menschen sind Opfer, keine Täter“
Lokales Lauenburg Kirsten Niemann: „Die Menschen sind Opfer, keine Täter“
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20:18 18.01.2016
Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig gratuliert dem Ehrenbürger 2016, Werner Urban, der mit Tochter Gudrun gekommen war. Quelle: Fotos: Silke Geercken

Die Stadt Schwarzenbek hatte einen anderen Rahmen gewählt für den Neujahrsempfang, und das schien den Bürgern zu gefallen. Rund 400 Gäste waren am Sonntagvormittag ins Gymnasium gekommen, um gute Wünsche auszutauschen. Das Thema Flüchtlinge stand auch hier im Vordergrund.

Der kulturelle Rahmen wurde von Kindern gestaltet, eine kostengünstige Alternative. Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Michael sowie Kinder aus den Kindertagesstätten Pavillon, Traumland, St. Elisabeth und St. Franziskus erfreuten mit kleinen Liedern und einem afrikanischen Tanz die zahlreichen Gäste, zu denen auch Landrat Dr. Christoph Mager und der Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann gehörten. Gymnasiast Karl Tjan zeigte, was er am Flügel kann.

Bürgervorsteherin Kirsten Niemann hielt ihre erste Ansprache vor großem Publikum und meisterte diesen Part mit Bravour. Flüchtlinge und die Krisen dieser Welt stellte sie in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Sie appellierte an die Bürger, auf die Asylbewerber zuzugehen und Patenschaften zu übernehmen. „Die Menschen sind Opfer des Terrors in ihrem Land, nicht Täter“, betonte Niemann.

Integration gelinge nur durch gegenseitiges Vertrauen. „Ein Europa der Zäune ist keine Lösung.“ In einem kleinen Abriss ließ die Bürgervorsteherin das vergangenen Jahr Revue passieren, sprach die Entwicklungen in der Innenstadt, den Umbau der Realschule, das Feuer im Sportheim des SC Schwarzenbek und die Fortsetzung des Konsolidierungsvertrages an. „Trotz des angespannten Haushalts dürfen wir Kunst und Kultur nicht aus den Augen verlieren“, mahnte Niemann.

Zum Ehrenbürger der Stadt wurde Werner Urban ernannt. Der 85-jährige einstige Realschullehrer ist Archäologe aus Leidenschaft. Beim Bau der Realschule 1963 hatte Urban für die Bergung eines Urnenfriedhofes aus der Bronzezeit gesorgt und in den vergangenen Jahrzehnten viele archäologische Untersuchungen begleitet. Der Gründer des Ortsverbandes des Heimatbundes ist immer noch Mitglied im Vorstand. Urban, der inzwischen im Rollstuhl sitzt und mit seiner Tochter Gudrun gekommen war, freute sich sichtlich über die durch Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig ausgesprochene Ehrung.

Bevor die Bürger Gelegenheit zum Smalltalk hatten, hatte die Bürgermeisterin noch zwei gute Nachrichten zu verkünden: Die Kinder- und Jugendarztpraxis in der Hamburger Straße 33 hat mit Dr.

Hansen seit gestern wieder geöffnet. Der Förderverein des Gymnasiums hat der Stadt eine Spende von 8400 Euro aus der Laufveranstaltung Sponsored Run übergeben. Diese Summe soll für Bildung und Integration von Flüchtlingskindern verwendet werden, so der Wunsch der Gymnasiasten. Dafür gab es viel Beifall des Publikums.

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