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Lauenburg Kita-Kinder erforschen die Natur mit „Wald-Opa“ Gerd
Lokales Lauenburg Kita-Kinder erforschen die Natur mit „Wald-Opa“ Gerd
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21:51 23.01.2017
Im Wald können die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben. Beim Klettern auf den Baumstämmen wird der Gleichgewichtssinn, durch Rollenspiele und viele Absprachen wird das Sprechvermögen geschult. Quelle: Fotos: Strunk
Behlendorf

Zum Geburtstag von „Eisprinzessin“ Elsa bereiten Anna und Mohammed einen leckeren Kuchen vor. Der fällt in diesem Jahr allerdings etwas härter aus – ein echter Genuss allenfalls für Holzwurm, Biber oder Specht. Immerhin wären wir dabei aber schon bei den typischen Geburtstagsgästen, denn die Party findet im Wald, nahe am Behlendorfer See statt.

 

„Die Kinder sind neugierig und spielen so phantasievoll." Gerd Jensen, „Wald-Opa“

Anna und Mohammed sind zwei von derzeit 14 Kindern, die jede Woche die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte besuchen, die sich ein ganz eigenes pädagogisches Konzept überlegt hat und damit auch schon Preisträger des Jugendumweltpreises 2015 der Stiftung Herzogtum Lauenburg geworden ist. „Wir haben uns ein ,Kombi-Projekt’ ausgedacht: Haus und Wald“, sagt Britta Boyn, Leiterin der Kita Behlendorf. An drei Tagen der Woche spielt sich das Leben im und an der Kita hinter der Behlendorfer Kirche ab, dienstags und donnerstags gehen die Kinder, Boyn und ihre Kollegin Tina Hansen immer in den Wald. „Das ist Programm“, sagt Boyn.

Die Gruppe wählt bewusst immer den selben Weg am Behlendorfer See entlang bis hoch zu ihrem Bauwagen, der auf einer leichten Anhöhe im Wald steht und den Kindern ein Rückzugsort fürs Frühstück, als Zuflucht bei zu viel Regen und als Aufwärmstation im bitterkalten Winter (aber nur bis minus acht Grad) ist. „Damit die Kinder auch die vielen Veränderungen über Tage, Wochen und Jahreszeiten erkennen“, erzählt Boyn. Ansonsten tummeln sich die Kleinen von acht bis zwölf Uhr an den beiden Tagen im Gebüsch, auf Bäumen und hinter Sträuchern.

Vor elf Jahren hatten sich die Verantwortlichen angesichts sinkender Anmeldezahlen überlegt, wie man die Attraktivität des Dorfkindergartens steigern könnte. Die Idee war, die natürliche Umgebung des Ortes zu nutzen. „Da ich hier Jagdpächter bin, habe ich mich angeboten, den Kindern ein Gelände abzuteilen und ihnen hin und wieder etwas über den Wald und seine Bewohner zu erzählen“, sagt Gerd Jensen, ehemaliger Bürgermeister von Behlendorf. Doch aus dem sporadischen „mal erzählen“ wurde eine Regelmäßigkeit: „Ich habe gemerkt, wie viel Spaß es mir macht, weil die Kinder so neugierig und phantasievoll hier spielen. Also gehe ich als ,Wald-Opa’ fast jeden Dienstag und Donnerstag mit und zeige, wo die Haselmaus ihre Nüsse sammelt, wie man mit Schnitzmessern einen Stock unfallfrei bearbeitet oder dass das Blätterdach der Bäume sowohl Sonnen- als auch Regenschirm sein kann“.

Der Behlendorfer Kindergarten hat diesbezüglich ein Alleinstellungsmerkmal, das bei vielen Eltern beliebt ist. Da hier aber nur zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt sind, geht die Betreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr. Der Beitrag pro Kind (Geschwister haben Rabatt) beläuft sich bei sechs Stunden am Tag auf 231 Euro im Monat. Insgesamt ist Platz für 20 Kinder, im Moment sind es 14, im März kommt ein weiteres hinzu. Und zum nächsten August sind sicher weitere Plätze frei. Infos: Tel. 04544/1342, Mail nb.kita-behlendorf@t-online.de, www.nusse-behlendorf.de

 Joachim Strunk

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