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Lauenburg Klein-Japan in der Möllner Siedlung
Lokales Lauenburg Klein-Japan in der Möllner Siedlung
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18:31 01.10.2016
Kois müssen nicht bunt sein. Dieser große „Chagoi“ ist handzahm und reagiert neugierig auf die Bewegungen seines „Ziehvaters“.

Es gluckst und plätschert hinter einem Gartenzaun im Süden Möllns. Huch! Da reckt sich ein Fahnenmast mit einer japanischen Flagge in den Himmel. Weißes Viereck mit rotem Kreis – und das in der beschaulichen Einfamilienhaussiedlung. Das grüne Gartentor wird umrahmt von grünen Bambusbüschen und von hölzernen Bambusverzierungen eines Zaunes. Dahinter steht Detlef Drewlo in kurzer Jeanshose sowie Poloshirt und lächelt freundlich. „Ich habe hübsche Kois. Kommen Sie herein“, sagt er und bittet in seinen Garten. Der Möllner lebt in seinem Domizil den Traum von Asien aus. Herz seines fernöstlich anmutenden Gartens ist ein sagenhafter Aufzuchtteich für Kois. Die Fische fressen aus der Hand.

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Detlef Drewlo lebt in seinem Domizil den Traum von Asien zwischen Siedlungshäusern mit Gemüsebeet und Gartenzwergen – Herz seines fernöstlich anmutenden Gartens ist ein Aufzuchtteich für Kois – Die Fische fressen aus der Hand und sind nicht ganz billig.

„Die Zeit für ein Hobby ist niemals verschenkt“, sagt er. Denn viel Zeit verbringt er wahrlich an seinem Teich, der den größten Teil seines kleinen Gartens einnimmt. Doch dieser kleine Garten hat es in sich. Drewlo entdeckte seine Leidenschaft für japanische Kois oder „Brotkarpfen“ bereits vor sieben Jahren. Seitdem freut der 61-Jährige sich nicht mehr nur auf seine Familie, wenn er nach Hause kommt, sondern verbringt auch jede Menge Zeit in seiner plätschernden Oase.

Den zwei Meter tiefen Gartenteich hat er in Eigenregie gebaut. Bei dieser Tiefe ist es für die japanischen Schönheiten, die in Scharen durch das Wasser gleiten, überhaupt kein Problem unter einer Eisschicht zu überwintern. Zum Schwimmen haben sie ein Becken von sieben mal drei Metern zur Verfügung. „Das reicht“, sagt Drewlo, der weiß, dass pro Koi etwa 1000 Liter Wasser zur Verfügung stehen müssen, damit er sich wohl fühlt und gedeiht.

Wie seine Fische fühlen, glaubt der Möllner sehr genau zu wissen. Sie fressen ihm aus der Hand und schwimmen sofort an die Oberfläche, wenn ihr „Ziehvater“ mit der Hand im Wasser plätschert. Da sind die bunten, mannigfaltig gesprenkelten Fische. Drewlo hat auch die großen und gelben „Chagois“, von denen einer immer wieder an die Oberfläche schwimmt und sich von seinem Besitzer ein großes Stück Brötchen förmlich in den Hals schieben lässt. Einen Reporter mit seiner Kamera jedoch meiden sie. „Die kennen mein Gesicht ganz genau“, sagt der 61-Jährige und in seinen Augen steht die pure Überzeugung geschrieben. Sein teuerster Fisch hat fast 400 Euro gekostet. Händler importieren die Tiere von Japan aus auch nach Deutschland.

Der Teich ist von einer kompakten und ansprechende Holzkonstruktion umgeben. Auf der Terrasse blicken diverse Buddha-Statuen, die einen Hauch von China verbreiten, in das Wasser. Ein Sonnensymbol prangt an der Wand. Über allem bewegt sich unaufhörlich die Japan-Flagge im Wind.

Technisch hat Drewlos Gartenteich auch einiges zu bieten. Unter einer großen Luke ruht ein Trommelfilter, der das Wasser mit enormer Kraft umwälzt. „Sie müssen Ihren Lesern unbedingt erklären, dass es einen Grund hat, das mein Wasser etwas grün ist“, drängt Drewlo. Obwohl der Filter einiges wegschafft, reguliert der 61-Jährige den Wasserzustand aber so, dass sich sein Fische wie zuhause im japanischen Teich fühlen dürfen. Ein bisschen Grün mögen sie anscheinend. Es ist wahrlich ein zeitaufwendiges Hobby. Und Drewlo freut sich auch schon auf den Ruhestand. „Dann habe ich noch mehr Zeit für meine Kois.“

Teuerster Fisch

Der Koi heißt im Japanischen „Nishikigoi“, zu Deutsch Brotkarpfen. Er wurde aus dem Karpfen (Cyprinus carpio) gezüchtet und soll laut Theorie aus dem Iran nach Japan gekommen sein. Die Fische werden bis zu 24 Kilogramm schwer und können 60 Jahre alt werden. Für Fische mit seltenen Farbzeichnungen zahlen Sammler viele tausend Euro.

Florian Grombein

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