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Lauenburg Justus (9) setzt alle Schachmatt
Lokales Lauenburg Justus (9) setzt alle Schachmatt
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13:22 08.11.2018
Justus Sommer (9) bei der Eröffnung einer Schachpartie. Quelle: Matthias Wiemer
Groß Grönau

Reinhard Depping ist ein studierter Mann, hat als promovierter Biologe einen Lehrauftrag an der Lübecker Uni. Er ist es gewohnt, jungen intelligenten Menschen Wissen zu vermitteln, denn er hat ihnen immer noch einiges voraus. Doch jetzt und hier am Wohnzimmertisch raucht ihm der Kopf.

Und er findet keine Antworten beim Blick auf das Schachbrett vor sich.

Denn auf der anderen Seite des Bretts sitzt einer, der ihm mächtig einheizt. Sein Sohn Justus. Ganz ruhig und entspannt setzt der Neunjährige die Figuren Zug um Zug über die schwarzen und weißen Felder – bis Papa aufgibt. Sein lächelnder Kommentar: „Gegen Justus habe ich keine Chance mehr. Ich verliere nur noch.“

Erwachsene haben kaum eine Chance

Und das ist nicht nur dem Vater des bescheidenen neunjährigen Grönauers so gegangen. Auch den Bürgermeister seiner Gemeinde, Eckhard Graf, und den Leiter seiner Schule, der Waldschule Groß Grönau Jörg Woelky, hat er bereits „vom Brett gefegt“. Und manch anderen Schachpartner. Den Schüler hat das Schachfieber befallen, und jetzt sorgen er und die Verantwortlichen beim TSV Eintracht Groß Grönau dafür, dass es anderen vielleicht auch bald so geht. Eine neue Sparte beim TSV ist gegründet.

Bürgermeister Graf, Schulleiter Woelky und die TSV Eintracht-Vorstände, Torsten Polewka und Stefan Laske, hat der Neunjährige sogar simultan (zeitgleich eine Partie mit mehreren Gegnern) besiegt: „Ich spiele schon seit vier Jahren, es macht einfach Spaß, sich Strategien auszudenken, mit denen man mit seinen Figuren den Gegner Matt stellt.“ Danach schüttelt er wie ein Großer den Männern respektvoll die Hand.

Reinhard Depping mit Sohn Justus Sommer beim Schachspielen: Bald ist der Vater Schachmatt. Quelle: Matthias Wiemer

Grönaus Bürgermeister Graf dankt dem Viertklässler der Waldschule für die Lehrstunde: „Meine Dame war schneller weg, als ich gucken konnte!“, erklärt Graf mit einem Lächeln im Gesicht. Nun sind alle vom Schachfieber infiziert und der Eintracht Vorstandsvorsitzende Laske verkündet: „Das ist einfach ’ne tolle Sache für Jung und Alt – deshalb bieten wir den Denksport jetzt als neue Sparte in unserem Sportverein an.“

Alles begann im Teneriffa-Urlaub

Alles begann bei einem Urlaub mit den Eltern auf Teneriffa. Da blieb der Junge buchstäblich an einem Riesenschachspiel mit lebensgroßen Figuren auf einer Promenade hängen. Die Regeln waren schnell erklärt und die Faszination war plötzlich da. Bisher ist sie nicht gewichen. „Es ist eine richtige Leidenschaft bei ihm geworden“, sagt Mutter Nicole Sommer, wie ihr Mann als lehrbeauftragte Biologin in Lübeck an der Universität tätig.

Mittlerweile nimmt das Schachspielen einen beachtlichen Teil des Alltags von Justus ein. Über die Schul-Schach AG ging es weiter zur Schachschule Weiss in Lübeck.

Justus entwickelte sich schnell weiter, wurde in seiner Altersklasse Landesmeister und nahm bereits an der deutschen Meisterschaft teil. „Beim ersten Mal ist es natürlich hauptsächlich wichtig, dabei zu sein“, berichtet der Schüler, „aber bei den nächsten Malen wächst die Zuversicht.“

Landesweite Wettbewerbe

Zweifelsfrei zählt Schach eher zu den Denksportarten. Wer aber jetzt annimmt, Justus sei ausschließlich ein bewegungsfeindlicher Grübler vor dem Schachbrett, täuscht sich. Was er sonst noch macht? Judo. An Wochenenden nimmt das junge Grönauer Schachtalent häufig landesweit an Wettbewerben teil. Der Fahrer ist dann meist der Vater, weil der Mutter „es zu spannend ist“. Und Vater Reinhard Depping hat sich ganz gut auf die unerwarteten Wochenendbeschäftigungen eingestellt. „Ich schaue immer wieder gerne zu. Oder ich nehme mir etwas zu lesen mit, oder gehe auch mal einkaufen.“  

Trainingszeiten beim TSV Grönau für Interessierte: freitags von 16 Uhr bis 18 Uhr im Gemeindehaus Groß Grönau.

Matthias Wiemer

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