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Kleinod in prächtiger Baumkulisse

Schwarzenbek Kleinod in prächtiger Baumkulisse

Ein altes Haus ist wieder mit Leben gefüllt: Das Schwarzenbeker Amtsrichterhaus hatte schon viele Bewohner.

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Archivarin Dr. Anke Mührenberg an einer rund 250 Jahre alten Trauerbuche. Im Justizgarten gibt es einen prächtigen Baumbestand.

Schwarzenbek. Es war Haus der Amtsschreiber und Amtsrichter, ist heute eine Galerie mit anspruchsvollem Kulturprogramm: Das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaute Amtsrichterhaus in Schwarzenbek ist ein Kleinod mitten in der Stadt, umgeben von einem einen Hektar großen Park mit altem Baumbestand. Ein Platz zum Verweilen und Innehalten, der zunehmend geschätzt wird.

LN-Bild

Ein altes Haus ist wieder mit Leben gefüllt: Das Schwarzenbeker Amtsrichterhaus hatte schon viele Bewohner.

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Das 1765 bis 1767 gebaute Amtsrichterhaus gehört zu einem Ensemble aus der Zeit der hannoverschen Regierung, von dem nicht mehr viel übrig blieb: Das Alte Amtshaus (Compehaus) wurde 1971 abgerissen, um einem Europa-Center am heutigen Rathaus Platz zu machen, das dann doch nicht entstand. Das Haus des Amtsvogtes ist 1993 durch Brandstiftung abgebrannt. Geblieben sind das Alte Amtsgericht (heute Wohnheim für Behinderte an der Compestraße), die Alte Oberförsterei (heute Seniorenanlage) und das Amtsrichterhaus, beides am Körnerplatz in Schwarzenbek gelegen.

„Es gibt leider nicht so viele Unterlagen über dieses historische Fachwerkhaus, weil die Zuständigkeiten ständig wechselten“, sagt Archivarin Dr. Anke Mührenberg. Erst hatten die lauenburgischen und hannoverschen Herzöge das Sagen, dann der englische König (damals für Lauenburg zuständig), später dann die Dänen und Preußen. Die Unterlagen sind in den verschiedensten Archiven verstreut, unter anderem im „Geheimen Preußischen Staatsarchiv“, Berlin. Hier will die Archivarin demnächst Einblick in die Schwarzenbeker Geschichte nehmen. „Dort soll auch die Personalakte von Amtmann Seestern-Pauly lagern“, sagt Mührenberg. Der Amtmann hat Spuren hinterlassen, eine Straße wurde nach ihm benannt.

Zum Amtsrichterhaus, zu dem früher ein landwirtschaftlicher Hof mit Vieh, Scheune und Garten gehörte, war einst für den zweiten Amtmann, dem sogenannten Amtsschreiber, gebaut worden. Bis Ende des 19.

Jahrhunderts waren Verwaltung und Rechtspflege noch nicht getrennt. Der Amtsschreiber war zusammen mit dem Ersten Amtmann verantwortlich für die gesamte Verwaltung und damit auch die Abwicklung der Korrespondenz mit den 22 dem Amt Schwarzenbek zugeordneten Gemeinden. 1870 erhält Schwarzenbek ein Amtsgericht. Wechselnde Amtsrichter zogen auf das Gehöft des Amtsschreibers. Bis 1968 war das Amtsrichterhaus bewohnt, zuletzt von Amtsgerichtsdirektor Treichel. Dann stand es leer und drohte zu verfallen. 1982 unter Denkmalschutz gestellt, wurde es 1984 von der Stadt Schwarzenbek von der Justizverwaltung des Landes gekauft und 1988 saniert.

Zum Haus gehört ein wunderschöner Park mit 250 Jahre alten Bäumen, unter anderem Stieleichen, Spitzahorn, Pyramideneichen sowie eine Trauerbuche, die viel erzählen könnten. . . Bis 1983 war die Nachtigall treuer Brutvogel im Justizgarten.

Heute füllt die Louisenhof GmbH (früher Gut Lanken) das Haus mit Leben. Donnerstag bis Sonntag ab 15 Uhr gibt es den „KulturGenuss“, in dem Menschen mit Handicap Kuchen servieren, sowie ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Veranstaltungsleiter Nikolai Rosenberg bemüht sich, das Haus für ein breites Publikum interessant zu machen. Mit Erfolg, denn wer einmal da war, kommt gerne wieder.

Großer Viehbestand

1562 stand in Schwarzenbek ein Schloss der askanischen Herzöge, von einem doppelten Graben umgeben (heute Sky-Markt). Versorgt wurde diese herzögliche Absteige vom Vorwerk aus. Das lag da, wo heute die Alte Post (Seniorenwohnanlage Alte Oberförsterei) steht. Zum Vorwerk gehörte ein großer Viehbestand. Laut Inventarverzeichnis aus dem Jahr 1640 gab es 24 Pferde, 12 Ochsen, 53 Rinder, 22 Sauen. 1689 stirbt mit Herzog Julius Franz das askanische Geschlecht aus, der Glanz der Hofhaltung ist für Schwarzenbek zu Ende.

Quelle: Werner Urban, Lauenburgische Heimat, Heft 108, 1983

Silke Geercken

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