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Lauenburg Klempauer will Car-Sharing auf dem Land attraktiv machen
Lokales Lauenburg Klempauer will Car-Sharing auf dem Land attraktiv machen
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22:16 19.10.2016
Strom tanken per Karte: Lutz Rose aus Klempau stellt seine Elektrozapfsäule jedem zur Verfügung. Quelle: Stefanie Ender

Das Geschäft mit dem Carsharing boomt in Großstädten, wie Lübeck, Hamburg und Kiel. Im ländlichen Lauenburgischen sitzen die meisten Pendler noch allein im Auto.

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„Im ländlichen Raum sollten wir immer versuchen, alternative Mo- bilitätsangebote zu schaffen.“ Anna Granz, Fraktionssprecherin der Grünen

Ein Carsharing-Vorreiter im kleinen Ort Klempau ist Lutz Rose: Er bietet sein Elektroauto in einer Privatinitiative zum Teilen an und hofft auf Nachahmer.

„Ich möchte andere in kleinen Gemeinden dazu anstoßen, ihre Autos auch zum Teilen anzubieten“, sagt Lutz Rose, der Initiator des Projektes „Dörpsmobil“. Sein Ziel ist es, ein Carsharing-Netzwerk in der Stecknitzregion im lauenburgischen Norden aufzubauen. Seit Ende August hat er einen Renault Zoe und vor einem dreiviertel Jahr ein Elektrofahrrad gekauft. Beide vermietet er. Das Auto über diverse Sharing-Plattformen im Internet, weil er über die keine extra Versicherungskosten zahlen muss. Bisher wurde sein Auto noch nicht angefragt. Es brauche eine gewisse Anlaufzeit, bis Menschen auf das Angebot aufmerksam werden, erklärt er.

„Es braucht vor allem genug Anbieter, die eine Gewinnchance im Carsharing sehen, damit das funktioniert“, sagt Michael Birgel vom Fachdienst Regionalentwicklung der Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg. Und diese fehlten im Lauenburgischen bisher. „Im ländlichen Raum muss das noch wachsen. Jemand muss sich intensiv darum kümmern“, erklärt er.

Die Kreisverwaltung jedenfalls wird das nicht sein. Ihre vor zehn Jahren geschaffene Onlineplattform, das Pendlerportal, werde sehr wenig angenommen und bald eingestellt, so Birgel: „Wir konzentrieren uns derzeit auf die Verbesserung des Nahverkehrs.“ Entlang der B 207 und der B 5 funktioniere das schon gut. In abgelegenen Orten, wie Klempau, dagegen nicht.

„Der Öffentliche Nahverkehr ist zu wenig. Es fahren zwar Busse, aber nicht dann wenn sie wirklich gebraucht werden“, sagt Lutz Rose. Er verlässt sich nicht auf andere, sondern nimmt die Zügel mit seinem Projekt nun selbst in die Hand.

Aus der Kreispolitik kommt zumindest ideelle Unterstützung für Lutz Rose. „Im ländlichen Raum sollten wir immer versuchen, alternative Mobilitätsangebote zu schaffen“, sagt Anna Granz, Fraktionssprecherin der Grünen. Einfach sei das aber nicht. „In Geesthacht habe die Stadt mal so etwas probiert. Doch potentielle Betreiber verlangen in der Regel immer eine Mindestnutzerzahl. Und die war bei uns in Geesthacht damals nicht zu erreichen“, sagt Granz.

 Stefanie Ender

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