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Lauenburg Klima und Hochwasser erleben
Lokales Lauenburg Klima und Hochwasser erleben
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23:53 02.08.2017
Landtagspräsident Klaus Schlie aus Mölln (3. von rechts) hat die Schirmherrschaft für das „HochWasserHaus“ übernommen. Gemeinsam mit Bürgermeister Olaf Schulze (2. von links) nahm er gestern auch am Workshop im Geesthachter Rathaus teil. Quelle: Foto: Holger Marohn

Zwölf Vertreter von Land, Wirtschaft, Forschung und Stadt haben sich gestern in Geesthacht getroffen, um erste Ideen zu entwickeln. In fünf Jahren könnte das Zentrum mit dem Arbeitstitel „HochWasserHaus“ seine Pforten öffnen, so die Hoffnung der Initiatoren.

Der Zeitplan

Die Grundlagen für die Machbarkeitsstudie werden in zwei Workshops, gestern sowie Ende September, ermittelt.

Die Aktivregion hat bereits 23000 Euro für die Studie bereitgestellt.

Die Stadt Geesthacht entscheidet im Dezember im Zuge der Haushaltsberatungen über eine finanzielle Beteiligung.

Im Jahr 2022 soll das „HochWasserHaus“ in Geesthacht eröffnet werden, ist die Hoffnung der Initiatoren.

„Geesthacht mit seiner besonderen Lage mit auf der einen Seite an der Elbe Binnenhochwasser und auf der der anderem bis zum Wehr Küstenschutz sowie mit der direkten Nachbarschaft zu den anderen Küstenländern Hamburg und Niedersachsen ist der ideale Standort für so ein Projekt“, sagte Bürgermeister Olaf Schulze (SPD). Ziel eines solchen Zentrums sei es einerseits, die Beteiligten zu vernetzen und andererseits den Klimawandel mit seinen Auswirkungen und den Naturschutz den Menschen nahe zu bringen. Dabei wäre das Zentrum auch ein Leuchtturmprojekt für ganz Schleswig-Holstein. Für Landtagspräsident Klaus Schlie ein zusätzlicher Grund, die Schirmherrschaft zu übernehmen. „Herr Busch hat mich schon vor längerer Zeit in meiner Funktion als Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg auf das Projekt angesprochen“, sagte Schlie. Er sei von der Idee sofort begeistert gewesen und so habe die Stiftung auch bei den ersten Schritten schon ein wenig finanziell unterstützt.

Beim Standort könne es dabei keine zwei Meinungen geben. „Wo, wenn nicht an der Elbe, gehört so etwas hin“, so Schlie. „Wir erleben hier im Kreis alle paar Jahre wie wichtig das Thema Klimawandel und Hochwasserschutz ist“, sagt Schlie. In Geesthacht bestehe weiter der Vorteil, dass das Helmholtzzentrum mit dem Institut für Küstenforschung und dem Climate Service Center in direkter Nachbarschaft liege. Gleichzeitig beschäftige der Klimawandel ganz Schleswig-Holstein.

Aufbau und Betrieb eines solchen Erlebnis- und Informationszentrums sei aus seiner Sicht auch mit eine staatliche Aufgabe. Allerdings bedürfe es auch einer finanziellen Beteiligung des Bundes und der EU.

Die Idee für das „HochWasserHaus“ stammt von Wolf-Rüdiger Busch, dem Leiter des GeesthachtMuseums an der Bergedorfer Straße. Bei der Aktivregion hatte Busch Anfang des Jahres bereits erfolgreich einen Antrag auf Förderung für eine Machbarkeitsstudie gestellt. Mit mehr als 23000 Euro beteiligt sich die EU so an den Kosten von 40000 Euro für die erste Marktanalyse. „Es geht bei dem Thema auch um die zentrale Frage, wie künftig das Überleben der Menschen im Bereich der Flusslandschaften sichergestellt werden könne“, sagte Busch gestern.

Die Elbe sei das beispielhaft auch für andere Flussgebiete. In seinem Konzept geht Busch von einer erforderlichen Fläche von 600 bis 800 Quadratmetern für die Einrichtung aus. Anfangs ging der Initiator aber auch nur vom einem Einzugsgebiet von 30 Kilometern rund um Geesthacht mit jährlich etwa 80000 Besuchern aus. Ein Standort direkt an der Elbe wird von den Befürwortern als unverzichtbar angesehen. Ob nun als festes Haus, in Modulen oder sogar schwimmend auf der Elbe sei noch offen.

 Holger Marohn

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