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Klimaschutz: Ein Haus zum Nachdenken

Geesthacht Klimaschutz: Ein Haus zum Nachdenken

Geesthachts Museumsleiter Wolf-Rüdiger Busch will ein „HochWasserHaus“ genanntes Informationszentrum errichten.

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Als die Elbe 2013 auf neue Rekordwerte anstieg, waren auch Uferbereiche von Geesthacht überschwemmt.

Quelle: Fotos: Timo Jann

Geesthacht. Starkregen in Bayern, Tornados in Norddeutschland, Überschwemmungen in Lauenburg, tagelang immer wieder Blitz und Donner in Geesthacht, vier „Jahrhunderthochwasser“ an der Elbe in elf Jahren – die jüngsten Wetterkapriolen schärfen den Blick für den Klimawandel und dessen Folgen. Da passt die Vision von Geesthachts Museumsleiter Wolf-Rüdiger Busch für ein „HochWasserHaus“genanntes Informationszentrum zu den Themen Hochwasserschutz und Klimawandel.

LN-Bild

Geesthachts Museumsleiter Wolf-Rüdiger Busch will ein „HochWasserHaus“ genanntes Informationszentrum errichten.

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Neuer Deich seit 2012

Das Hochwasser der Elbe trifft regelmäßig auch die Stadt Geesthacht, allerdings längst nicht so hart wie das benachbarte Lauenburg. 2013 wurden Uferbereiche überschwemmt, der erst 2012 errichtete neue Deich vor dem Gewerbegebiet an der Vierlanderstraße hielt.

Am Mittwoch stellte Busch seine Idee erstmals der Öffentlichkeit vor – und bekam durchweg positive Rückmeldungen. Das Kieler Umweltministerium, die Geesthachter Wirtschaft, der Naturschutzbund, das Helmholtz-Zentrum, die Aktivregion, sie alle begrüßen das Projekt und sagen ihre Unterstützung zu.

„Die Idee fasziniert“, brachte es Dietmar Wienhold, Hochwasserbeauftragter des Landes, auf den Punkt. „Geesthacht ist dafür der perfekte Ort“, geriet er regelrecht ins Schwärmen. „Wir kennen hier beide Situationen, Hochwasser und Sturmflut, das Thema passt perfekt“, findet Bürgermeister Olaf Schulze. Denn bis zum Stauwehr im Zuge der Elbbrücke der B 404 gilt der Küstenschutz des Landes gegen Sturmfluten der Nordsee, von der anderen Seite wirkt sich das Hochwasser bis zum Stauwehr aus. 2013 waren weite Teile des Elbufers in Geesthacht überflutet.

600 bis 800 Quadratmeter groß müsste das Bauvorhaben sein, Café oder Bistro inklusive. Dazu sollte das Haus möglichst nah an der Elbe stehen. Busch geht bei einem Einzugsgebiet im 30-Kilometer-Radius von jährlich etwa 80000 Besuchern aus. „Es soll kein Museum sein, sondern ein Erlebnis- und Erfahrungsort“, so Busch. Grob geschätzt könnte der Bau 2,5 Millionen Euro kosten. Busch: „Es ist eine einzigartiges Projektidee.“ Vor zwei Jahren hatte er erste Überlegungen angestellt, jetzt ist sein überzeugendes Konzept spruchreif. „Wir müssen die Bürger zu Fans des Projekts machen, alle müssen sagen: Ja, wir wollen das“, sagte Jürgen Wirobski, der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht.

Torsten Fischer vom Helmholtz- Zentrum (HZG) berichtete, dass es ja bereits zahlreiche Hintergrundinformationen von Küsten- und Klimaforschern des HZG geben würde, um diese den Besuchern zu präsentieren. Etwa den Klimawandel seit 1950 oder die Entwicklung des Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts. „Es wäre eine tolle Chance, Touristen unsere Themen bekannt zu machen“, sagte Fischer. Die erhoffte Lage am Elberadweg dürfte viele Besucher ins Haus führen. Aber auch für Schulklassen, Wissenschaftler und andere Zielgruppen wäre das „HochWasserHaus“ interessant. Wirobski denkt schon an eine moderne Bauform mit modernen Materialien. Auch, um den Besuchern zu zeigen, wie man sich vor Gefahren durch den Klimawandel schützen kann.

Bevor das „HochWasserHaus“ Wirklichkeit wird, muss die Idee erst vertieft werden. Andreas Dreyer (Aktivregion Sachsenwald-Elbe) erklärte, dass ein Förderschwerpunkt der Europäischen Union für den ländlichen Raum aktuell der Klimawandel wäre. Mit bis zu 70 Prozent könnte eine Machbarkeitsstudie, die es jetzt geben soll, gefördert werden.

Busch setzt im Anschluss daran – eine positive Empfehlung vorausgesetzt – auf eine Lenkungsgruppe, die die Vision inhaltlich vertieft und einen Architektenwettbewerb, der einen Entwurf für ein innovatives Gebäude liefern soll.

Außerdem müsste der ideale Bauort im Dreiländereck zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gefunden werden. „Dieses Haus könnte helfen, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen“, ist Wienhold überzeugt.

Timo Jann

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