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Lauenburg Knatsch am Runden Tisch Schwarzenbek
Lokales Lauenburg Knatsch am Runden Tisch Schwarzenbek
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18:15 06.02.2016
Christoph Ziehm ist enttäuscht über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Quelle: siw

„Ich bin enttäuscht über die Zusammenarbeit zwischen hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen“, sagt Christoph Ziehm. Beim Mitgliedertreffen des Runden Tisches Willkommenskultur mit rund 50 Helfern hat er sein Amt als Sprecher niedergelegt.

„Wir haben in den vergangenen Monaten viel erreicht und vielen Flüchtlingen in Schwarzenbek den Weg in die Integration geebnet“, sagt er. Und: Er habe sich die Zusammenarbeit mit dem Rathaus vertrauensvoller vorgestellt. Es seien zu wenig und teilweise auch konträre Informationen zur selben Sache von den Stadtmitarbeitern geflossen. Außerdem seien vom Rathaus versprochene Leistungen, wie beispielsweise ein Lagerraum für gespendete Möbel oder die anteilige Auszahlung von Spendengeldern für Anschaffungen für Flüchtlinge, nicht oder nur mit Verzögerung erfolgt. Der Runde Tisch wünsche sich, dass Informationen aktiv und zeitnah an die ehrenamtlichen Mitglieder weitergeleitet werden. Christoph Ziehm, in der Stadt für sein monatelanges großes Engagement für die Flüchtlingsarbeit bekannt, empfindet den Umgang mit den Ehrenamtlichen in Schwarzenbek als „respektlos“. Seinen Entschluss zum Rücktritt von seinem Amt habe er am vergangenen Montag nach der Sitzung der acht Arbeitsgruppen mit Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig gefasst. Die Bürgermeisterin habe in der Sitzung kritisiert, dass es an einer Struktur des Runden Tisches fehle. Diesen Vorwurf weist Ziehm entschieden zurück. Die acht Arbeitsgruppen hätten jeweils einen Sprecher und würden sich regelmäßig austauschen. Die gemeinsamen Treffen fänden jeden ersten Mittwoch im Monat statt. Außerdem seien die Mitglieder intensiv in Kontakt. „Auf diese Weise wurde sehr viel für die Betreuung der Flüchtlinge erreicht“, sagt Ziehm.

Seit Monaten warte der Runde Tisch auf einen Lagerraum für gebrauchte Kleider und Möbel, der sowohl von Ehrenamtlichen als auch von Flüchtlingen betreten werden kann, um die geeigneten Teile gemeinsam auszuwählen. Vom Rathaus wurde dieser Raum abgelehnt, weil der Schlüssel nicht an ehrenamtlich Tätige herausgegeben werden dürfe, so gibt Ziehm die Absage durch den Ordnungsamtsleiter Thomas Bellizzi weiter.

Außerdem sei der Raum in der Allensteiner Straße feucht gewesen. Ziehm bedauerte, dass die Bürgermeisterin nicht zur letzten Sitzung erschienen sei. Die Gruppensprecher wollen sich nun diese Woche zusammensetzen, um nach Lösungen für eine Verbesserung von Kommunikation und Zusammenarbeit mit Verwaltung, Polizei und anderen Einrichtungen zu suchen. „Ich werde weiterhin mit den Neuankömmlingen meine Stadtrundgänge fortsetzen. Die Arbeit hat mir bisher sehr viel Freude gemacht“, sagt Ziehm.

Reaktion der Bürgermeisterin: Die Kritik hinsichtlich mangelnder Strukturen sei nicht aus der Verwaltung, sondern von Bürgern des Runden Tisches gekommen. „Ich habe diese Kritik lediglich weitergegeben“, sagte Ute Borchers-Seelig auf Anfrage. „Es wird weitergehen“, betonte die Bürgermeisterin, nicht mit einem Sprecher, sondern in regelmäßigen Gesprächen der Verwaltung mit den jeweiligen Sprechern der einzelnen Arbeitsgruppen. Und: „Es hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun, wenn ich nicht an allen ehrenamtlichen Terminen teilnehme“.

siw

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