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Knicks der Rindergilde ausgezeichnet

Geesthacht Knicks der Rindergilde ausgezeichnet

Stattliche Eichen als Überhälter, hoch gewachsene Haselnusssträucher und buschige Schlehen – all das auf einem aufgeschütteten Erdwall: Die Knicks der Rindergilde Geesthacht auf dem Weideland an der Linau sind jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet.

Niedlich – ein junges Angus-Rind. Der Verein hat insgesamt 25 Muttertiere.

Geesthacht. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund hat in der Kategorie „Knick am Grünland“ den ersten Preis im Land an die Rindergilde Geesthacht überreicht. Knicks seien besonders wertvolle Lebensräume und würden das Bild von Schleswig-Holstein prägen, erklärte Umweltminister und Schirmherr Robert Habeck (Grüne) während der Preisverleihung. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung, haben wir in den vergangenen drei Jahrzehnten doch viele der Knicks erst mühevoll neu angelegt“, sagt Uwe Kiesewein, der Vorsitzende der 1988 gegründeten Rindergilde. Der Verein hat eine eigene Herde Deutscher Angus Rinder mit 25 Muttertieren und setzt sich mit deren Haltung für den Naturschutz ein. Außerdem bekommen die Mitglieder einmal jährlich gesundes Fleisch zugeteilt. 52 Hektar Grünland und extensiv bewirtschaftetes Ackerland gibt es zwischen dem Hamwarder Forst und Kollow entlang der Linau. Kiesewein: „Wir haben hier einen schönen Flecken Schleswig-Holsteins noch schöner und wertvoller gemacht und genießen bestes Rindfleisch.“

LN-Bild

Stattliche Eichen als Überhälter, hoch gewachsene Haselnusssträucher und buschige Schlehen – all das auf einem aufgeschütteten Erdwall: Die Knicks der Rindergilde Geesthacht auf dem Weideland an der Linau sind jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet.

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Grüne Bänder

„Knicks bilden verbindende grüne Bänder in unserer Landschaft“, erklärt Holger Gerth, Präsidiumsmitglied des Heimatbundes und Landesnaturschutzbeauftragter. Ihr Erhalt sei ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz und zur biologischen Vielfalt, denn Knicks würden

Lebensraum für unzählige Tierarten bieten.

Zum Knickwettbewerb des Heimatbundes war die Rindergilde mit zwei Knicks angetreten. Einem, der noch keine zwei Jahre alt ist und einem, der gut zehn Jahre alt ist. So hatte es die Ausschreibung gefordert. „Im Rahmen der Flurbereinigung in den 1960er und 1970er Jahren waren hier fast alle Knicks verschwunden, nur ein Redder, der einen Wirtschaftsweg beiderseits säumte, blieb erhalten“, berichtet Kiesewein aus der Anfangszeit der Rindergilde. Auch mit finanzieller Hilfe des Landes wurden dann mehrere Hundert Meter neue Knicks angelegt. Wie es sich gehört, werden die Knicks regelmäßig auch auf den Stock gesetzt. „Dabei nutzen wir auch einen Kneifer, der aber erst einen Meter über dem Boden ansetzt. So bleiben die dicken Stämme übrig, die wir dann absägen und unseren Mitgliedern als Brennholz anbieten“, berichtet Kiesewein.

Als er sich 1987 auf die Suche nach Mitstreitern gemacht hatte und 1988 die Gilde dann tatsächlich gegründet wurde, hatte man die Mitglieder als Umweltfreaks belächelt. Doch heute steigen die Mitgliederzahlen rasant. „In fünf Jahren haben wir unsere Mitgliederzahl von 100 auf 200 verdoppelt, dahinter stehen meistens ganze Familien, denen an einer vernünftigen Fleischerzeugung gelegen ist“, sagt Kiesewein. Die Herde lebt das ganze Jahr auf dem Grünland, immer im Oktober wird geschlachtet. Wer regelmäßig einen der Weidedienste übernimmt, bekommt sein Fleisch vergünstigt, meistens nehmen die Mitglieder ein Achtel eines Rindes, etwa 25 Kilo.

Mit den Knicks an den Weiderändern haben die Tiere einen naturnahen Lebensraum. „Alle wissen, dass die Knicks lange umkämpft waren zwischen Naturschutz und Landwirtschaft“, erinnerte Habeck während der Preisverleihung. Es sei aber gelungen, die Debatte zu beruhigen. Neue Regeln erlauben heute mehr Schutz für die Natur und nehmen Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit. „Uns als Verein geht es, im Gegensatz zu den Landwirten, ja nicht um Wirtschaftlichkeit. Vermutlich läuft es deshalb bei uns auch so gut“, sagt Kiesewein. An der Linau sei die Natur heute wieder im Einklang.

Timo Jann

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