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Lauenburg Königspudel „Fly“ soll zur Schule gehen
Lokales Lauenburg Königspudel „Fly“ soll zur Schule gehen
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20:25 09.01.2016
„Fly“ hat sich ein Kind ausgesucht und bleibt bei ihm liegen. Viele Schüler arbeiten wesentlich konzentrierter durch einen Schulhund.

Geht es nach den Schülern, soll Königspudel „Fly“ von Lehrerin Kathrin Fuß künftig regelmäßig an die Gemeinschaftsschule Sandesneben kommen. Der kleine „Fly“

ist ein ausgebildeter Schulbegleithund. Die Lehrkräfte haben sich schon dafür ausgesprochen. Nun muss auch noch die Schulkonferenz in der kommenden Woche ihren Segen dazu erteilen.

Schulleiter Andreas Korte findet das Projekt sehr gut: „Die Schüler lernen Verantwortung im Umgang mit Lebewesen. Wenn „Fly“ im Unterricht ist, werden die Schüler regelrecht entstresst. Sie nehmen nicht nur Rücksicht auf den Hund, sondern auch auf die gesamte Lernsituation.“ Für Kathrin Fuß war von vornherein klar, dass das Experiment mit ihrer knapp zwei Jahre alten Königspudel-Hündin nicht scheitern würde. Zwar hat die Hundebesitzerin schon früh das Talent ihrer Hündin erkannt, aber zur Schule musste „Fly“ trotzdem gehen. Und auch Lehrerin Fuß musste in die Schule, allerdings zur Ausbildung einer tiergestützten Pädagogik.

Alle drei Monate geht es auch nach der Grundausbildung zur Fortbildung nach Artlenburg in Niedersachsen. Und nicht nur die Fortbildung wird vorausgesetzt, sondern es gibt auch Grundlagen, die Hund und Frauchen absolviert haben müssen. So mussten beide eine Begleithundeprüfung machen, Hund und Frauchen müssen Mitglied in einem Hundeverein sein und einmal im Jahr ein Gesundheitszeugnis vorlegen.

Außerdem müssen sie Nachweise dafür erbringen, dass sie ihre Übungseinheiten unter Traineraufsicht ausführen. Alle Unterlagen und Nachweise, auch über die Impfungen des Tieres, sind jederzeit öffentlich im Sekreteriat der Schule zugänglich.

Bislang hat Kathrin Fuß ihre Hündin zweimal mit in die Schule gebracht, um das „Projekt Schulhund“ vorzustellen. Und Fly fühlt sich offenbar pudelwohl.

Während Frauchen den Schülern den mehr oder weniger trockenen Lehrstoff näher bringt, geht „Fly“ langsam durch die Reihen der Schüler und legt sich schließlich bei einem von ihnen nieder. „Der ist eigentlich immer übernervös, unruhig und stört sogar manchmal den Unterricht“, weiß die Lehrerin zu berichten. Doch wenn der Hund daneben liegt, ist der Schüler absolut ruhig und macht sogar im Unterricht gut mit. Solche Dinge könnten in allen Klassen passieren, sagt Fuß. „Wenn der Hund mit dabei ist, versuchen alle Schülerinnen und Schüler automatisch mehr Rücksicht zu nehmen. Es ist deutlich ruhiger, ja fast still manchmal.“ Auch wenn die Schüler zwischendurch auf den Hund achteten, sei das Lernverhalten noch deutlich besser.

Besser ist auch das Sozialverhalten der Kinder. „In den unteren Klassen ist die Rücksichtnahme auf den Hund so groß, dass die Kinder freiwillig die Klasse aufräumen und sogar ausfegen, wenn sie wissen, dass die Hündin zu ihnen kommt“, erklärt die Lehrerin. Höchstens zweimal in der Woche soll die Hündin künftig mit in die Schule kommen — sofern die Schulkonferenz grünes Licht gibt. „Wenn wir dann mittags nach Hause kommen, ist ,Fly‘ ganz schön kaputt und braucht dann Ruhe und Schlaf“, berichtet die 34-Jährige.

„Wenn der Hund mit dabei ist, versuchen alle Schülerinnen und Schüler automatisch mehr Rücksicht zu nehmen.“
Kathrin Fuß, Lehrerin

Jens Burmester

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