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Lauenburg Köstlichkeiten, Klönschnack und Kartoffeldruck
Lokales Lauenburg Köstlichkeiten, Klönschnack und Kartoffeldruck
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20:57 15.09.2016
Sylke Krüger aus Lehmrade, Ariane Hesse (Familienzentrum Mölln) und Hilai Azimi aus Afghanistan haben Spaß beim Bemalen von Taschen.

Aus wunderschönen braunen Augen strahlt Hilai Azimi in die Runde. Seit sie vor acht Monaten aus Afghanistan geflohen ist, hat die 25-Jährige an jedem Internationalen Frauenfrühstück teilgenommen. Wie ist sie dorthin gekommen? Die junge Frau überlegt kurz, sagt dann: „Mit dem Schiff? Zu Fuß?“ Ein Missverständnis, die Frage wird noch einmal gestellt. Ach, jetzt erhellt sich ihre Miene: „Mit dem Bus.“ Nein, auch das war nicht die Frage. Noch ein Versuch: Wie sie auf die Idee gekommen ist, am Frühstück teilzunehmen? Ach so! Hilai Azimi strahlt noch ein bisschen mehr: „Es ist sehr gut hier, ich lerne immer etwas Neues und es ist so eine schöne Atmosphäre.“

 

Freut sich über den Kontakt mit anderen Frauen: Sanja Grubisic aus Kroatien mit Tochter Oya Anisa, acht Monate. Fotos (3): D. Baumm
Fleißige ehrenamtliche Helfer beim internationales Frauenfrühstück in Mölln: Tahereh Shahkarami aus dem Iran ist immer dabei.

Treffen in Mölln

Die nächsten beiden Termine für das Internationale Frauenfrühstück sind am 3. November und am 1. Dezember, jeweils von 10 bis 11.30 Uhr, wie immer in der Internationalen Begegnungsstätte in Mölln. Die Veranstalterinnen freuen sich auf viele Frauen aus den unterschiedlichsten Ländern.

Ja, die Sprachbarriere ist da. Kein Wunder, hier tummeln sich Frauen aus Afghanistan, Armenien, China, Nepal, Peru, dem Iran, Kroatien und natürlich Deutschland. Da ist es zwangsläufig manchmal ein wenig schwierig mit der Verständigung. Hier gilt es, die Worte mit Bedacht zu wählen, einfach zu formulieren, hier ist Geduld von allen Beteiligten gefordert.

Gleichstellungsbeauftragte Edelgard Jenner und Migrationsberaterin Inga Steinfatt freuen sich über die rege Beteiligung an den monatlichen Frühstückstreffen. Für sie ist es auch wichtig, dass die Termine auch von deutschen Frauen angenommen werden. Gestern war Renate Thoms, Bürgermeisterin von Woltersdorf, zum ersten Mal dabei: „Ich finde es wichtig, Migranten auch persönlich kennenzulernen.“

Nach dem gemeinsamen Frühstück konnten die Frauen im Kartoffeldruck kleine Baumwolltaschen fertigen. Dazu sollte sich jeweils eine deutschsprachige Frau mit einer nicht-deutschsprechenden zusammentun. Für Maria Isabel Huaynalaya Soto kein Problem: Die gebürtige Peruanerin lebt seit 12 Jahren in Deutschland, spricht die Sprache fließend und hilft bei den Frühstückstreffen immer gern Frauen, die gerade erst angekommen sind.

Tahereh Shahkarami aus dem Iran nutzt die Treffen, um Frauen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen. Sie lebt seit zehn Monaten in Deutschland, ganz ohne Familie, ist manchmal bitter einsam. Da ist das Engagement mit Tischdecken, Kaffeekochen und mehr willkommene Abwechslung – und mit den Schwestern Lianna und Tatevik Khachatryan aus Armenien hat sie sich auch schon angefreundet.

Das Vernetzen, der Austausch: Das ist es auch, was die Kroatin Sanja Grubisic zum Frühstückstreff lockt. Noch ist die 41-Jährige wegen ihres acht Monate jungen Töchterchens ans Haus gebunden, nach der Elternzeit aber möchte die studierte Kunsterzieherin ihre Kenntnisse als Emotion Code-Heilerin ausbauen und anbieten.

 Dorothea Baumm

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