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Kommt Rewe nach Kastorf?

Berkenthin Kommt Rewe nach Kastorf?

Lübecker Investor plant Verbrauchermarkt. Landesplanung fordert Abstimmung zwischen Gemeinde und Zentralort. Wettbewerber sehen Ansiedlung kritisch.

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Auf dem Grundstück links von der Star-Tankstelle am Ortseingang von Kastorf soll nach Möglichkeit ein Rewe-Markt entstehen.

Quelle: Foto: Strunk

Kastorf. Der Lübecker Investor „Schütt-Bau“ plant in der Gemeinde Kastorf die Errichtung eines Supermarktes mit einer Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern — auf der freien Fläche neben der Star-Tankstelle direkt an der B208. Als Mieter ist der Kölner Einzelhandelskonzern Rewe vorgesehen. Für den aufstrebenden 1200-Seelen-Ort an der Kreuzung der alten Handelsstraße zwischen Lübeck und Hamburg, heute L92, sowie der Bundesstraße 208 zwischen Ratzeburg im Osten und Bad Oldesloe im Westen wäre dieses Projekt das Sahnehäubchen auf einer rasanten Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren.

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Auf dem Grundstück links von der Star-Tankstelle am Ortseingang von Kastorf soll nach Möglichkeit ein Rewe-Markt entstehen.

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Die Fläche selbst gehört einer Erbengemeinschaft, die ihre Bereitschaft signalisiert hat, das Gelände zu verkaufen. Bereits Ende 2012 kam Schütt auf die Gemeinde zu, die daraufhin eine Planungsanzeige bei der Landesplanung in Kiel einreichte. Bevor es von hier aber grünes Licht geben kann, muss bei einer geplanten Verkaufsgröße von mehr als 1000 Quadratmetern die Gemeinde sich mit dem ländlichen Zentralort — Berkenthin — abstimmen.

In Berkenthin, dem Sitz des Amtes in der Stecknitz-Region, hat man das Ansinnen zurückhaltend aufgenommen. Bürgermeister Michael Grönheim, SPD: „Die Ansiedlung eines neuen Verbrauchermarktes in Kastorf liegt nicht in unserem Fokus, da wir selbst mit Markant, Aldi und Penny drei Märkte haben. Allerdings werden wir uns in der Gemeindevertretung die Argumente beider Seiten anhören, vor allem die Ausführungen der Projektentwickler für Kastorf.“

Das Hamburger Büro MR Consultants hat im Auftrag von Schütt eine Tragfähigkeits- und Auswirkungsanalyse erstellt und die möglichen Auswirkungen auf die Verbrauchermärkte und Discounter in der Region — neben Berkenthin auch Krummesse — untersucht. Demnach müssten alle Einzelhändler, Apotheker oder Bäcker in diesen Orten mit Umsatzverlusten zwischen drei und 8,5 Prozent rechnen.

Entsprechend reserviert oder ablehnend sind dann auch die Reaktionen der Wettbewerber. Bärbel Hammer, Sprecherin des Kieler Unternehmens Bartels-Langness, das die Markant-Märkte in den genannten Orten betreibt, erklärte: „Ein weiterer Supermarkt würde die Einzelhandelsstrukturen vor Ort zerstören und zur Kannibalisierung führen — die Region ist jetzt bereits mehr als ausreichend mit Verkaufsflächen bestückt.“ Selbst plane man, den Markt in Berkenthin moderner und attraktiver zu gestalten, um die Kaufkraft im Ort zu binden. Ein erster Gesprächstermin mit der Gemeinde sei in der kommenden Woche vereinbart.

Bei Aldi gibt man sich gewohnt zurückhaltend. Jan Mohr, zuständig für die Immobilienverwaltung des Discounters in der Region, sagte: „Für uns gibt es grundsätzlich keine Berührungsproblematik mit anderen Wettbewerbern. Allerdings macht ein weiterer Vollsortimenter oder Discounter in dieser Region aufgrund der geringen Kaufkraft keinen Sinn. Die Kapazitäten sind ausgeschöpft.“ Nicht umsonst sei der ehemalige Schlecker-Laden bislang nicht wiederbelebt worden. Das Projekt löse insofern Kopfschütteln aus.

Der Aldi-Markt in Berkenthin hat mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche die geringste Größe im Unternehmens-Portfolio, die neuen Läden sind merklich größer und können ein entsprechend breiteres Sortiment anbieten. Da Aldi einen unbefristeten Mietvertrag mit Bartels-Langness hat, kann man vermuten, dass der Konzern in naher Zukunft auch hier investieren wird.

Den Kastorfern und ihrem Bürgermeister Wolfgang Wiedenhöft ist diese Problematik wohl bewusst. „Ich bin aber dankbar, dass die Gemeinde Berkenthin sich bisher sachlich mit dem Thema auseinandersetzt“, erklärte er. Mit einer Zustimmung der Gemeindevertretung Berkenthin könnte die Gemeinde Kastorf dann in eine konkrete Planung einsteigen.

Joachim Strunk

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