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Lauenburg Komplizen der Killer
Lokales Lauenburg Komplizen der Killer
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20:38 12.04.2017
Von Florian Grombein

Zockende Jugendliche da abzuholen, wo sie stehen, ist eine edle Idee. Doch Killerspiele mit städtischen Erziehern in der Schule zu spielen, muss für die Opfer von Gewalt wie Hohn wirken. Und Opfer gibt es nach zunehmendem Terror genug. Achtung, jetzt wird’s ironisch und fiktiv. Die Argumentation des JUZ mutet folgendermaßen an: „Sollten wir Kinder, die auf dem Spielplatz Klebstoff schnüffeln, nicht einmal ins JUZ einladen, um mit ihnen unter Anleitung zu schnüffeln? Natürlich sagen wir ihnen, dass das ganz doof ist.“

Für junge Leser wird unser Bericht als Spaßbremse gelten. Laut Medienpsychologe Rudolf Weiß spielen 62 Prozent der männlichen Achtklässler Ego-Shooter. Das weiß auch die Softwareindustrie. Doch eines müssen junge und alte Zocker, die eine Gewaltverherrlichung herunterspielen, zugeben: Es macht ihnen Spaß, zu töten. Auch, wenn es nur ein Rollenspiel ist. Das MUSS Eltern nicht gefallen. Grafik und Animation unterscheiden sich heute kaum von der Realität. Auch der kleine Außenseiter, der in der Schule gemobbt wird, kann beim Zocken ein ganz Großer sein. Dort tritt er den anderen ganz gepflegt in den Hintern, weil ihm am Gamepad keiner etwas vormacht. Die Empathie und das Mitgefühl lassen nach, sagt die Wissenschaft.

So geht es nicht. Erzieher müssen Freizeitaktivitäten bieten, die spannender sind, als Kriegsspiele. Sie müssen Vorbild sein und Grenzen setzen. Sie dürfen sich nicht zu Komplizen der Online-Killer machen. Und vor allem sollten Entscheider wissen, was gespielt wird.

LN

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