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Lauenburg Konfirmanden auf den Spuren von Zwangsarbeitern
Lokales Lauenburg Konfirmanden auf den Spuren von Zwangsarbeitern
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22:28 07.11.2013
Sie haben sich auf Spurensuche begeben. Von links: Sidney Kadziolka, Lena Mügge, Helena Busekow und Leon Stegen. Quelle: hrf

Konfirmanden aus Lauenburg sind tief in die deutsche Geschichte getaucht. Sie haben sich mit einem ungewöhnlichen Projekt beschäftigt, dessen Ergebnis jetzt präsentiert wird. Am Sonntag, 10. November, wird eine Installation, die die Namen von in Lauenburg verstorbenen Fremd- und Zwangsarbeitern zeigt, in der Maria-Magdalenen-Kirche vorgestellt.

Die Installation wurde im Rahmen der Wanderausstellung „Unbequeme Denkmäler — Was sagen uns Kriegsdenkmäler heute?“ des Lauenburgischen Kunstvereins entwickelt und von Eva Ammermann (Projektleiterin) sowie von Pastor Till Karnstädt-Meißner im Konfirmandenunterricht betreut. Anlass war ein Zeitungsbericht über den so genannten „Russenfriedhof“ in Lauenburg. „Der jetzt anonymisierte Gedenkstein veranlasste die Jugendlichen, sich auf die Suche nach den Namen der Verstorbenen zu machen“, so Pastor Karnstädt-Meißner. Dazu recherchierten die Konfirmanden im Sterbebuch des Friedhofs. Hierbei ließ sich der ursprüngliche Text des Gedenksteins nicht rekonstruieren. Allerdings gibt das Buch Auskunft über Herkunft, Alter und gelegentlich auch zur Todesursache der Bestatteten. „Somit konnte nachvollzogen werden, wer wahrscheinlich als Fremd- oder Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges in Lauenburg gearbeitet hat und verstarb.“ Bei der Installation sollen die Namen auf einem LED-Band dargestellt werden. Die Arbeit soll hierbei über das übliche Betrachten oder Überfliegen des Denkmals hinausgehen. Der LED-Text erfordert nämlich etwas Zeit. Das Kunstwerk sei eine Aufforderung, über die Zusammenhänge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit nachzudenken. Bei der künstlerischen Umsetzung hat Eva Ammermann die Jugendlichen unterstützt.

Sidney: „An dem Projekt gefiel mir die Suche nach den Namen für das Denkmal und auch der Besuch auf dem Friedhof. So konnte man sehen, wie schnell Menschen vergessen werden.“

Helena: „Nach den Stunden habe ich auch angefangen, darüber nachzudenken, wie schlimm es für diese Menschen und ihre Familien gewesen sein muss. Das Projekt bringt auch die Leute, die es später lesen, zum Nachdenken.“

Lena: „Mir hat an dem Projekt gefallen, dass wir uns einmal mit diesem schwierigen aber wichtigen Thema der deutschen Geschichte auseinandergesetzt haben. Denn es ist wichtig, dass wir diese Schicksale nicht vergessen.“

Vanessa: „Mir hat an diesem Projekt gefallen, dass wir die Namen wiedergefunden haben. Wir wollen anderen Menschen zeigen, wer gezwungen wurde, hier zu leben, und wer hier für uns gestorben ist. An diese Menschen, die keinen haben, die an sie denken, erinnert man sich wieder.“

André: „Ich finde es schlimm, dass Menschen von zu Hause wegmussten, irgendwohin, wo sie keinen kennen.“

Ausstellung im Turm
Der Glockenturm der Maria-Magdalenen-Kirche ist vom 10. bis 30. November täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die Präsentation ist am Sonntag gegen 12.15 Uhr.


Zur ev. Kirchengemeinde gehören die Maria-Magdalenen-Kirche, das Dietrich-Bonhoeffer-Haus und die Johannis-Kapelle Schnakenbek.

Silke Geercken

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