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Lauenburg Konstantin von Notz (Grüne): Ja, Geschlecht spielt keine Rolle
Lokales Lauenburg Konstantin von Notz (Grüne): Ja, Geschlecht spielt keine Rolle
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20:12 30.06.2017

Wie haben Sie gestern im Bundestag bei der Frage der „Ehe für alle“ abgestimmt? Sind Sie dafür, dass die Ehe mit allen Rechten und Pflichten – also auch dem Adoptionsrecht – für homosexuelle Paare geöffnet wird?

Konstantin von Notz: Liebend gern habe ich mit JA gestimmt.

Was sind die Gründe für Ihre Entscheidung?

Von Notz: Ehe und Familie ist für mich dort, wo sich Menschen zueinander bekennen und für einander Verantwortung übernehmen. Und über gute Elternschaft entscheidet vieles – nicht aber das Geschlecht.

Wir haben es geschafft! Der Bundestag hat heute endlich ja gesagt. Ja zu gleichen Rechten für alle, die sich lieben. Ja zur Vielfalt in unserem Land, die Lesben und Schwule genauso einschließt wie Heterosexuelle. Ja zum Respekt für alle Menschen unabhängig von deren sexueller Orientierung. Die Ehe für alle nimmt niemand etwas weg. Im Gegenteil, sie ist ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft. Seit drei Jahrzehnten kämpfen wir Grüne für die Ehe für alle. Jetzt endlich hat sich Angela Merkel auf unseren Druck hin bewegt und die Abstimmung in ihrer Fraktion als Gewissensentscheidung freigegeben. Das Gewissen der Abgeordnete hat richtig entschieden.

Nina Scheer (SPD): Ja, Frage der Gleichberechtigung

Wie haben Sie gestern im Bundestag bei der Frage der „Ehe für alle“ abgestimmt? Sind Sie dafür, dass die Ehe mit allen Rechten und Pflichten – also auch dem Adoptionsrecht – für homosexuelle Paare geöffnet wird?

Nina Scheer: Ich habe mit JA gestimmt, da ich es für eine Frage der Gleichberechtigung halte, die Ehe unabhängig von Geschlecht und Orientierung zu ermöglichen. Dies gilt auch für die Adoption von Kindern. Hier zählt das Kindeswohl, das sich über menschliche Nähe und Fürsorge gestaltet. Eine geschlechtliche Unterscheidung erachte ich dabei als verfehlt.

Was sind die Gründe für Ihre Entscheidung?

Scheer: Ich halte die Öffnung der Ehe für gerecht und somit sachlich richtig. Die bislang geltende Einschränkung auf Mann und Frau bildet nicht die Lebenswirklichkeit von vielen Paaren ab und führt so zur Benachteiligung und Diskriminierung.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft war zwar schon ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung, aber eben noch kein vollkommener. So erklärt sich meiner Meinung nach auch, dass viele gleichgeschlechtliche Paare in der Vergangenheit im Ausland geheiratet haben.

Norbert Brackmann (CDU): Nein, Nachwuchs sichern

Wie haben Sie gestern im Bundestag bei der Frage der „Ehe für alle“ abgestimmt? Sind Sie dafür, dass die Ehe mit allen Rechten und Pflichten – also auch dem Adoptionsrecht – für homosexuelle Paare geöffnet wird?

Norbert Brackmann: Ich habe mit NEIN gestimmt. Die Frage nach dem Adoptionsrecht sollte ausschließlich nach dem Kindeswohl entschieden werden. Die Kinder und nicht die Erwachsenen müssen im Mittelpunkt unserer Entscheidungen stehen.

Was sind die Gründe für Ihre Entscheidung?

Brackmann: Jede Gesellschaft muss ein besonderes Interesse daran haben, selbst zu überleben, das heißt sie muss nicht nur beim Klimaschutz oder anderen Themen, die dem Erhalt der Lebensgrundlagen dienen, auf Nachhaltigkeit setzen, sondern auch bei der Sicherung des eigenen Nachwuchses.

Das ist auch der Kern der Begründung des besonderen Schutzes von Ehe und Familie im Grundgesetz. Wer sich diesem Ziel verpflichtet fühlt, sollte deshalb auch künftig vom Staat noch mehr unterstützt werden als jene, die zwar auch aus ehrenwerten Motiven

zusammen leben und füreinander einstehen, aber nicht den Wunsch haben, Kinder zu

zeugen.

LN

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