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Lauenburg Kontroverse um Jugendzentrum Büchen
Lokales Lauenburg Kontroverse um Jugendzentrum Büchen
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20:12 20.01.2017
Büchen

Ein halbes Jahr ist noch Zeit. Dann müssen die Jugendlichen das alte Jugendzentrum in der Parkstraße räumen. Es wurde bereits vor anderthalb Jahren verkauft. Die Planungen für den Neubau eines „Jugend- und Integrationszentrums“ laufen, aber noch gibt es keinen rechtskräftigen Bebauungsplan. Auf 1,5 Millionen Euro schätzt Bürgermeister Uwe Möller die Baukosten.

„Es wurden diverse Entwürfe diskutiert.Uwe Möller, Bürgermeister

Der Neubau soll auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern hinter dem Schulzentrum in Nähe des alten Bahndammes entstehen. Die Junge Union im Amtsverband Büchen nörgelt: „Die aktuelle Planung gleicht einem Prestigeobjekt à la Elbphilharmonie“, so der stellvertretende Vorsitzende Kjell Jacobsen.

Bürgermeister Uwe Möller reagiert mit Unverständnis, verweist auf einstimmige Beschlüsse in der Gemeindevertretung. „Die exakten Kosten stehen noch gar nicht fest. Als wir vor Jahren über einen Neubau des Jugendzentrums nachdachten, sind wir vom damaligen Baukostenindex ausgegangen und auf rund 750000 Euro gekommen. Dieser Preis ist schon lange nicht mehr realistisch.“

Da das alte Jugendzentrum nicht mehr zeitgemäß sei, habe die Gemeinde sich zu einem Neubau entschlossen. Bisher gibt es aber nur den Grundsatzbeschluss, neu zu bauen. Der Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden B-Plan wurde gefasst. „Jetzt sind die Träger öffentlicher Belange dran. Das braucht seine Zeit“, sagt Möller.

Nach einem Entwurf der Architektin Petra Golinski, die auch den Schulneubau konzipiert hat, soll das Jugendzentrum gebaut werden. Auch dazu kommt Kritik der Jungen Union: Es habe „lediglich einen einzigen Vorschlag einer einzigen Architektin“ gegeben. „Es wurden diverse Entwürfe diskutiert“, widerspricht Möller.

Im Ortsentwicklungskonzept ist nachzulesen, was Büchen in Sachen Jugendarbeit plant: „Besonders mit Blick auf die derzeitige Flüchtlingskrise ist die Integration der in Büchen künftig ansässigen Asylbewerber eine der wichtigsten Aufgaben, vor der die Gemeinde in der Zukunft steht. Das künftige Jugendzentrum wird aus diesem Grund Begegnungsstätte der Büchener Jugend, der Vereine und Verbände sowie der verschiedenen Kulturen zur Förderung des Gemeinwesens und der Integration. Eine erfolgreiche Integration durch die offene Kinder- und Jugendarbeit ist nur möglich, wenn das Jugendzentrum im zentralen Bereich der Gemeinde liegt. Auch die Zusammenarbeit von Schule, Schulsozialarbeit und offener Ganztagsschule profitiert durch die zentrale Lage.“

Parallel zum Bauleitverfahren arbeitet die Gemeinde an einem pädagogischen Konzept im Naturerfahrungsraum. „Die Vielfältigkeit des Naturhaushaltes mit der großen Zahl unterschiedlicher Waldstrukturen und den Gewässern verleihen Büchen ein in die Natur integriertes Gesicht. Auf diese besondere Eigenschaft legt die Gemeinde in ihrer weiteren Entwicklung großen Wert. Die Berücksichtigung naturschutzfachlicher Gesichtspunkte bei der Entwicklung neuer baulicher Strukturen ist Bestandteil der künftigen Siedlungsentwicklung der Gemeinde“, heißt es im Ortsentwicklungskonzept. Die JU hat auch hierzu Bedenken. „Das Juz soll in einen Wall inmitten blühender und gedeihender Natur eingegraben werden“, schreibt Jacobsen in der Pressemitteilung.

Silke Geercken

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