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Lauenburg Kostenexplosion beim Büchener Juz-Bau
Lokales Lauenburg Kostenexplosion beim Büchener Juz-Bau
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20:39 22.09.2017

So sind die Planungen weder abgeschlossen, noch die Arbeiten ausgeschrieben. In der Vergangenheit lagen die Ergebnisse bei Ausschreibungen in Büchen häufig deutlich über den kalkulierten Kosten.

Lars Schwieger (SPD) leitet die Arbeitsgruppe zum Juz-Bau.

Zuletzt hatte die Gemeinde im Ausschuss um Überschreitungen von bis zu 70 Prozent einzelner Gewerke beim Bau bei der Rettungswache berichtet. Die CDU ist angesichts der Kostensteigerungen alarmiert und warnt inzwischen vor einer „Büchener Elbphilharmonie“.

Anlass für die Diskussionen ist die Präsentation der Vorplanungsvarianten durch die Architektin im Büchener Jugendausschuss. Im Vorfeld hatte eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe getagt. „Wir haben sehr angeregt diskutiert, was wir brauchen und was nicht“, sagte Lars Schwieger (SPD) als AG-Sprecher. Letztlich treffe die Arbeitsgruppe auch keine Entschuldungen. Dieses sei Aufgabe der Politik.

Denn das, was inzwischen von der AG auf den Wunschzettel geschrieben worden ist, hat nur noch teilweise etwas mit dem zu tun, was mit dem ursprünglichen Beschluss auf den Weg gebracht wurde. Damals war die Idee, statt das alte Jugendzentrum an der Parkstraße zu sanieren, einen Neubau an anderer Stelle zu errichten. Gut 780000 Euro waren damals von der Gemeinde veranschlagt worden. Angesichts von Sanierungskosten des alten Juz von rund einer halben Million Euro nach Meinung der Politiker der richtige Weg. Ein Entwurf wurde im Januar während der Einwohnerversammlung präsentiert. In diesem Zeitraum war bereits von Kosten in der Höhe von 1,5 Millionen Euro die Rede.

Doch diese Pläne sind längst über den Haufen geworfen worden. Inzwischen ist, obwohl kritisch angemerkt von der CDU und nie explizit in einem Beschluss festgehalten, von einem „Jugend- und Begegnungszentrum“ (Jubz) die Rede. Waren die Büchener Jugendlichen in ihrem alten Juz an der Parkstraße noch unter sich, sollen Räume des neuen Jugendzentrums auch von anderen Gruppen genutzt werden – wie die Küche zum Marmeladekochen von den Landfrauen, die dabei von Jugendlichen unterstützt werden könnten, wie beispielhaft angeführt wird.

Auch soll das Gebäude um einen 144 Quadratmeter großen Sport- und Mehrzweckraum erweitert werden. In der Juz-AG war noch darauf verwiesen worden, dass ein „Sportraum mit etwa 100 Quadratmetern, Lagerflächen, Duschen und Umkleiden nur unter dem Aspekt einer kostengünstigen Lösung umgesetzt werden kann“. Und: „Zusätzliche Duschen und Umkleiden wären schön, müssen aber finanzierbar sein.“ Der nun geplante Raum ist fast eineinhalbmal so groß und sorgt mit dafür, dass die Kosten für den erweiterten Bau inzwischen auf mehr 2,1 Millionen Euro geschätzt werden – einschließlich vom Kostenvolumen abhängigen Baunebenkosten für Architekten, Statiker und andere Planer von mehr als 400000 Euro.

Doch es gibt noch ein anderes Problem. Durch die geplante Vergrößerung des Juz zum Jubz muss auch der gerade erst eigens aufgestellte Bebauungsplan bereits wieder geändert werden. Dafür ist dann der Bauausschuss zuständig – so wie der Finanzausschuss letztlich für die Finanzierbarkeit des gesamten Projektes.

Büchens neues Juz

Anlass für die neuen Überlegungen für das Juz waren anstehende Sanierungen am alten Gebäude in der Höhe von einer halben Million Euro.

Bürgermeister Uwe Möllerstellte im Ende 2015 sein Konzept für ein neues Juz vor. Wesentlicher Teil war die Integration von Flüchtlingen.

Die Flüchtlingsintegration war in der jüngsten Sitzung der Juz-Arbeitsgruppe kein Thema mehr. Inzwischen werden die Kosten auf mehr als 2,1 Millionen Euro geschätzt.

Holger Marohn

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