Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Kranke Hundewelpen über das Internet verkauft
Lokales Lauenburg Kranke Hundewelpen über das Internet verkauft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:41 09.08.2013
Laut Polizei handelt es sich hier um einen Chihuahua-Welpen. Er gehört zu den wenigen Tieren, die überlebt haben. Jetzt wird er im Möllner Tierheim aufgepäppelt. Die Polizei hat dies am Dienstag, 6. August, mit einem Foto dokumentiert. Quelle: Foto: Polizei / hfr
Anzeige
Ratzeburg

Die Ratzeburger Kriminalpolizei hat zwei Tierquäler aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg überführt, die über das Internet halbtote Hundewelpen verkauft haben sollen. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung in Groß Sarau fanden die Polizisten zwei kleine, fünf bis sechs Wochen alte Hundebabys, die vermutlich aus dem Ausland stammen, und mehrere Blanko-Hundepässe. Gegen die 37-jährige Frau und den 39-jährigen Mann wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Betrugs ermittelt. Seit Mai dieses Jahres soll das Paar die kranken Hundewelpen über verschiedene Internetplattformen verkauft haben. Die Welpen starben meist einige Tage nach der Übergabe an ihren neuen Besitzer. In sechs Fällen wurde auf verschiedenen Polizeidienststellen Strafanzeige erstattet, das gesamte Ausmaß des Betruges ist noch nicht geklärt.

Mehr zum Thema: Welpen starben nach einer Woche: Skrupellose Hundehändler bei Ebay

Zur Galerie
„Illegaler Welpenhandel funktioniert nur, weil es Käufer gibt.“ Gaston Prüsman, Tierschutzverein Mölln

Die zwei beschlagnahmten Hundewelpen sind momentan im Möllner Tierheim untergebracht. Dort stehen sie zur Sicherheit unter Quarantäne. „Wir wissen nicht, wo die Welpen herkommen und müssen die Tiere gründlich untersuchen“, erklärt Gaston Prüsman vom Tierschutzverein. Der erste Vorsitzende empfiehlt, Tiere generell nicht aus dem Internet, sondern lieber bei einem seriösen Züchter zu kaufen. Seiner Ansicht nach sollte der Verkauf über das Internet verboten werden.

„Dafür habe ich kein Verständnis. Die Tierheime sind voll mit Tieren, und die Medien informieren ständig über solche Fälle.“ Über Kleinanzeigen auf Internetplattformen boten die Tierhändler Hundewelpen online zu Billigpreisen an. Doch die neuen Besitzer konnten sich nie lange über den tierischen Familienzuwachs freuen. Da die Hundewelpen in einem so schlechten gesundheitlichen Zustand waren, starben sie meist wenige Tage nach dem Kauf. Selbst Notfallbehandlungen beim Tierarzt konnten den kranken Welpen nicht mehr helfen. Von den sechs Hundewelpen, deren Besitzer Strafanzeige erstattet hatten, hat nur ein einziger Welpe überlebt. Auf Großparkplätzen von Verbrauchermärkten verkaufte das Pärchen laut Polizei die Welpen für rund 200 Euro deutlich unter dem bei Züchtern üblichen Marktwert. Sie hätten den Käufern versichert, dass die Hundebabys „vollkommen gesund“ seien. Außerdem hatten die jungen Hunde, hauptsächlich der Rassen Chihuahua und Shi-Tzu, entgegen der Angaben in den Verkaufsanzeigen, noch nicht das Verkaufs-Mindestalter von neun Wochen erreicht.

Die im Internet angebotenen Welpen stammen oft aus ausländischen Hundefabriken. Dort werden die Hundebabys viel zu früh von ihrer Mutter getrennt. Ohne die lebenswichtigen Impfungen und geschwächt durch den Transport kommen sie krank in Deutschland an. Die Kriminalpolizei Ratzeburg sucht nach weiteren Käufern der kranken Hundebabys.

Mögliche Geschädigte können sich unter Telefon 0 45 41/80 90 melden.

Alessandra Röder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Paar aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg steht im Verdacht über das Internet kranke Hundewelpen verkauft zu haben. Fünf von sechs Welpen, die der Polizei bekannt sind, starben wenige Tage nach dem Kauf.

08.08.2013

Unbekannte haben am Dienstagabend in Büchen eine Regionalbahn vermutlich mit Steinen beworfen und dabei mehrere Scheiben beschädigt. Verletzte gab es nicht, aber ein Reisender erschrak sich heftig.

08.08.2013

Städtischer Hauptausschuss hat als Gesellschafterversammlung der Stadtwerke einen neuen Arbeitsauftrag beschlossen. Kurmittelfreunde treiben Bürgerbegehren voran.

08.08.2013
Anzeige