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Lauenburg Krankes Kind bringt Grönauer Familie in Not
Lokales Lauenburg Krankes Kind bringt Grönauer Familie in Not
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10:05 11.10.2018
Ein ganzer Karton voll: Katrin und Dirk Benke schauen sich immer wieder die Sammlung von Herzen mit Zuneigungsbekundungen an, die ihre schwerstkranke Tochter im Krankenhaus für sie gebastelt hat. Quelle: Matthias Wiemer
Groß Grönau

Katrin und Dirk Benke könnten mit ihren beiden Kindern und ihrem schmucken Häuschen in Groß Grönau aus dem Prospekt einer Bausparkasse stammen. Doch seit ihre Anna Lina (11) an einem Gehirntumor erkrankte, gibt es keine heile Welt mehr für die junge Familie. Sorgen, Ängste, schlaflose Nächte bestimmen ihren Alltag. Nichts ist mehr wie vorher. Nach mehr als einem Jahr des Bangens um das Leben der Tochter stehen die Benkes mittlerweile auch noch wirtschaftlich am Rande des Ruins. Hilfesuchend wandten sich Katrin und Dirk Benke (39 und 42) jetzt an den Büchener Förderverein „Unterstützung schwersterkrankter und behinderter Kinder e. V.“. Deren rühriger Vorsitzender Peter Schmid schlägt Alarm: „Die Familie hat schlimmste Zeiten hinter sich und noch viel Unsicherheit vor sich. Jetzt droht auch noch das finanzielle Aus.“

Anna Lina (11) bekam vor über einem Jahr die Diagnose: Hirntumor. Quelle: HFR

Anna Lina war ein ganz normales und fröhliches Kind, als plötzlich die schreckliche Diagnose über sie, ihre Eltern und ihren Bruder Paul Luca (15) hereinbrach: Gehirntumor. Es folgten vier Chemotherapien und Bestrahlungen in einer Essener Fachklinik. Eine Tortur für die ganze Familie. Ein hoher Betreuungsaufwand war die Folge, die Eltern konnten nicht mehr vollzeit ihren Berufen nachgehen. Katrin Benke arbeitet als Medizinisch-Technische Fachangestellte in einer Lübecker Arztpraxis, ihr Mann war als Regionalleiter eines großen Hamburger Logistikunternehmens. War – denn auf seine Wünsche nach Urlaub zur Betreuung der Tochter folgte die Kündigung. „Annas Krankheit hatte keinen Platz in meiner Firma“, sagt er mit Enttäuschung in der Stimme.

Der Tumor kam wieder

Doch mit der lebensbedrohlichen Diagnose und der für das Kind extrem belastenden Behandlung war es noch nicht genug. Nach kurzer Phase der Besserung ging es dem Mädchen wieder schlechter. Neuer Befund: Der Tumor ist wieder da und drei weitere wurden entdeckt. Katrin Benke: „Unsere Tochter dachte, sie hätte es doch geschafft, und nun sollte alles wieder von vorne beginnen.“

Das ganze Martyrium hat weitere Folgen. „Der erste Tumor lag dicht an der Hypophyse“, beschreibt Katrin Benke. „Die Behandlung hat massive Veränderungen in Annas Entwicklung und vor allem in ihrer Wesensart mit sich gebracht.“ Sie wurde aggressiv, konnte ihre Handlungen kaum noch kontrollieren, kann nicht alleine gelassen werden, auch nachts nicht. Katrin Benke: „Wir haben ein neues Kind bekommen. Sie kommt damit nicht klar, dass sie nicht weiß, ob sie wieder gesund wird und welche Belastung sie für uns alle darstellt.“

Anna Lina nach der Chemotherapie. Bis auf weiteres ist das Mädchen auf den Rollstuhl angewiesen. Quelle: HFR

Die neue Therapie musste nun zu allem Übel auch noch wegen einer Infektion und weiteren extrem schmerzhaften Komplikationen unterbrochen werden. Wann die Therapie fortgesetzt werden kann, ob und wann Anna Lina wieder gesund wird, niemand kann es sagen.

Diese Ungewissheit paart sich aber mit der Gewissheit, dass die junge Familie allmählich in existenzielle Nöte gekommen ist. Der Jobverlust des Vaters und die Langzeitkrankschreibung der Mutter führten dazu, dass die Familie jetzt mehr Ausgaben als Einnahmen hat. Dabei wird auch noch ein anderes Auto benötigt, denn Anna Lina wird für absehbare Zeit an den Rollstuhl gefesselt sein.

Das Leben wurde komplett anders

Alles ist anders geworden für die Benkes. Es gibt keinen Urlaub, keine kleine Alltagsfreuden, nur noch Sorgen und Angst vor den nächsten Gesprächen mit den Ärzten. Peter Schmid vom Förderverein hilft, wo er kann. Er appelliert aber auch an mitfühlende Menschen: „Es ist ein schlimmer Fall, der deutlich macht, wie schnell man unverschuldet in Existenznöte kommen kann. Die Familie braucht wirklich Hilfe.“

Mit diesen kleinen Herzchen will Anna Lina ihren Eltern auch ein wenig Mut machen. Quelle: Matthias Wiemer

Anna Lina weiß um ihre Situation und das Leid der Eltern genau. Auch deshalb bastelt sie oft viele kleine Herzen für ihre Eltern. Darauf steht, wie lieb sie ihre Eltern hat und wie sehr ihr das alles leid tut. Die Benkes haben schon einen ganzen Karton davon.

Wer Familie Benke helfen möchte, wendet sich bitte an den Förderverein von Peter Schmid unter Telefon 04155/5668 oder www.rz-foerderverein.de

Matthias Wiemer

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