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Krebs: Notarzt braucht jetzt selbst Hilfe

Bad Oldesloe/Büchen Krebs: Notarzt braucht jetzt selbst Hilfe

Ein Mensch braucht Hilfe. Nichts Ungewöhnliches, doch in diesem Fall handelt es sich um einen Menschen, der in der Regel anderen selbst zu Hilfe eilt: Notarzt Dr. Thorsten Salamon (53) ist an Blutkrebs erkrankt, und seit einiger Zeit schon rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft an, die von Tag zu Tag größer wird.

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Thorsten Salamon – der Notarzt, der jetzt selbst durch eine seltene Leukämie-Variante in Lebensfehar geraten ist. Einer von 100 000 Menschen erkrankt an dieser Art.

Quelle: dpa

Bad Oldesloe. Inzwischen sind die ersten Spenden eingetroffen. Die Notarztbörse in Pogeez gab 5000 Euro, ein Notarzt aus der Schweiz spendete 1000 Euro, und noch einmal 1000 Euro steuerten Martin Röhrs aus Breitenfelde und sein Vorstandskollege Robert Krüger von der trittec AG bei. Das Geld wird dringend für die Typisierung gebraucht, die pro Person 40 Euro kostet.

Drei solcher Typisierungen sind geplant. Am 23. Januar in Hamburg Osdorf, am 30. Januar in Bad Oldesloe und am 31. Januar in der Wiesenkita in der Schulstraße in Büchen. Die Büchener Veranstaltung wird von Catharina Bethien in Zusammenarbeit mit dem DRK und der DKMS geplant. Die 34-jährige Krankenschwester aus Schwarzenbek gehört dem DRK-Ortsverein Büchen an und hat selbst bereits einmal Stammzellen gespendet und damit ein Menschenleben gerettet.

„Das war am 5. November 2012 in Dresden“, sagt Bethien. Der Empfänger sei ein vierfacher Familienvater aus den USA mit dem Namen Rodney. Den Namen und die persönlichen Daten habe sie allerdings, so ist es üblich, erst nach zwei Jahren erfahren und auch nur, wenn der Empfänger dies zulasse. Umgekehrt sei das genauso. „Ich habe für ihn einen Glücksbringer mitgegeben, von dem ich das Gegenstück bei mir zu Hause habe“, sagt Bethien. Zwei Jahre lang nach der Spende habe sie mit dem Empfänger per Post Kontakt gehabt, immer kontrolliert von der DKMS, damit keine persönlichen Daten weitergegeben werden konnten. Am 23. Dezember 2014 habe sie den Namen bekommen und am Heiligabend hätten sich beide via Facebook erstmals ein Frohes Weihnachtsfest gewünscht.

Sie habe sich typisieren lassen, nachdem ihr Ehemann bereits bei der Typisierung für „Malte“ in Elmenhorst (die LN berichteten) gewesen sei und schon vor ihr Stammzellen gespendet hatte. Auch ihr Schwager habe bereits gespendet und der Cousin ihres Mannes sogar schon zweimal. „Ich möchte allen Menschen Mut machen, sich typisieren zu lassen. „Stäbchen rein, Spender sein“ lautet das Motto der DKMS und so werden wir es in Büchen auch machen. Mit einem Wattestäbchen wird eine Speichelprobe entnommen. Das dauert wenige Sekunden und man muss noch einen Fragebogen ausfüllen, bei dem wir aber behilflich sind“, macht die Krankenschwester deutlich. Catharina Bethin freut sich, dass Landtagspräsident Klaus Schlie sowie Bürgermeister Uwe Möller und Bürgervorsteherin Heike Gronau-Schmidt die Schirmherrschaft übernommen haben. Alle drei werden an diesem Tag auch in der Wiesenkita vor Ort sein. „Das Landhaus Hartz aus Gudow hat Erbsensuppe spendiert, mein Mann will noch Kartoffelsuppe kochen und die Mitglieder unseres Ortsvereins wollen viele Kuchen backen. Den Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken werden wir ebenfalls für die Laborkosten zur Verfügung stellen“, sagt Bethien.

Kostspielige Untersuchungen

Über zwanzig Jahre flog Dr. Thorsten Salamon, Vater von vier Kindern, als Notarzt auf dem Rettungshubschrauber „Christoph Hansa“, rettete unzähligen Menschen das Leben. Auch in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg.

Nun steht es um ihn selbst nicht gut und er braucht dringend eine Stammzellenspende. Was allerdings auch gebraucht wird, sind Geldspenden, denn die Typisierung, die für jeden Teilnehmer kostenlos ist, kostet Geld.

Die Untersuchung in einem Labor ist aufwändig und teuer. Und so bitten die Veranstalter auch um Geldspenden. „Wir würden uns freuen, wenn wir mit unserem Aufruf auch die eine oder andere Firma auf uns aufmerksam machen könnten und die uns mit dem einen oder anderen stattlichen Betrag unterstützen würden”, so Organisatorin Catharina Bethien.

Mit dem Verkauf von Kaffee, Kuchen und selbstgebackenen Torten wollen die Veranstalter zusätzlich zu einem möglichst gut gefüllten Spendenkonto beitragen. Übrigens wird auch für die Belustigung der Kinder gesorgt, während die Eltern sich typisieren lassen.

Erstaunliche Welle der Hilfsbereitschaft

Die Kollegen des Notarztes Thorsten Salamon am Standort des „Christoph Hansa“ sind erstaunt über die Welle der Hilfsbereitschaft. „Wir würden uns freuen, wenn der Aufwand am Ende belohnt wird und ein Spender für den Doktor gefunden wird“, sagt Pilot Ekkehard Folkerts. Notarzt Dr. Markus Stuhr, der in diesen Tagen genau auf dem Platz sitzt, auf dem Torsten Salamon zu so vielen Einsätzen geflogen ist: „Ich finde es erstaunlich und absolut klasse, dass alle Kollegen hier, egal ob jung oder alt, ob neu im Team oder alte Hasen, sich so stark für diese Sache engagieren. Das ist phänomenal.“

Rettungsassistent Adam Möller aus Wentorf AS, der den erkrankten Notarzt schon seit vielen Jahren kennt und auch zum Team des Hubschraubers gehört: „Wir haben immer toll zusammengearbeitet. Und wir wünschen uns, dass das noch ein bisschen weiter geht. Ich habe die Hoffnung, dass wir einen Spender finden.“

jeb

Schlimmstenfalls nur noch Monate

An einer sehr seltenen Art von Leukämie ist Notarzt Thorsten Salamon erkrankt. Die Wirkung der Chemotherapie halte sich absolut in Grenzen. „Natürlich war ich schockiert, als ich gemeinsam mit einer Schwester als Erster das Blutbild gesehen habe“ erinnert sich der Mediziner. „Ich wusste sofort, dass da etwas nicht stimmt und was los war. Doch die genaue Bestätigung habe ich natürlich erst später von einem Fachkollegen erhalten.“ Etwa eine Person von 100000 erkrankt statistisch an Leukämie. „In meiner Heimat Bergedorf leben etwa 100000 Menschen und da bin ich halt der Depp, den es erwischt hat. Das kann man sich nicht aussuchen,” sagt Salamon. Zunächst seien ihm 12000 Gedanken durch den Kopf gegangen. Er müsse damit leben, dass er derzeit ein Hochrisikopatient sei und eine Lebenserwartung von einigen Monaten habe.

jeb

Jens Burmester

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