Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Kreis Schlusslicht bei Gewerbegründung
Lokales Lauenburg Kreis Schlusslicht bei Gewerbegründung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:19 18.03.2016
Das Möllner Gewerbegebiet am Vorkamp ist laut Bürgermeisters Jan Wiegels fast ausgebucht. Es fehlen neue Gewerbeflächen. Quelle: Schülermann

Der Kreis Herzogtum Lauenburg bildet im Hinblick auf die Gewerbeanmeldungen landesweit das Schlusslicht. Das Lauenburgische und der Kreis Plön hatten mit 0,9 Gründungen auf 1000 Einwohner die niedrigste Quote, Neumünster mit 2,3 die höchste. Bei den Gewerbe An- und Abmeldungen im Lauenburgischen zeigt sich laut Holger Lycke, Leiter des Statistikamtes Nord in Kiel, seit drei Jahren eine sinkende Tendenz. Im Jahr 2013 lag die Zahl der Anmeldungen noch bei 1893 (Abmeldungen: 1615). Bereits im Jahr 2014 sank die Zahl der Anmeldungen auf 1865, wobei sich parallel dazu die Zahl der Gewerbeabmeldungen im Vergleich zum Vorjahr kreisweit noch auf 1778 erhöhte. Deutlich weiter in den Keller rutschte die Zahl der Gründungen im Lauenburgischen im Jahr 2015. Das Statistikamt Nord zählt nur noch 1718 Anmeldungen bei 1712 Abmeldungen — ein Zahlenverhältnis, das rechnerisch nur zur Neugründung von sechs Gewerben in einem Kreis mit weit über 132 Gemeinden und Städten geführt hat.

Als Indikator spielt diese Entwicklung für uns eigentlich kaum eine Rolle.“Ulf Hahn, WFL-Chef

Frühere Gründungen

32 718 Gewerbeanmeldungen zählte das Landesamt für Statistik noch im Jahre 2010 — bei 25984 Abmeldungen. 1606 Gewerbeanmeldungen gab es 2011 im Kreis Herzogtum Lauenburg — der schlechteste Wert in den vergangenen Jahren. In jenem Jahr zählte das Land jedoch kreisweit auch nur 1312 Abmeldungen.

Landesweit ist dieser negative Trend ebenfalls zu verzeichnen. Die Gewerbeämter in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr 26 383 Gewerbeanmeldungen aufgenommen und damit vier Prozent weniger als 2014. Wie das Statistikamt Nord berichtete, entfielen davon 20 601 auf Neugründungen und davon 35 Prozent auf den Dienstleistungssektor. Besonders stark vertreten waren der Handel und die Reparatur von Autos sowie das Baugewerbe. Je 1000 Einwohner gab es in Schleswig-Holstein 1,3 Betriebsgründungen.  

„Wir nennen die Anzahl der Gewerbegründungen zwar in unseren Präsentationen — doch als Indikator spielt diese Entwicklung für uns eigentlich kaum eine Rolle“, erklärt Ulf Hahn, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFL) im Lauenburgischen. Es handele sich dabei oft um kleinere Gewerbe. Auf die Frage, ob sich aus dem Kontakt mit Existenzgründern auf den regelmäßig von der WFL angebotenen Seminaren Rückschlüsse auf den aktuellen Trend ziehen lassen, erklärt Hahn: „Wenn die Situation auf dem Arbeitsmarkt gut ist, dann ist die Motivation möglicherweise nicht so groß, in die Selbstständigkeit zu wechseln“. Auch in der Stadt Mölln sinkt die Zahl der Gewerbeanmeldungen laut Ordnungsamtsleiter Torsten Wendland, wenn auch sehr gering, seit drei Jahren. Von 157 Anmeldungen im Jahr 2013 (180 Abmeldungen), über 147 (229) Anmeldungen in 2014 auf lediglich 142 Anmeldungen (Abmeldungen: 202) im Jahr 2015. Besonders bitter: In Mölln meldeten sich parallel dazu meist mehr Betriebe ab.

Die Bemühungen der Stadt, Gewerbe anzusiedeln stoßen an Grenzen: „Freie Gewerbeflächen stehen in Mölln leider kaum noch zur Verfügung“, berichtet Bürgermeister Jan Wiegels. Neue und größere Gewerbegebiete zu erschließen, sei kaum möglich, außer man würde Wald roden oder Kleingartenflächen hierfür umwandeln wollen, was ohne Weiteres nicht möglich sei. Deshalb gehe es vor allem um die Nachverdichtung der bestehenden Gewerbeflächen und eine sinnvolle Nutzung der bisher nicht mehr oder nur unvollständig genutzten Gewerbeflächen. Darum kümmert sich verstärkt Monika Siegel, die innerhalb der Stadtverwaltung für City- und Standortmarketing zuständig ist. Wiegels: „Wir versuchen, die bestehenden Betriebe zu hegen und zu pflegen und uns um sinnvolle Nachfolgeregelungen zu kümmern.

Besser sieht es mit den Gewerbeflächen in Ratzeburg aus. Laut Mark Sauer, Sprecher der Stadt Ratzeburg, zeigt sich die Entwicklung in der Inselstadt nicht ähnlich schlecht wie kreisweit. 2013 lag die Zahl der Anmeldungen in der Stadt bei 122 (93 Abmeldungen), im Jahr 2014 stieg sie leicht auf 95 (94 Abmeldungen) und im Jahr 2015 nahm sie mit 108 Anmeldungen bei nur 86 Abmeldungen einen positiven Verlauf.

Sauer kann auch auf eine bessere Situation im Hinblick auf Gewerbeflächen blicken. Er verweist auf die Anstrengungen der Verwaltung und der Stadtvertreter, das neue Gewerbegebiet „Neuvorwerk“ zu gründen. Dort werden rund 14 Hektar Gewerbegebietsflächen ausgewiesen. „Wie viele Gewerbe sich dort ansiedeln werden, kann man nicht vorhersagen, da dies auch sehr abhängig ist von der Größe der Betriebe“, erklärte Sauer. Es gebe aber schon zahlreiche Anfragen. Die Planung liegt bei der Landgesellschaft Schleswig-Holstein.

Von Florian Grombein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit rund sechs Monaten ist es möglich, mit der Kfz-Zulassungsbehörde und der Führerscheinbehörde der Kreisverwaltung in Elmenhorst-Lanken Termine zu vereinbaren, um längere Wartezeiten zu vermeiden.

18.03.2016

Ehemalige treffen sich nach 60 Jahren in Ratzeburg.

18.03.2016

Knapp 50 Aussteller präsentieren ihr freiwilliges Engagement morgen ab 10 Uhr in der Lauenburger Albinus-Gemeinschaftsschule auf der einzigen Messe im Kreis.

18.03.2016
Anzeige