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Lauenburg Kreis hat Probleme, Asylbewerber unterzubringen
Lokales Lauenburg Kreis hat Probleme, Asylbewerber unterzubringen
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22:28 30.10.2013
„Wir wissen genau, dass auf unseren Kreis viel zukommt.“ Gitta Neemann-Güntner
Ratzeburg

Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat wachsende Probleme, die immer zahlreicher zu uns kommenden Asylbewerber angemessen unterzubringen und zu betreuen. Deshalb gibt es Überlegungen, eine neue Gemeinschaftsunterkunft einzurichten. Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlinge in den kommenden Wintermonaten noch erheblich zunimmt.

Nach der jüngsten Sitzung des Kreissozialausschusses am Dienstagabend in Ratzeburg sprach die Vorsitzende Gitta Neemann-Güntner (SPD) von einer „dramatischen Situation“. Weiter sagte sie: „Wir wissen ganz genau, dass auf unseren Kreis sehr viel zukommt.“ Verwaltungsmitarbeiter Karsten Fries hatte den Ausschussmitgliedern von den wachsenden Asylbewerberzahlen berichtet. Die Situation stelle den Kreis vor große Herausforderungen. Die Aufnahmefähigkeit der einzig verbliebenen Gemeinschaftsunterkunft in Gudow mit ihren 45 Plätzen sei voll ausgelastet. 2009 habe die Zahl der Asylbewerber bei 317 gelegen, am 30. Juni dieses Jahres sei sie bei 479 angekommen.

Weil Neuankömmlinge in Gudow nicht mehr untergebracht werden können, müssen sie direkt an die Städte und Ämter verteilt werden. Bisher war laut Kreisverwaltung die Anmietung von Wohnungen „überwiegend noch möglich“. Aber: „Nicht mehr jeder Vermieter ist bereit, Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, berichtete Karsten Fries. Das sei dann der Fall, wenn die Menschen für einen Zeitraum unter sechs Monaten untergebracht werden müssten: „Zuletzt waren etliche tschetschenische Familien mit Ersteinreiseland Polen unterzubringen, die bereits nach kurzer Zeit zurück nach Polen verwiesen worden sind beziehungsweise in ihr Heimatland ausreisten“, hieß es in der Vorlage für die Ausschussberatungen.

Laufend überbelegt sei auch die zentrale Landesunterkunft in Neumünster. Bisher würden vom Land regelmäßig mindestens einmal wöchentlich neue Asylbewerber von dort dem Kreis Herzogtum Lauenburg zugewiesen. Das Land strebe an, diese Zuweisungen auf zweimal in der Woche zu erhöhen. Der seit dem vergangenen Jahr wachsende Betreuungsaufwand für Asylsuchende kann mit der dafür beim Kreis vorhandenen einen Personalstelle nach Einschätzung der Verwaltung nicht mehr geleistet werden. Deshalb gibt es bereits einen Antrag für den Stellenplan 2014, eine auf zwei Jahre befristete zusätzliche Stelle einzurichten.

Die Ausschussmitglieder verständigten sich darauf, sich mit der Frage nach dem weiteren Vorgehen zunächst in den Fraktionen zu beschäftigen. Damit wurde der Verwaltungsvorschlag für „vorbereitende Planungen“ zur Einrichtung einer zusätzlichen Gemeinschaftsunterkunft am Dienstagabend nicht beschlossen.

Martin Stein

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