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Kreis schließt illegalen Schießstand

Ratzeburg Kreis schließt illegalen Schießstand

Die Baugenehmigung für die Einrichtung wurde vor 35 Jahren abgelehnt. Doch das störte die Sportler nicht - die Polizisten schossen in ihrer Freizeit trotzdem.

Anfang der 80 Jahre hat der Jagd- und Schießsportclub Ratzeburg am Hundebusch trotz verweigerter Baugenehmigung den Trap-Schießstand gebaut. Jetzt lässt der Kreis ihn zwangsschließen.

Quelle: Holger Marohn

Ratzeburg. Ratzeburger Bundespolizisten haben jahrzehntelang in ihrer Freizeit mit anderen Sportschützen illegal einen Schießstand betrieben – ermöglicht offenbar durch kollektives Wegschauen der Behörden und wohlgesonnene Gutachter. Doch jetzt greift der Kreis durch. Er hat die Nutzung des nie genehmigten Trap-Schießstandes für Tontauben bei Ratzeburg mit sofortiger Wirkung untersagt.

„Für die Trap-Anlage wurde 1981 ein Bauantrag gestellt. Eine Genehmigung konnte aus naturschutzfachlichen Gründen nicht erteilt werden“, heißt es vom Kreis. Gleich mehrfach sei der Antrag abgelehnt worden. Lediglich für das sogenannte „Hochhaus“ und das „Niederhaus“ der Skeetanlage im Hundebusch sei in den 1970er Jahren durch die damals zuständige Bauaufsichtsbehörde eine Genehmigung erteilt worden, heißt es. In einem Schreiben des Ordnungsamtes des Kreises sei dem Verein empfohlen worden, den Antrag zurückzunehmen.

Doch statt die Entscheidung zu akzeptieren, bauten die Bundesgrenzschützer mit anderen Vereinsmitgliedern den Schießstand neben der bestehenden Skeetanlage einfach trotzdem. Platz dafür war auf dem vom Bundesgrenzschutz gepachteten Gelände ausreichend vorhanden. Und während der Kreis jahrzehntelang trotz Anwohnerbeschwerden nicht weiter nachhakte, verschossen die Sportschützen munter tonnenweise Bleischrot. In einer Vorlage der Kreisverwaltung für eine Sitzung des Betriebsausschusses heißt es noch im September trotz fehlender Baugenehmigung sogar: „Ein Widerruf des Mitbenutzungsrechtes seitens der Verwaltung ist bislang nicht erfolgt, da kein rechtlich zwingender Grund vorliegt.“

Bei der Bundespolizei in Ratzeburg, in Form des Vorgängers Bundesgrenzschutz bis 2008 Eigentümer der Fläche, will man sich nicht zu den Vorgängen äußern und verweist in Sachen Historie auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die BImA will sich offiziell nicht äußern und verweist aufgrund der Historie zurück zur Bundespolizei.

„Die Anlage ist regelmäßig von einem Gutachter des Vereins überprüft worden“, sagt Landrat Dr. Christoph Mager, seit gut einem Jahr im Amt. Die Bauaufsicht des Kreises habe das dann nicht weiter kontrolliert. „Mich persönlich verwundert schon, dass dort unabhängig von der fehlenen Baugenehmigung einfach seit Jahrzehnten auf ein Feld geschossen wird, obwohl es nicht einmal ein Flatterband als Absperrung gibt, geschweige denn ein Warnschild“, sagt Landrat Mager.

Bewegung in die Sache kam erstmals vor elf Jahren, nachdem das einstige Landesamt für Natur und Umwelt alle Schießplätze im Land überprüfte und dabei für den Hundebusch vor der Bleibelastung durch die Munition warnte. In einem öffentlich rechtlichen Vertrag vereinbarten Kreis und Schießsportclub, dass der Verein das Problem innerhalb von zehn Jahren löst. Passiert ist bis jetzt allerdings nichts. „Keine Zeit gehabt“ heißt es vom Verein.

Inzwischen hat der Kreis allerdings ein Druckmittel. Weil die einstige BGS-Fläche 2008 von der (BImA) übernommen worden war und diese sie loswerden wollte, konnten die Kreisforsten im vergangenen Jahr von einem Rückkaufrecht Gebrauch machen.

Im Rahmen seiner hoheitlichen Aufgaben hat der Kreis bereits angekündigt, dass Bleischrot, Patronen- und Wurftaubenreste Abfall seien und man erwarte, dass der Verein den Boden in den kommenden ein bis zwei Jahren entferne – unabhängig davon, dass der Schießbetrieb auf der Trap-Anlage eingestellt werden muss.

Holger Marohn

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Den Schuss nicht gehört" unseres Autoren.

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