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Lauenburg Kreis und Land streiten weiter um Ausbau der Bahnstrecke
Lokales Lauenburg Kreis und Land streiten weiter um Ausbau der Bahnstrecke
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09:58 02.02.2016
Bei einem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Büchen-Lübeck müssten auch die Brücken und Tunnel – wie hier der so genannte „Lübecker Tunnel“ an der Kreissparkasse und in Sichtweise des Amtsgebäudes – für zwei parallele Gleise ausgebaut werden. Das würde Einfluss auf die Pläne der Gemeinde für den Bereich des ehemaligen Rangiergeländes an der Ladestraße haben. Quelle: Holger Marohn

Die Landesregierung behindert die Planungen der Gemeinde Büchen mit einem „Phantomprojekt“: Das wirft der CDU-Bundestagsabgeordnete und Chef der Unionsfraktion im lauenburgischen Kreistag, Norbert Brackmann, dem Kieler Verkehrsminister vor. Dieses Phantom ist der Ausbau der Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg. Offiziell begründet die rot-grün-blaue Landesregierung ihr Projekt als „alternative Anbindung für die Feste Fehmarnbeltquerung“.

Denn das Ministerium von Reinhard Meyer (SPD) hat zum immer noch nicht veröffentlichten Entwurf des Bundesverkehrswegeplan 2015 den „stufenweisen Ausbau der Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg angemeldet.

Dazu gehört die Elektrifizierung, ein zweites Gleis, die Ertüchtigung für Geschwindigkeiten bis zu Tempo 140 und ein „Überwerfungsbauwerk“ in Büchen, wie Brücken und Tunnel im Amtsdeutsch genannt werden, mit der diese Strecke die Linie Hamburg-Berlin höhenfrei quert. Untermauert hat das Ministerium seinen Plan kürzlich auch noch in Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan und Bebauungsplan für die Umnutzug des ehemaligen Rangiergeländes am Büchener Bahnhof — und damit für erneute Unruhe in der Region gesorgt.

Anlass für Landrat Dr. Christoph Mager (CDU), vor wenigen Wochen im Ministerium um Aufklärung zu bitten. „Diese Nachricht ruft doch ein recht großes Erstaunen in meinem Hause hervor, da ein solcher Ausbau weder im Nahverkehrsplan des Landes vorgesehen ist, noch bei unserem Termin am 21. Dezember in Büchen erläutert wurde“, heißt es in Magers Schreiben. Vielmehr sei damals deutlich gemacht worden, dass ein Ausbau dieser Strecke schon angesichts der Investitionskosten etwa in Zusammenhang mit der dann notwendigen neuen Elbquerung unrealistisch sei.

In seiner gestern beim Kreis eingegangen Antwort bleibt das Kieler Verkehrsministerium vage und verweist auf die Bewertung im vor der Veröffentlichung stehenden Bundesverkehrswegeplan. Der Bundestagsabgeordnete Brackmann, in Berlin als Berichterstatter für den Verkehrsetat wesentlich mitverantwortlich, wird deutlicher: „Es gibt keine Chance, dass der Bund an dieses Projekt herangeht“, betont Brackmann in einem Pressegespräch in Mölln. Trotzdem werde Büchen in seinen Bauplanungen behindert durch die Einwände des Landes.

„Die Landesplanung will offenbar gegen den Bund die Zweigleisigkeit der Strecke durchsetzen“, sagt Brackmann. Dabei habe sich das Bundesverkehrsministerium schon klar positioniert und bevorzuge den Ausbau und die Elektrifizierung der ebenfalls eingleisigen Strecke von Lübeck über Bad Kleinen nach Schwerin und dann weiter nach Süden. Die Forderung einer reinen Elektrifizierung des vorhanden Gleises von den Kommunen oder dem Kreis wäre aus Brackmanns Sicht „Selbstmord“. „Damit wäre der Weg für Güterzüge frei“, so Brackmann. Und für einen Erhalt als Personenverkehrsstrecke sei diese auch künftig nicht erforderlich.

Fahrgastverband für Elektrifizierung
Aus Sicht des Personenverkehrs würde der Fahrgastverband Pro Bahn eine Elektrifizierung der Bahnstrecke Büchen-Lübeck begrüßen.
Elektrisch betriebene Züge seien deutlich leiser, etwas schneller und würden besser beschleunigen, sagt Sprecher Karl-Peter Naumann. Damit könnten Verspätungen einfacher aufgeholt und die Zugverbindungen verlässlicher werden.
In der Vergangenheit seien vergleichbare Strecken durchaus erfolgreich elektrifiziert worden, sagt Naumann. Ein Beispiel, wenn auch von der Streckenlänge etwas kürzer sei die Verbindung München-Dachau.
Eine Elektrifizierung der weiteren Strecke Lübeck-Kiel hätte dann zur Folge, dass Züge vom Knotenpunkt Büchen sehr viel einfacher bis in die Landeshauptstadt durchfahren könnten.

Hanno Hannes und Holger Marohn

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