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Lauenburg Kreis wappnet sich für Afrikanische Schweinepest
Lokales Lauenburg Kreis wappnet sich für Afrikanische Schweinepest
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20:47 30.05.2018
Ratzeburg

„Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest kann bei uns im Kreis jederzeit passieren. Das kann in den nächsten Tagen oder erst in zwei oder drei Jahren sein“, sagte Landrat Dr. Christoph Mager.

„Ein Ausbruch der Schweine- pest kann bei uns jederzeit passieren. Christoph Mager, Landrat

Daher sei es erforderlich, möglichst schnell entsprechend vorbereitet zu sein. Nachdem nun ein Vorsorgekonzept des Landes vorliege, müsse der Kreis dieses auch schnellstens umsetzen. Neben einer Motivation der Jäger zu einem verstärkten Abschuss von Schwarzwild durch unter anderem einen Verzicht auf die Gebühren für die vorgeschriebene Trichinenschau für zwei Jahre sowie Prämien für Fund und Beprobung von Fallwild sollen auch seuchenschutzgerechte Sammelstellen mit Kühl-Containern und Aufbruchcontainern eingerichtet werden.

Während das Land die Container bereitstellen wird, müssen die Kreise Sammelplätze einrichten. Die befestigten Plätze bräuchten neben einem Stromanschluss auch Auffangeinrichtungen für das möglicherweise verseuchte Abwasser. Der erste von drei dieser Sammelplätze soll schon in den nächsten Wochen auf dem kreiseigenen Forstgelände in Farchau entstehen, ein weiterer dann an der Revierförsterei in Grünhof. Ein dritter könnte möglicherweise im Raum Steinhorst eingerichtet werden. Die Gesamt-Kosten werden auf rund 200000 Euro geschätzt.

Auf den Plätzen werden die Sammelcontainer und Aufbruchcontainer aufgestellt. Noch im Juni soll dann eine erste Seuchenschutzübung auf dem dann fertiggestellten Platz in Farchau stattfinden. Für den Seuchenfall wird außerdem die Beschaffung mobiler Kühlanhänger zur dezentralen Aufnahme von Fallwild überlegt. Im Falle des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest muss ein Containerstandort immer im Sperrgebiet liegen. Zunächst soll einer der rund 50000 Euro teuren Aufbruchcontainer gekauft werden, im Seuchenfall müssten kurzfristig zwei weitere beschafft werden.

Hauptproblem der Afrikanischen Schweinepest laut Landrat Mager sei weniger die Ausbreitung durch die Wildschweine selbst, sondern die durch verseuchte Lebensmittel, die beispielsweise Fernfahrer aus Osteuropa mitbringen und hier wegwerfen. In der Landschaft verteilt beispielsweise über Vögel, könnten diese dann auch von Wildschweinen aufgenommen werden.

Ein Impfstoff gegen die Schweinepest, mit dem die Hausschweinbestände geschützt werden könnten, sei frühestens in vier bis fünf Jahren zu erwarten, sagte Mager.

Immer größere Ausbreitung in Osteuropa

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus (Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien und Tschechien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan). Ungarn zählt mittlerweile ebenfalls dazu. Vielfach sind auch Hausschweinebestände von der ASP betroffen. Auf Sardinien kommt die ASP bereits seit Jahrzehnten vor.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hat es in 2018 in Osteuropa und dem Baltikum bislang (Stand 22. Mai) 2761

Ausbrüche der ASP bei Wildschweinen und 42 bei Hausschweinen gegeben. Im Vorjahr waren es 3892 bei Wildschweinen, 248 bei Hausschweinen.

Das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material wird vom FLI als hoch eingeschätzt. Das Risiko des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge oder Personen wird im Sinne eines „worst case scenario“ als hoch bewertet. Das Risiko einer Einschleppung durch den Jagdtourismus und das Mitbringen von Jagdtrophäen aus betroffenen Regionen wird als mäßig eingeschätzt. Das Risiko eines Eintrags der ASP durch direkten Kontakt zwischen infizierten Wildschweinen wird ebenfalls als mäßig beurteilt.

Holger Marohn

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