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Kreisjugendring kämpft mit unklarer Buchführung

Mölln Kreisjugendring kämpft mit unklarer Buchführung

Die diesjährige Vollversammlung hatte der Vorstand um zwei Monate verschieben müssen. Grund war die Aufarbeitung von Unstimmigkeiten in der Buchführung: 50 000 Euro waren nicht ordnungsgemäß verbucht worden.

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Delegierte und Gäste bei der Vollversammlung des KJR.

Mölln. Arne Strickroth übernahm im Juni 2015 die Geschäftsführung und berichtete der diesjährigen Vollversammlung von Buchungen, die „teilweise nicht nachvollziehbar“ waren. In die letzten zehn Kassenjahre hätte er sich eingearbeitet und es schiene ihm, als hätten sich Fehlbuchungen über viele Jahre aufsummiert.

 

LN-Bild

KJR-Urgestein: Ehrenvorsitzender Horst Diestel.

Quelle:

Für unsere Transparenz kann ich guten Gewissens die Hand ins Feuer legen.“Arne Strickroth, neuer Geschäftsführer des Kreisjugendringes

Auf Nachfrage aus der Versammlung der 35 erschienenen Delegierten würde es sich um einen Betrag von etwa 50000 Euro handeln, die nicht ordnungsgemäß verbucht seien. Allerdings wären, so betonten Strickroth und der erste (Vereins-) Vorsitzende des Kreisjugendringes (KJR) Jens Pechel, in allen Jahren die öffentlichen Gelder ordnungsgemäß verwendet worden.

In Anwesenheit von unter anderem Landtagspräsident Klaus Schlie, der auch als Präsident des Vorstandes der Stiftung Herzogtum Lauenburg Grußworte entrichtete, Kreispräsident Meinhard Füllner, Landrat Dr. Christoph Mager und Möllns Bürgermeister Jan Wiegels erläuterte Arne Strickroth den Maßnahmenkatalog des KJR zur Aufarbeitung der Unstimmigkeiten zumindest aus den vergangenen zwei Geschäftsjahren. Demnach wurden im Sinne eines offenen Umgangs und der Transparenz die Kreisverwaltung und die Kreistagsfraktionen umgehend informiert. Weiterhin wurde ein externer Steuerberater hinzugezogen, der nicht nur bei der Aufbereitung der letzten zwei Jahre, sondern auch bei der Neuaufstellung der Buchführung weiterhin mitwirkt. Jan Dittmann aus Ratzeburg hat diese Aufgabe übernommen. Im Gespräch mit den LN erläuterte Dittmann, dass er einen neuen Kontenrahmenplan für den KJR erstellt hat und die Jahre 2014/15 komplett neu gebucht wurden. Letztlich seien, nach Dittmanns Worten, etwa 4000 Euro Barausgaben nicht nachvollziehbar, da hier die Belege fehlen würden. Geschäftsführer Arne Strickroth erklärte der Versammlung, dass nun ein Kassenbuch mit monatlicher Prüfung eingeführt wurde und für den Fehlbetrag geprüft werde, ob eine Versicherung greifen könne.

Den Mitgliedern sei bereits ein korrigierter Kassenbericht für die vergangenen zwei Jahre vorgelegt worden. Strickroth betonte, dass ab sofort bei der Kassenprüfung neu vorgegangen werde und der Kreisjugendring geschäftsfähig ist. „Für unsere Transparenz kann ich guten Gewissens die Hand ins Feuer legen“, so Strickroth.

Nach dem Bericht der Kassenprüfung wurde der Versammlung die Entlastung des bisherigen Vorstandes empfohlen. Diese erfolgte für die Jahre 2014/15 einstimmig, für das Jahr 2014 enthielten sich sieben Delegierte der Stimme. Satzungsgemäß mussten einige Positionen im Vorstand nach jeweils zwei Jahren Amtszeit neu gewählt werden. Alle bisherigen Inhaber stellten sich zur Wiederwahl, Vorschläge aus der Versammlung gab es nicht. Wiedergewählt wurden 1. Vorsitzender Jens Pechel, 1. Beisitzerin Jennifer Siemers, 3. Beisitzer Malte Allrich, 5. Beisitzerin Anne-Kathrin Redder.

Vorsitzender Jens Pechel wandte sich an die Vertreter von Politik und Verwaltung und dankte für die gute Zusammenarbeit. Pechel sprach aber auch die aktuelle Förderquote von 2,71 Prozent an. Nach seinen Worten laute die Empfehlung der Förderquote für die präventive Jugendarbeit, einem Rechtsgutachten von Prof. Dr. Reinhard Wiesner folgend, bei fünf bis zehn Prozent.

Fraglich bleibt nach dem Abend, ob für den Kassenfehlbetrag tatsächlich eine Versicherung greift, da der bisherige Vorstand durch die Versammlung entlastet wurde.

Landrat Mager erklärte, dass aktuell ein Betrag von 262700 Euro jährlich durch den Kreis zur Verfügung stehe.

 Thomas Biller

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