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Lauenburg Kriminelles Duo knackt reihenweise Autos auf
Lokales Lauenburg Kriminelles Duo knackt reihenweise Autos auf
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20:18 19.05.2016

Sie schlendern durch die Gegend, als seien sie gerade beim Stadtbummel oder auf Einkaufstour. Nur sind sie morgens früh um 4.01 Uhr unterwegs, zudem auch noch auf einem privaten Grundstück, wo es eigentlich nichts zu sehen gibt. Und in ihren Rucksäcken haben sie keine Einkäufe, sondern Navigationssysteme und Airbags sowie anderes Diebesgut aus aufgebrochenen Autos. Eine private Überwachungskamera hat die Männer gefilmt, die am Pfingstmontag im Geesthachter Neubaugebiet Finkenweg-Ost reihenweise Autos aufgebrochen hatten. Sie richteten einen Schaden in Höhe von mehreren zehntausend Euro an.

Eine private Überwachungskamera filmte diese beiden Männer, die in Geesthachts reihenweise Autos aufgebrochen hatten. Quelle: Timo Jann

„Langsam fühlt man sich echt nicht mehr sicher hier“, sagt Björn Schmidt aus dem Johannes-Krause-Ring. Er hat die beiden Männern auf seinem Grundstück mit einer automatischen Kamera, die aussieht wie ein Bewegungsmelder, anscheinend unbemerkt von den Kriminellen gefilmt. „Es ist schon beängstigend, wenn das eigene Reich vor solchen Leuten nicht mehr sicher ist“, sagt der Familienvater. Er rüstet jetzt weiter auf, stattet das Einfamilienhaus mit einer Alarmanlage aus. Denn zwei Wochen vor den Autoaufbrüchen hatte es gleich mehrere Einbrüche in Häuser in der Neubausiedlung gegeben.

In einem der Fälle wurde nachts ein Anwohner des Helga-Weiße-Weges wach. Er hatte etwas scheppern gehört. Als er nachschaute, stand er im Flur einem Unbekannten gegenüber. Der hatte die Haustür aufgebrochen und sie dann beim Öffnen gegen ein Treppengitter zum Schutz der Kinder gestoßen. Dieses Geräusch ließ den Bewohner aufschrecken. Der Einbrecher flüchtete und war verschwunden, ehe die Polizei an der abgelegenen Einsatzstelle war.

Die Lage des Neubaugebietes ganz am Stadtrand mit nur einer langen Zufahrt bietet den Kriminellen anscheinend perfekte Möglichkeiten. „Da steht sicher einer Schmiere und lauscht, ob ein Auto kommt, während der andere den Beutezug begeht“, meint ein Anwohner. „Die Polizei müsste hier bei den vielen Taten in so einem überschaubaren Gebiet und innerhalb kurzer Zeit mal einen Sondereinsatz starten“, sagt er.

„Wir haben das im Blick“, versichert Geesthachts Kripochef Joachim Böhm. „Wir tun, was wir können, aber wir können natürlich unsere Taktik nicht verraten“, so Böhm. Er gibt allerdings zu, dass die Taten zu dieser „hellen“ Jahreszeit schon überrascht hätten. Eigentlich kenne man solche Diebeszüge nur aus den dunklen Wintermonaten. „Es ist wie mit Heuschrecken. Die Diebe fallen über ein Gebiet her, plündern und hauen ab. Manchmal kommen sie dann nach einigen Wochen wieder“, erklärt Böhm.

Die Polizei rät, bei verdächtigen Beobachtungen sofort über den Notruf 110 die Polizei anzufordern. „Unser wichtigster Helfer ist der Bürger. Lieber kommen wir einmal zu viel, statt die Info über Auffälligkeiten gar nicht zu bekommen“, sagt Böhm.

Bei den Betroffenen geht derweil die Angst um. Nicht nur, dass sie mit der Reparatur der Schäden ansitzen und sich in ihren vier Wänden nicht mehr sicher fühlen; sie fürchten auch, dass die Täter in immer kürzeren Abständen zuschlagen. „Wenn ich jetzt das Haus verlasse, schaue ich immer erstmal in allen Ecken nach, ob da jemand ist“, erklärt Schmidt.

Hinweise zu den beiden Männern von dem Überwachungsbild nimmt die Polizei unter Telefon 04152/800 30 entgegen.

Premiumautos im Fokus

Auch in Schwarzenbek sind sechs Autos in der Nacht zu Mittwoch aufgebrochen worden. Betroffen waren BMW-, Audi-, VW- und Mercedesfahrzeuge in der Albert-Schweitzer-Allee, Bertha-von-Suttner-Straße, Henri-Dunant-Straße und Im Stange. Wie in Geesthacht wurden auch hier Navigationssysteme und Airbags ausgebaut. Die Teile werden oft in Unfallwagen im Ausland wieder eingebaut, so die Polizei. Der entstandene Sachschaden sowie der Wert des Stehlgutes stehen noch nicht fest. tja

Timo Jann

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