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Lauenburg Kritik an überhöhten Gebühren bei Möllner Messe
Lokales Lauenburg Kritik an überhöhten Gebühren bei Möllner Messe
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18:00 19.03.2019
Rainer Jürss kennt keinen Einzelhändler, der auf der Verbrauchermesse Regiotrend ausstellt. "Die Standpreise für die Aussteller liegen in Mölln im Schnitt 200 - 500 Prozent über den Preisen von Schwarzenbek, Büchen und Ratzeburg", sagt der 68-Jährige. Quelle: Grombein
Mölln

Die Standgebühren auf der Möllner Messe Regiotrend sind um ein Vielfaches teurer, als auf den Messen in Schwarzenbek, Büchen und Ratzeburg, moniert der Einzelhändler und frühere Veranstalter der Verbrauchermesse in Ratzeburg, Rainer Jürss. Das halte ihn und andere Einzelhändler davon ab, sich bei der Regiotrend anzumelden. Doch was sagt das Tourismus- und Stadtmarketing Mölln dazu?

„Das Citymarketing verstößt bei der Messe Regiotrend vehement gegen die Interessen der allermeisten Einzelhändler in Mölln“, sagt Jürss. Das Engagement der Citymanagerin Monika Siegel sei bei der Organisation der verkaufsoffenen Sonntage außerordentlich lobenswert. Doch obwohl seine Boutique Trendmen in der Hauptstraße liegt, kenne er keinen einzigen Händler, der sich einen Stand auf der Möllner Messe vom 10. bis 12. Mai gesichert habe. Er hat dafür eine einfache Erklärung: Die Standmiete sei viel teurer als in Nachbarstädten. Er selbst stellt regelmäßig in Schwarzenbek und Büchen aus. Mölln findet er zu teuer. Auch der Standort im Kurpark gefällt ihm nicht so gut wie damals am Schulberg, wo die Infrastruktur besser sei.

Ziel schwarze Null

Das Tourismus- und Stadtmarketingist laut Buchholz angehalten, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Messe zu organisieren, welche zumindest mit einer schwarzen Null abschließen soll. „Dies haben wir bei der letzten Messe im Jahr 2017 geschafft und wollen auch in diesem Jahr das Ziel wieder erreichen.“

Sein Team und er steckten viel Aufwand, Mühe und Herzblut in die Organisation der Veranstaltungen. So gibt es in diesem Jahr auch wieder einige Neuerungen bei der Messe, so etwa eine veränderte Ausstellungsfläche, die kostenlose Vereinspräsentation am Sonnabend oder etwa den Tag der Ausbildung am Freitag.

zur Regiotrend unter www.moelln-tourismus.de/e-regiotrend

Jürss: „Finanzstarke Unternehmen füllen Gros der Fläche“

70 Euro pro Quadratmeter im Hauptzelt und 30 Euro pro Quadratmeter auf der Freifläche zahlen Aussteller in Mölln. Zum Vergleich: Büchen 2017: 9,50 bis höchstens 18,75 Euro je nach Lage, Ratzeburg 2018: Halle: 32 Euro, Zelt 28 Euro und Schwarzenbek 2018: 20 Euro pauschal. Die Standpreise für die Aussteller sind in Mölln also bis zu dreimal so teuer wie in Schwarzenbek, Büchen und Ratzeburg. 2017 habe es seiner Ansicht nach in Mölln deshalb nur ganz vereinzelten Beteiligungen von Möllner Einzelhändlern mit kleinen Ständen gegeben. Nur große finanzstarke Unternehmen entweder von außerhalb oder mit überregionaler Bedeutung hätten das Gros der Ausstellungsfläche besetzt, sagt Jürss.

Wenige Einzelhändler aus der Innenstadt vertreten

Von 43 bislang auf der Homepage der Stadt verzeichneten Teilnehmer für 2019 sind tatsächlich nur drei Händler aus der Innenstadt vertreten: Das Reformhaus Waldorf, Hörgeräte Betz und das Reisebüro „Haus der Reise“. Kleinere Betriebe des Handwerks sind immerhin vier dabei. Es finden sich mehr größere Geschäft und Ketten. Ein Baustoffhandel, ein Autohaus, Kliniken, Kreditinstitute, ein großer Caterer, Versicherungen, Energieversorger und mehrere Immobilienmakler. Doch die Anmeldephase läuft auch noch. Jedoch hört man von anderen Einzelhändler ebenfalls Kritik, wie Jürss sie äußert. „Die Preise in Mölln sind Wahnsinn“, erklärt eine Händlerin aus der Innenstadt, die namentlich nicht genannt werden will, weil das City-Marketing ansonsten sehr gute Arbeit leiste. Möllner Handwerker sieht man in der Liste der Aussteller ebenfalls nicht gerade viele: Einen Fachmann für Insektenschutz aus Trittau, einen Dachdecker aus Pasewalk, ein Innenausstatter, ein Sanitärspezialist aus Mölln und einen Möllner Landschaftsgärtner. „Ich habe meine Kundschaft bereits. Mir bringt die Teilnahme an der Messe nichts“, sagt zum Beispiel der Möllner Tischler Dirk Dieck auf Nachfrage am Telefon. Das habe er vor Jahren bei der Teilnahme an der Möllner Schau für sich entschieden.

Auch neue günstigste Möllner Preiskategorie teurer als andernorts

Jochen Buchholz, Leiter des Tourismus- und Stadtmarketings widerspricht: „Die Kritik aus dem Jahr 2017 haben wir aufgenommen und uns entschieden eine weitere Preiskategorie einzufügen“, sagt Buchholz. Die Quadratmeter-Preise bewegten sich im Bereich von 30 Euro auf der Freifläche bis 70 Euro im vollausgestatteten Zelt, welches bereits bis auf zwei Standflächen komplett ausgebucht sei. „Wenn wir das ganze einmal auf eine Standfläche von 6 Quadratmetern berechnen, liegen wir im Messezelt für das Wochenende bei 420 Euro, auf der Freifläche würde die gleiche Standgröße 180 Euro kosten“, rechnet Buchholz vor. Die Präsentationszeit der Messe betrage 17 Stunden und der Eintrag ins Ausstellerverzeichnis sei inklusive.

Stadtmarketing möchte Anbieter mit Trendprodukten gewinnen

Überdies sei der Eintritt zur Messe frei und ein Rahmenprogramm inkludiert. Eingetragene Vereine könnten sich auf der Messe am Sonnabend in der Zeit von 11 bis 18 Uhr sogar kostenlos präsentieren. Wie der Name der Messe vermuten lässt, gehe es um Trends, Trendprodukte und Zukunftsthemen. Dabei werden nicht nur Unternehmen aus der Mölln angesprochen, sondern wir haben den Kreis bewusst erweitert, sagt Buchholz. Im Jahr 2017 hätten sich 9 Einzelhändler aus Mölln angemeldet, 2019 lägen aktuelle sieben bestätigte Verträge vom Einzelhandel vor.

Florian Grombein

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