Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Krümmel-Schutt wird zum Problem
Lokales Lauenburg Krümmel-Schutt wird zum Problem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:14 18.11.2016

. 540000 Tonnen – so hoch schätzt Vattenfall das Gewicht aller für das Atomkraftwerk Krümmel (AKW) verbauten Materialien. Der Verbleib des schwach- und mittelradioaktiven Abfalls (SMA) im zweiten Zwischenlager und später in Schacht Konrad sowie des hochradioaktiven Atommülls (HAA) mit der Verladung in Castoren, der Einlagerung im Zwischenlager und einem noch zu findenen Endlager scheint zumindest konzeptionell klar zu sein.

Doch ausgerechnet der vermeintlich harmlose Bauschutt droht zu einem Problem zu werden – und angesichts von rund 500000 Tonnen zu einem gewaltigen. Die Geesthachter SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer appelliert an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung und fordert eine bessere Aufklärung.

Normalerweise wären die in Recyclinganlagen gebrochenen Stahlbetonwände und -decken von den Bürogebäuden, Zaunfundamenten und Panzersperren des Kraftwerkes wie beim Abriss jedes anderen Gebäudes als Unterbau von Straßen und Wegen wiederverwertet worden. Doch sie tragen eben die Absenderadresse Krümmel. Und obwohl sie nur freigemessen, also strahlenfrei, das Gelände verlassen dürfen und weniger Radioaktivität haben, als ein Sack Zement verbreitet, will den Bauschutt niemand haben.

Was auf den ersten Blick ein Riesengeschäft für Abfallwirtschaftler und Deponiebetreiber zu sein scheint, lässt diese landesweit in Deckung gehen. Selbst der so auf Konsens bedachte Kieler Energiewendeminister Robert Habeck holte sich bei der Suche in den vergangenen Monaten eine blutige Nase. Vattenfall bezeichnet diesen Bauschutt als „stigmatisierten Abfall“.

„Die gesamte Gesellschaft ist dafür verantwortlich, dass wir hier eine Lösung finden“, sagt Energiepolitikerin Scheer. Daher könne der Suchprozess auch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden. „Wir brauchen einen Aufklärungsprozess, ohne zu verharmlosen“, fordert Scheer. So lange sichergestellt ist, dass es sich um Beton wie jeden anderen handele, müsse dieser auch überall ohne Vorbehalte eingebaut werden können.

Dabei müsse aber sichergestellt werden, dass es keinen verdeckten Strahlenmüll gebe. Scheer könnte sich auch eine Verteilung auf alle Recyclinghöfe im Land vorstellen. Andere Überlegungen sehen eine „Endlagerung“ des eigentlich wertvollen und Kies-Ressourcenschonenden Recyclingproduktes Brechbeton als Deponie auf dem heutigen Kraftwerksgelände vor.

Umweltaktivist und Krümmelgegner der ersten Stunde Eugen Prinz sieht sich bestätigt: „Nach einem halben Jahrhundert Stromerzeugung nach dem Motto sauber, sicher, billig beginnen wir nun zu sehen, dass noch Generationen an der sicheren Energiequelle Atomkraft zu beißen haben“, sagt Prinz. Über auch über die Freimessung des Bauschuttes werde er „noch mit meinen Freunden von Vattenfall“

ausführlich diskutieren.

Die nächste Gelegenheit dazu ist am Donnerstag, 1. Dezember, die dritte Veranstaltung „Perspektive Krümmel“ im Geesthachter Oberstadt-Treff. Dann soll über das Thema Rückbau gesprochen werden.

Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lauenburg OP PLATT - Trost geven

Mien Grootöllern sünd merrn in´n 2. Weltkrieg to uns in’t Luunborgsche kamen. 1943 weer de grote Bombardierung op Kassel und dor harrn se denn keen Tohuus mehr.

18.11.2016

Verwaltung vergrößert Sperrbezirk im Norden.

18.11.2016

. Der Verein „Jazz in Ratzeburg“ lädt ein zum Jazzkonzert mit dem Hader Noiberg Trio in den Rokokosaal im Kreismuseum.

18.11.2016
Anzeige