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Krümmel wird zur Festung

Geesthacht Krümmel wird zur Festung

Panzersperren aus Betonringen und Spundwände sollen das Castorlager vor Terroristen schützen - für mindestens drei Jahrzehnte. Fest steht für Betreiber Vattenfall, dass das Gelände an der Elbe später bis zur „grünen Wiese“ zurückgebaut wird.

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Mit Beton gefüllte Ringe neben Stacheldraht und Stromzäunen sollen künftig verhindern, dass Terroristen mit Lastwagen bis zum Standortzwischenlager mit den Castoren hochradioaktiven Inhalts vordringen. Kraftwerks-Betreiber Vattenfall nennt das „Härtungsmaßnahmen“.

Quelle: Fotos: Marohn

Krümmel. Meterhohe Stacheldrahtzäune, stromführende Drähte und 1,20 Meter dicke Stahlbetonwände: Am Kernkraftwerk Krümmel galten diese bislang als sicherer Schutz des Standortzwischenlagers (SZK) für hochradioaktiven Abfall – zumindest aus Sicht der Kraftwerksbetreiber und der Atomaufsicht. Doch die Zeiten haben sich geändert und damit auch die Ansprüche.

LN-Bild

Panzersperren aus Betonringen und Spundwände sollen Castorlager vor Terroristen schützen – Zweites Zwischenlager für strahlenden Restmüll muss gebaut werden – Vattenfall ohne Ideen für Nachnutzung.

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Panzersperren aus Betonringen und in den Boden gerammte Spundwände sollen nun für mindestens drei Jahrzehnte abgebrannte Brennelemente und anderen strahlenden Müll aus dem Kraftwerk zusätzlich schützen. 21 Castoren mit jeweils 52 Brennelementen stehen bereits in dem Zwischenlager. Noch einmal die gleiche Zahl soll in den kommenden Jahren sukzessive hinzukommen, bis sie in das irgendwann einmal gefundene Endlager transportiert werden.

Die 240 Seiten umfassenden Genehmigungsunterlagen erlauben einen Betrieb des SZK bis 2045. Notfalls muss er verlängert werden. Die Schutzauflagen würden dabei neuen Erkenntnissen regelmäßig angepasst, sagt Kraftwerksleiter Torsten Fricke. So gebe es auch gesetzliche Auflagen gegen das Eindringen Dritter. Dabei sei jüngst erst ein verstärkter Durchbruchschutz verordnet worden, sagt Fricke. „Für den Fall, dass jemand mit einen geklauten Lastwagen den Hang hinunterfährt und versucht, den Zaun zu durchbrechen, ist eine tiefgegründete Spundwand auf der Hangseite des Geländes gebaut worden“, sagt Fricke bei der Informationsveranstaltung zum Rückbau des Kernkraftwerkes in Krümmel – wenige Stunden bevor in Nizza bei dem Terroranschlag mit einem Lastwagen mehr als 80 Menschen sterben. Auch gebe es eine Vielzahl weiterer Schutzmaßnahmen – aus Sicherheitsgründen seien die jedoch Verschlusssache.

Neben dem Lager für den hochradioaktiven Strahlenmüll wird noch ein zweites Zwischenlager für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle entstehen. Wie beim Standortzwischenlager wird dem Bau ein Verfahren mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung vorausgehen. In dem Lager sollen dann hinter voraussichtlich 80 bis 85 Zentimeter starken Stahlbetonwänden Fässer auf die spätere Endlagerung in Schacht Konrad warten. „Das wird eine Highend-Einrichtung und nicht irgendeine Wellblechhalle“, verspricht Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth.

Verbleiben als atomrechtlich sauber werden am Ende etwa 95 Prozent von Krümmel – geputzt, gesäubert, sortiert. Doch genau diese, wie sie Wasmuth nennt „stigmatisierten“, Abfälle könnten zum Entsorgungsproblem werden. Vor allem der gebrochene Beton wie er allerorts millionenfach zum Unterbau von Straßen benutzt wird, dem allerdings das Herkunftsmakel Krümmel anhafte. „Das ist ein Thema von Akzeptanz“, sagt Wasmuth. Damit müsse man sich dann „intellektuell auseinandersetzen“.

Fest steht für Vattenfall, dass das Gelände an der Elbe bis zur „grünen Wiese“ zurückgebaut wird. Einen Plan oder eine Idee, was dann ab 2030 oder 2040 nach abgeschlossenem Rückbau mit der grünen Wiese passieren soll, hat Vattenfall – zumindest offiziell – noch nicht.

 Holger Marohn

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