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Lauenburg Kulinarische Klassiker bleiben die Renner
Lokales Lauenburg Kulinarische Klassiker bleiben die Renner
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20:52 30.12.2015

Herzhaft darf es sein, vielleicht auch etwas deftiger. Am liebsten regional, und gesund sollte es auch noch sein. Vor allem aber soll es schmecken. An Weihnachten zog es viele Menschen in die Restaurants im Kreis. Ihre kulinarischen Favoriten sind echte Klassiker.

Im vergangenen Jahr sei spürbar gewesen, dass die Gäste vermehrt Produkte nachfragten, die aus der Region kommen, berichten Gastronomen im Kreis. „Die Leute essen bewusster“, sagt Ali Yazgan, Inhaber des Restaurants „Waldhalle“ in Mölln. Das bedeute vor allem, dass die Zutaten hochwertig sein sollten. „Klein und fein“, sagt Marc Grotkopp vom Restaurant „Zum fabelhaften Hirschen“ in Groß Grönau. Leichtere Gerichte würden vermehrt nachgefragt. Patrick Wulf vom Hotel-Restaurant „Der Seehof“ in Ratzeburg sagt: „Der Trend geht vermehrt weg vom Mittagstisch zum Abendessen.“ An Weihnachten durfte es gern etwas deftiger sein, berichten die Gastronomen. So auch in diesem Jahr.

Früher war Karpfen ein klassisches Weihnachtsessen. Heute sei das aber kaum noch gefragt. „Sehr, sehr wenig. Das haben wir schon seit zwei, drei Jahren nicht mehr auf der Karte und nur auf Anfrage“, sagt Ali Yazgan. Auch in anderen Restaurants gehört der einst beliebte Festtagsfisch nicht mehr zum Weihnachtsrepertoire.

Statt dessen: Wild und Geflügel.

Im „Seehof“ setzte man zu Weihnachten auf Geflügel. „Gans, ganz klassisch“, wie Patrick Wulf sagt. „Das ist immer wieder der Renner.“ In der Waldhalle hätten die Gäste am liebsten Reh- und Gänsekeule gegessen. Das hätten die Leute früher gern zuhause gemacht, täten es aber heute nur noch selten. Ali Yazgan vermutet, dass das Gericht heute deshalb in Restaurants so gern bestellt werde — vor allem während der Weihnachtszeit. Im Groß Grönauer „Zum Fabelhaften Hirschen“ war das nicht viel anders: „Ente mit Rotkohl und Klößen oder geschmorte Wildschweinschulter mit Steckrüben“, berichtet Marc Grotkopp.

Nun stehen Silvester und Neujahr vor der Tür — und mit ihnen auch die guten Vorsätze für 2016. Da darf es kulinarisch gern wieder etwas leichter werden. Ab November würden die Gäste sehr gern Gans und Ente essen, „nach Weihnachten ist das aber wieder vorbei“, sagt Patrick Wulf. Zu Silvester gibt es im „Seehof“ ein Gala-Buffet und ein Gala-Dinner, an Neujahr ein späteres Frühstück. Und am Abend? „Bleiben die Leute lieber zuhause“, sagt Wulf. Ab 18 Uhr werde es ruhig. In der „Waldhalle“ gebe es unter anderem Kalbsschnitzel und Zander. Das sei etwas leichter — gegen den Weihnachtsspeck.

Marc Grotkopp vom „Fabelhaften Hirschen“ sagt: „An Neujahr wurden es immer weniger Gäste. Deshalb geben wir an Silvester Vollgas.“ An Neujahr hätten sie geschlossen.

Raclette wird auch heute der Renner auf den Feiern im Kreis sein. Das Statistik-Portal „Statista“ spricht von 40 Prozent der Befragten, die an Silvester zuhause mit Freunden oder der Familie feiern — zum Beispiel mit Raclette.

Laut des „Food Reports 2016“ von Hanni Rützler und dem Zukunftsinstitut und der Lebensmittel-Zeitung wird Essen zum Stilmittel. Über die Ernährung würden sich Menschen darstellen. Klassische Rezepturen und Bodenständigkeit kehrten in die Gastronomie zurück. Vielleicht „klein und fein“, aber auf jeden Fall regional. Möglicherweise kehrt ja eines Tages auch der Karpfen zurück auf die weihnachtlich gedeckten Tafeln der lauenburgischen Restaurants.

Philip Schülermann

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