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Kultur und Kleinode am Kanal

Siebeneichen Kultur und Kleinode am Kanal

11. Kunsthandwerkermarkt in Siebeneichen findet am heutigen Sonntag seine Fortsetzung.

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Jens Müller (r.) hat seine Feldschmiede direkt am Kanal aufgebaut. Hier können schon junge „Gesellen“ ab zehn Jahren kleine Kerzenleuchter selbst schmieden. Im Hintergrund die historische Fähre, auf der die Mitfahrt an diesem Wochenende umsonst ist (Spende willkommen).

Quelle: Fotos: Strunk

Siebeneichen. Die Einwohner und Organisatoren in Siebeneichen haben sich gewappnet: Die frisch geharkten sandigen Flächen vor den Grundstücken, in Städten eher als „Gehwege“ bekannt, sind vorsichtshalber mit rot-weißem Flatterband abgesichert gegen dreiste Wildparker. Zahlreiche Schilder weisen auf gleich mehrere kostenlose (!) Abstellflächen für Autos am Ortsrand hin. Wobei Besucher aus den Metropolen beruhigt sein können: Die Dauer eines Fußmarsches vom „Ortsrand“ bis zum Kanal oder zur Dorfmitte mit der Kirche mit den Objekten der Besucherbegierde beträgt hier allenfalls zehn Minuten.

LN-Bild

11. Kunsthandwerkermarkt in Siebeneichen findet am heutigen Sonntag seine Fortsetzung.

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Gegen 9 Uhr gestern Vormittag bauten die meisten Aussteller ihre Stände auf – und kämpften sogleich gegen das norddeutsche „Sommerwetter“. Kunstmaler Thomas Kubitz, der sich auf maritime Motive spezialisiert hat und vor zwei Jahren als Fitzener (Nachbarort von Siebeneichen) die Idee eines Stifterbriefes für die historische Kanalfähre in Siebeneichen kreierte, hatte „echte Probleme“. Denn anders als bei vielen Ausstellerkollegen, die Objekte aus Metall oder Keramik anbieten, sind seine Kunstobjekte nicht unempfindlich gegen das „Gute von oben“. Kubitz: „Ich hatte ganz schön Mühe, um meine Bilder zu retten. Viele habe ich schnell mit Müllsäcken übergestülpt. Normalerweise stelle ich nur inhäusig aus, aber hier in Siebeneichen muss man dabei sein und da geht es halt nur draußen.“

Mehr als 65 Kunsthandwerker haben sich in diesem Jahr wieder an beiden Seiten der Dorfstraße – beginnend an der Kirche bis hinunter zur Kanalfähre – „niedergelassen“. Das Interesse der Besucher, die nach den heftigen Güssen am Vormittag sicherheitshalber erst ab 14 Uhr verstärkt eintrudeln, ist groß. Viele sind schon Stammgäste, die dieses Event in Siebeneichen über die Jahre zu schätzen gelernt haben.

Heute geht es weiter ab 11 Uhr. Unter dem Motto „Ein Dorf zeigt seine Seele“ lädt Siebenbäumen wieder zum entspannten Bummeln, Schauen und Genießen ein. Neben den zahlreichen interessanten Verkaufsständen der Kunsthandwerker laden auch kulinarische Anbieter etwa zur schmackhaften Galloway-Bratwurst, zu selbstgemachten Kuchen und Torten ins Café im Gemeindehaus oder leichten Sommerweinen und geräuchertem Fisch ein. Und auch musikalisch wird etwas geboten: Heute Mittag gibt es am Kanal New Orleans Jazz mit Banjo, Klarinette und Saxophon und um 17 Uhr in der St.-Johannis-Kirche ein Konzert mit dem „TroubaDuo“: „Ein Koffer voller Sehnsucht“.

DREI FRAGEN AN . . .

1 Der Kunsthandwerkermarkt in Siebeneichen läuft das elfte Mal. War er die ,Keimzelle’ des Kultursommers?

Nein, es gab ihn zwar von Anfang an, aber er war nur ein Bestandteil des gesamten Programms. Allerdings wurde er immer größer. Dieses Mal machen 72 Kunsthandwerker mit.

2 Ist der Markt nicht etwas zu groß und damit ungemütlich geworden?

Überhaupt nicht. Es gibt ja drei Plätze für Kunst – rund um die Kirche, entlang der Kanalstraße und der Platz an der Fähre – und dazwischen immer wieder viel Landschaft und ruhige Ecken.

3 Sie waren der Ideengeber des Kultursommers. Wie hat es damals eigentlich angefangen?

Die Stiftung Herzogtum Lauenburg war vom Kreis beauftragt worden, die Kultur zu fördern. Das wurde damals ziemlich kritisch gesehen von den Künstlern. Ich hatte die Stiftung während meiner Zeit im Schwarzenbeker Amtsrichterhaus kennengelernt und wurde mit einem Konzept beauftragt. Dabei hatte ich völlig freie Hand. 2006 lief der erste Kultursommer. Ich habe ihn drei Jahre organisiert, musste dann aus privaten Gründen aufhören und habe mit dem heutigen Intendanten Frank Düwel einen großartigen Nachfolger gefunden. Interview: ge

Joachim Strunk

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