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Lauenburg Kulturschaffende rücken zusammen gegen drohende Rotstiftpolitik
Lokales Lauenburg Kulturschaffende rücken zusammen gegen drohende Rotstiftpolitik
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00:00 20.10.2012
Herzogtum Lauenburg

Büchen – „Kultur rechnet sich nicht, aber sie zahlt sich aus.“ Die Aussage von Wolf-Rüdiger Busch vom lauenburgischen Heimatbund und Geschichtsverein hat die Stimmung einer Gesprächrunde in der Büchener Priesterkate am Donnerstagabend auf eine griffige Formel gebracht. Künstler sowie Vertreter von Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen plädierten mit einer Vielzahl von Argumenten an die Kreispolitik, bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen keinen Kahlschlag im kulturellen Bereich zu verursachen.Eingeladen zum Meinungsaustausch hatte die SPD-Kreistagsfraktion. Gastgeberin Gitta Neemann- Güntner, die bildungspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, wünschte sich Anregungen von den eingeladenen Gesprächsteilnehmern und den anderen Besuchern, insgesamt etwa 30 Teilnehmer, mit Blick auf die anstehenden Etatberatungen in ihrer Fraktion. „Die Lage der Künstler ist jetzt schon so prekär, dass es bei weiteren Kürzungen dramatisch werden würde“, mahnte die Künstlerin Eva Ammermann aus Kuddewörde.Die Gäste der SPD trugen in den Fragenrunden nicht nur Warnungen vor einer Fortsetzung der Rotstiftpolitik bei Kunst und Kultur vor. Ebenso ging es darum, Ideen und Vorschläge zu diskutieren, wie sich gemeinsame Anliegen besser umsetzen und wirtschaftliche schwere Zeiten meistern lassen. Von einem Plan B, also bei neuen Kürzungen, war mehrfach die Rede: „Dann bleibt uns auch nur, neue Sponsoren und Helfer zu finden“, sagte Wolfgang Engelmann, der Vizepräsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg – „und das bedeutet Klinkenputzen ohne Ende.“ Wolf-Rüdiger Busch vom Heimatbund zeigte sich präpariert für schlechte Zeiten: „Wir schauen ständig, wie wir ökonomisch arbeiten können. Im Prinzip sind wir vorbereitet.“Hans-Heinrich Stamer vom Forum Kultur und Umwelt berichtete, dass das bisher geförderte „Linse“-Projekt bei deutlichen Kürzungen nicht mehr fortgesetzt werden könnte. Zum umstrittenen Vertrag des Kreises mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg über die Übertragung von Kulturaufgaben sagte Stamer: „Ich glaube, dass das auf den Prüfstand muss.“ Ulrike Mechau-Krasemann von Künstlerhaus Lauenburg sagte, dass die Betriebskostenzuschüsse so gering seien, „das ich keine Kürzungen mehr erwarte“. Ihr Appell an die Politik: „Lasst die Kultur im Ort und schließt keine weiteren Institutionen.“ Ulrike Mechau-Krasemann sprach außerdem ein Thema an, auf das auch Michael Packheiser vom Lauenburgischen Kunstverein aufgriff, nämlich die mangelnde Planungssicherheit: „Wenn unsicher ist, ob ein Vorhaben zu Ende finanziert werden kann, lässt sich nur noch in Jahres- oder Halbjahreszeiträumen planen.“ Auch der Kunstverein habe schon Dinge reduzieren müssen.Einig war sich die Gesprächsrunde in der Priesterkate über die Notwendigkeit, die Arbeit im kulturellen Bereich noch viel stärker zu vernetzen – und über die umfassende Bedeutung dieser Aufgabe jenseits von Unterhaltung und „Bespaßung“, wie es Stamer formulierte. Gastgeberin Gitta Neemann-Güntner ging auf diesen Punkt mit ihrer Feststellung ein, dass die Kunst auch eine Verantwortung im Bildungsbereich habe.

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