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Lauenburg Kulturtage in Dechow beginnen mit humorvollem Klavier
Lokales Lauenburg Kulturtage in Dechow beginnen mit humorvollem Klavier
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21:14 21.03.2016

Pointen und Piano. Wie passt das zusammen? Bestens! Den Beweis tritt Armin Fischer an. Der studierte Musiker und brillante Pianist wirbt auf seiner Website mit „Klavierkonzerte zum Lachen“, und er hält, was er verspricht. Besser, da waren sich wohl alle einig, hätte der Auftakt der zwölften Saison der Dechower Kulturtage auf keinen Fall beginnen können. Was für ein Glück, dass Organisatorin Irmgard von Puttkamer Ende der 90er Jahre in einem Auftritt von Armin Fischer landete. Sie hatte "arge Bedenken", ob man Klassik tatsächlich mit Humor verbinden.

Mit Regenschirm am Piano: Armin Fischer bringt selbst das. Quelle: Baum

Theater-Termine

Der nächste Termin in Dechow ist ein Gastspiel des Lübecker Theaters Combinale   mit dem Titel „Über Mütter“ am Sonntag, 10. April, um 18 Uhr. In dieser Realsatire geht es um die Erfahrung des Mutterseins.

• Infos auf www.dorf-dechow.de

„Und dann war ich nachhaltig beeindruckt.“

Fischer erklärte, er werde alles überflüssige aus der Komposition streichen und seinem Publikum das Wesentliche präsentieren. „Das ist keine Drückebergerei, sondern ein Expertenextrakt.“ Also Liszts Zweite auf eine rasante Minute komprimiert. Die Finger des Pianisten fliegen nur so über die Klaviatur, es klingt vertraut und doch befremdlich, vereinzeltes Gelächter zeigt, dass überraschte Klassikkenner im Publikum sitzen. Fischer, der eingangs einen Witz über seine Frisur gemacht hat — er ist auf dem Hinterkopf, um es mit Buschs Worten zu sagen, spärlich frisiert — hat seine Zuhörer nun nicht nur verbal, sondern auch als Musiker überzeugt. „Sie hätten auch nicht wesentlich länger applaudiert, wenn ich mich mehr angestrengt hätte.

Was auch immer Armin Fischer aufs Korn nimmt: Sein Klavierspiel ist vorzüglich. Zwar sieht er sich kritisch - ein Leben als Konzertpianist ist hart, „ich weiß schon, warum ich mich entschieden habe, Quatschmacher zu werden“, doch er hat Musik studiert und sein Leben ist Musik. Und er ist mit Leib und Seele der klassischen Musik verfallen: „Ich liebe die Harmonien.“ Während des Studiums in Hamburg hat er jede Gelegenheit genutzt, hochkarätige Konzerte zu besuchen. Alfred Brendel hat er gehört, Edwin Fischer und Claudio Arrau. Natürlich lebt ein Musikstudent nicht nur Bach, Liszt und Chopin. Der junge Armin Fischer hat auch Spaß gehabt, mit Vince Weber und Konsorten gejamt, einmal sogar zu sechst an einem Klavier, das war der Hammer, da strahlt er noch heute.

Da ein Musiker nicht nur von Noten lebt, sondern ab und an auch etwas isst und trinkt, stand Broterwerb an. Armin Fischer zeigte sich auch dabei findig. Reisen macht Spaß und bildet, also nichts wie ab aufs Kreuzfahrtschiff. „As time goes by“ in Endlosschleife, zwischendurch immer wieder die Gäste der Bar begrüßen, „N‘Abend“ — herrlich, die Dechower lachen sich bei all den Anekdoten kringelig.

Das Bonbon zum Schluss: Die Dechower dürfen sich Kompositionen wünschen, Fischer macht daraus ein Medley, wobei er seiner Maxime „Überflüssiges weglassen!“ treu bleibt. Und so gibt es eine muntere Mischung aus dem Hummelflug, dem Regentropfen-Prélude, Beethovens 5. und 9., „The Lady is a Tramp“, „We will Rock you“, der kleinen Nachtmusik und „Blueberry Hills“. Der Beifall ist vermutlich in ganz Dechow zu hören, natürlich wird eine Zugabe verlangt, die Fischer ebenso natürlich gern gewährt: „Diese Bitte trifft mich nicht unvorbereitet.“ Schließlich gehen alle zufrieden nach Hause.

Von Dorothea Baumm

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