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Lauenburg Kunst aus Syrien und Eritrea bei Wentorfer Kulturwoche
Lokales Lauenburg Kunst aus Syrien und Eritrea bei Wentorfer Kulturwoche
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20:18 30.03.2016
Jalal Yamani (v. l.), Sybille Marks und Hajar Issa präsentieren in der Wentorfer Flüchtlingsunterkunft ihre Gemälde. Quelle: hfr

Eine Woche rund um die Kultur wird in Wentorf bei Hamburg wieder vom 17. bis zum 26. Juni veranstaltet. Bei der zehnten Ausgabe der Kulturveranstaltung sollen erstmals auch künstlerisch tätige Flüchtlinge die Chance bekommen, ihre Werke zu zeigen. In diesem Jahr nehmen zum ersten Mal drei Künstler aus Syrien und Eritrea und die Initiative „Runder Tisch Asyl“ teil. Das aktuelle Thema „Asylanten/Flüchtlinge und Integration“ erhält so einen bedeutenden Stellenwert.

Hintergrund

Die Wentorfer Kulturwoche wird ehrenamtlich organisiert und ausschließlich durch Spenden und den Anzeigenverkauf in der Programmbroschüre finanziert. Zum Programm gehören Musik, Tanz, Theater, Lesungen, Vorträgen, Kunst, Workshops, ein Open-Air-Kino, ein Open-Air-Gottesdienst sowie kulinarische Genüsse.

• Info: www. wentorfer-kulturwoche.de

„Ich male, was ich sehe und was auch jeder sehen kann“, sagt Jalal Yamani aus Syrien. Es sind Menschen seiner Heimat, Stillleben und Landschaften in leuchtenden Farben. Er lebt seit 40 Jahren in Deutschland, er hat in jungen Jahren Syrien mit seiner Familie verlassen. Er wuchs in vielen verschiedenen Ländern der Welt auf, bis er vor 15 Jahren mit seiner Familie in Wentorf landete. Er hilft den Flüchtlingen in Wentorf, wo er nur kann. Er ist Lehrer, Dolmetscher und manchmal einfach nur ein Freund. Neben Yamani stellt auch Hajjar Issa, Flüchtling aus Syrien, aus. Er ist in der arabischen Welt ein berühmter Künstler. Er wurde in Damaskus mit Preisen für seine Arbeit als Artdirector vieler Filme ausgezeichnet. Nach den Dreharbeiten seines letzten regimekritischen Films in Frankreich wagte keiner der Beteiligten, nach Syrien zurückzukehren. Seit Mai 2015 lebt er in Wentorf und wartet dort sehnsüchtig auf seine Anerkennung. In Syrien hat er sein vorheriges Leben zurückgelassen:

Seine Frau und seine zwei Kinder sind die Menschen, die er schmerzlich vermisst und die in seinen Bildern immer wieder dargestellt sind.

Der Künstler Khaled Abdul Kader aus Eritrea lebt jetzt in Büchen. Er war dreimal im Gefängnis, wurde gefoltert und kann kaum über diese schrecklichen Erlebnisse sprechen. Im Mittelpunkt seiner Bilder stehen die Menschen, die er mit kraftvollen Farben auf die Leinwand bringt. Seine Betreuerin Marion Hauke unterstützt ihn in all seinen Tätigkeiten. Er lernt fleißig Deutsch in Mölln, und macht ein Praktikum bei der Bronzegießerei in Wittkamp in Elmenhorst.

Die Initiative „Runder Tisch Asyl“ veranstaltet in der Kulturwoche jeden Tag ein buntes Programm gemeinsam mit neuen und alten Wentorfern direkt vor dem Rathaus. Es wird zusammen gesungen, gebastelt, erzählt, getanzt, gemalt, vorgelesen, gespielt und im internationalen Café werden Leckereien angeboten.

LN

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