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Lauenburg Kunst in der Kirche zwischen Kuh- und Schweinestall
Lokales Lauenburg Kunst in der Kirche zwischen Kuh- und Schweinestall
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21:14 17.06.2017
Mahan Esfahani entdeckte das Cembalo als Instrument auch für experimentelle Klänge. Quelle: Foto: Hfr

Auf Konzerte an vier Spielstätten können sich Musikliebhaber im Lauenburgischen im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals freuen. Eine davon ist zum 8. Male die Kirche in Nusse, wo am 17. August der Iraner Mahan Esfahani ein Solokonzert am Cembalo geben wird.

Nusser Gotteshaus zum 8. Mal Spielort für hochkarätiges SHMF-Konzert.

„Wir hatten hier schon Gäste, die kamen sogar aus Hamburg und Flensburg zu unseren Konzerten.Tobias Pfeifer

Pastor in Nusse

Weitere Konzerte

Dienstag, 4. Juli, 20 Uhr, Wotersen, Avital meets Avital mit Avi Avital, Mandoline und anderen.

Mittwoch, 12. Juli, 20 Uhr, Ratzeburger Dom, Air – A Baroque Journey, mit Avi Avital, Mandoline und anderen.

Mittwoch, 19. Juli, 20 Uhr, Basthorst, Kuhstall, Martin Stadtfeld, Klavier.

Infos unter www.shmf.

de/de/Programm#10

Die Nusser Kirche gehört, wie die anderen lauenburgischen SHMF-Orte (siehe „Weitere Konzerte“) mittlerweile zu den festen Lokalitäten des Festivals zwischen den Meeren, gilt aber bei vielen Fans als besonderer Tipp. „Ich kenne Gäste, die kommen aus Hamburg und Flensburg hier zu uns in die Kirche, zwischen Kuh- und Schweinestall“, freut sich Pastor Tobias Pfeifer auf das diesjährige SHMF-Konzert in Nusse.

Sicher, der Ratzeburger Dom ist imposant, der Basthorster Kuhstall in ländliches Ambiente eingebettet und Wotersen lebt von seinem Schlossensemble – aber Nusse hat als Spielstätte in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Davon sind auch SHMF-Pressesprecherin Bettina Brinker und Jeanette van Beek, Geschäftsführerin des Sponsorenwerks des SHMF überzeugt, die sich jetzt zusammen mit Pastor Pfeifer vor dem Konzert noch einmal die Location anschauten.

Cembalo und Kirche, das passt sowieso. Aber dieses Instrument, das viele Musikfreunde fast reflexhaft mit Bach und Händel verbinden, dürfte – gespielt von Mahan Esfahani – manchen überraschen, prophezeiht Bettina Brinker. Höchstwahrscheinlich wird es in Nusse nicht zu einem Eklat kommen wie 2016 in Köln, als der iranische Künstler mit einem spontanen Ausflug in die Welt des Minimalismus eines Steve Reich bei manchen Zuhörern für Unbehagen und sogar Proteste sorgte. Doch Esfahani steht grundsätzlich für eine Neuinterpretation des Cembalo-Klangs, ist für Experimente offen und stets auf der Suche nach neuen Intonationen an diesem klassischen Instrument.

Das Cembalo kann also ganz schön aufregend sein, und bis zu 450 Menschen können diesem Konzertabend am Donnerstag, 17. August, um 20 Uhr beiwohnen. In der Kirche, die sich durch eine hervorragende Akustik mit nur leichtem Nachhall auszeichnet, und drumherum. Denn auch bei diesem Konzert spielt das direkte Umfeld der Kirche eine gewichtige Rolle. Ein Catering-Angebot aus dem Ort soll dafür sorgen, dass nicht nur der Appetit auf Kultur befriedigt wird, verspricht Jörg Stenzel, der für die Spielstätten-Werbung zuständig ist. Und der Außenbereich des Veranstaltungsortes soll vor allem wieder ein Platz der Begegnung zwischen Akteur und Zuhörer werden. Bettina Brinker spricht aus Erfahrung, wenn sie sagt: „Auch Künstlerinnen wie Martha Argerich oder Alfred Brendel, die als eher publikumsscheu galten, sind beim Kontakt mit dem Publikum bei SHMF-Konzerten regelrecht aufgetaut. Das liegt vielleicht auch an unseren einladenden Spielorten, die dort sind, wo die Menschen leben.“

Karten sind noch zu haben für das Nusser Konzert und zwar in den Preisklassen 10, 23, 33, und 39 Euro.

Cembalo-Virtuose – auf den bedeutenden Bühnen der Welt zuhause

Mahan Esfahani wurde 1984 in Teheran geboren, erhielt den ersten Klavierunterricht von seinem Vater und entdeckte als Teenager das Cembalo für sich. Er studierte Musikwissenschaft und Geschichte an der Stanford University, wo George Houle sein Mentor war.

Sein Musikstudium absolvierte er bei Peter Watchorn in Boston und bei Zuzana Ružicková in Prag. Von 2008 bis 2010 war er „New Generation Artist“ von BBC Radio 3. Mahan Esfahani war „Instrumentalist des Jahres“ der Royal Philharmonic Society sowie „Artist of the Year“ des Magazins Gramophone. Das BBC Music Magazine ehrte ihn 2015 als „Newcomer of the Year“ und nominierte ihn gleich drei Mal für einen Gramophone Award.

Im Mai 2015 erschien Mahan Esfahanis erste CD für die Deutsche Grammophon: das von der Presse hoch gelobte Album „Time Present and Time Past“. Ihr folgte 2016 die Einspielung der „Goldberg-Variationen“ von Bach. 2014 waren bei Hyperion bereits die CD „Rameau: Pièces de clavecin“ und die CD „CPE Bach: Württembergische Sonaten“ erschienen.

Mahan Esfahani lebt in London, wo er 2009 sein Debüt gab und sich seitdem unermüdlich für eine stärkere Präsenz des Cembalos im Konzertleben einsetzt. Das öffentliche Interesse stieg sprunghaft mit seinem ersten Cembalo-Recital in der Geschichte der BBC Proms im Jahr 2011. Seitdem trat er auf den bedeutendsten Bühnen der Welt auf.

Matthias Wiemer

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