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Lauenburg „Kunst soll ein bisschen polarisieren“
Lokales Lauenburg „Kunst soll ein bisschen polarisieren“
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18:12 12.06.2017
Anja Gerecke, Valentin Moritz, Dagmar Weiß, Daniil Galkin und Thierry Tidrow (von rechts) sind die 31. Stipendiaten-Generation im Künstlerhaus Lauenburg. Quelle: Fotos: Timo Jann

Zum 31. Mal ist jetzt eine neue Stipendiaten-Generation in das Lauenburger Künstlerhaus eingezogen. Eine mit internationalem Touch. Aus der Ukraine Daniil Galkin (32), mit französisch-kanadischen Wurzeln Thierry Tidrow (30) und aus Deutschland Dagmar Weiß (38), Valentin Moritz (30) sowie Anja Gerecke (40). „Es ist sensationell, dass wir hier bereits die 31. Generation begrüßen können. Die Stipendiaten können stolz darauf sein, ausgewählt worden zu sein“, sagte Andrea Kühnast aus dem Kieler Kulturministerium bei der Vorstellung der Künstler vor etwa 40 Gästen.

Neue Stipendiaten zeigen erste Arbeiten.

Gerecke, Galkin und Weiß werden sich der bildenden Kunst widmen, Komposition ist das Thema von Tidrow und Moritz möchte einen Roman schreiben im Haus – gern jeweils mit Bezug zu Lauenburg, wie Marita Landgraf, die künstlerische Leiterin des Hauses am Elbufer, betont.

„Hier an der Elbe ist immer alles im Fluss“, sagte Bürgermeister Andreas Thiede. „Kunst soll ja auch immer ein bisschen polarisieren“, sagte Thiede und riet zum Gang in den Keller des Künstlerhauses.

Die steile Treppe aus der Galerie hinab, große Besucher müssen den Kopf einziehen, wartet eine schaurige Art der modernen Kunst auf die Besucher. Daniil Galkin hat in einem beleuchteten Bodenloch unter einer Glasplatte tote Ratten drapiert. Ergänzt hat der Künstler das Projekt der an den Schwänzen verknoteten Ratten um eine Videoarbeit. Auch die Krähenfüße, die im Erdgeschoss gezeigt werden und etwa an einem Zirkel hängen, sind eher speziell.

Dagmar Weiß überzeugt mit Schwarzweiß-Fotografie. Während ihres sechsmonatigen Aufenthalts in Lauenburg möchte sie sich um Videos kümmern. Anja Gerecke hat der Außenwand zum Nachbarhaus bereits frische Farben verpasst (Thiede: „Hoffentlich entdeckt das nicht der Denkmalschutz.“) und weitere Werke im Haus geschaffen. Komponist Thierry Tidrow hatte mit der Uraufführung seiner Oper „My Corporate Identity“ im April in Berlin Aufsehen erregt. Valentin Moritz möchte während der Schaffensphase in Zeit in Lauenburg seinen ersten Roman, der sich mit Wochenendhaussiedlungen in der DDR beschäftigt, schreiben.

Lob aus Kiel

300 Künstler hatten sich um eines der fünf Stipendien beworben. „Wir werden uns hier auf große künstlerische Qualitäten und sehr hochwertige Arbeiten freuen können“, zeigte sich Andrea Kühnast überzeugt. Das Land Schleswig-Holstein fördert den Aufenthalt der Stipendiaten in Lauenburg finanziell. Respekt zollte die Ministeriumsmitarbeiterin dem Verein Künstlerhaus Lauenburg für dessen Arbeit. „Das Künstlerhaus selbst ist sehr kreativ und lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen“, lobte Andrea Kühnast.

Timo Jann

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