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Lauenburg Kunst zeigt Flagge – lebendige Aktion mitten in Ratzeburg
Lokales Lauenburg Kunst zeigt Flagge – lebendige Aktion mitten in Ratzeburg
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20:14 23.08.2017
Fotograf Markus Faber in der Töpferstraße: „Keine politische Aktion“. Quelle: Fotos: Thomas Biller

Sie waren schneller wieder verschwunden, als dass es sich über soziale Medien hätte herumsprechen können: Drei Frauen in verschiedenen Ganzkörperanzügen zogen vom Rathaus zum Dom und über den Marktplatz zurück. Keine Demonstration und keine politische Aktion, betont Ideengeber und künstlerischer Leiter Markus Faber. „Auch eine Beziehung zum Bundestagswahlkampf besteht nicht“, sagt der Fotograf aus Wismar.

Sie waren schneller wieder verschwunden, als dass es sich über soziale Medien hätte herumsprechen können: Drei Frauen in verschiedenen Ganzkörperanzügen zogen vom ...

Auftritte an besonderen Orten

Für die „lebendige Flagge“ sucht sich Markus Faber mit wechselnden weiblichen Akteuren besondere Orte aus. So hat er die Aktion unter anderem in einem stillgelegten Kernkraftwerk, an einem Militär-Jet, unter einem abhebenden Flugzeug und in öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt, jeweils mit den entsprechenden Genehmigungen. Weitere Informationen unter www.lebendigeflagge.de

Seine Fotokunst-Aktion „Lebendige Flagge“ führt Faber seit rund zehn Jahren in Deutschland durch. „Elf von 16 Bundesländern haben wir schon besucht“, berichtet der Fotograf. Mit der Aktion möchte er zeigen, „wie vielfältig Deutschland doch ist“. In aller Deutlichkeit distanziert sich Faber von einer politischen Vereinnahmung seines Projektes: „Wir Deutschen haben ein sehr angespanntes Verhältnis zu unserer Flagge“, sagt Faber im Gespräch mit den LN, „mehr als 90 Prozent der Touristen erkennen bei unserer Aktion die deutsche Flagge, von den Einheimischen sind es keine zehn Prozent“.

Die Idee entstand bei einer Auftragsarbeit für ein Foto der Flagge. Eine Pantomimin machte Faber auf die Ganzkörperkostüme aufmerksam und er setzte seinen Auftrag mit einer lebendigen Flagge um.

Daraus entwickelte sich das Kunstprojekt. Während Markus Faber früher mit einem festen Team durch die Republik reiste, sucht er heute per Kleinanzeigen nach Akteuren vor Ort. So kamen auch die Ratzeburgerinnen Annabell Lips und Anna Stolzenberg zum Fototermin. Sabrina Jürgensen aus Mölln sprang spontan für eine nicht erschienene Teilnehmerin ein.

„Der Augenblick bestimmt die Choreographie“, sagt Faber zum jeweiligen Ablauf der Foto-Aktion. Genehmigungen holt er nur für Fotos in Gebäuden ein. „Das heute hier ist Kunst im öffentlichen Raum.“ Der Kieler Landtag sei bislang das einzige Parlament, das ihm eine Genehmigung erteilt hätte. Es sollen Aktionen an für Faber typischen Punkten in Deutschland sein.

In Ratzeburg sind das für den Künstler der Dom und der Marktplatz. Ausgestellt hat er seine Fotos bislang in Wolfsburg, Bremen und Berlin. „Meistens so um den 3. Oktober herum“, sagt er schmunzelnd.

Ein kommerzielles Ziel verfolgt der Künstler dabei nicht: „Es ist reines Hobby“, sagt Faber, der auch die Kosten der Aktionen trägt.

 Thomas Biller

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