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Lauenburg Kunsteisbahn belebt Ratzeburger Insel
Lokales Lauenburg Kunsteisbahn belebt Ratzeburger Insel
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20:45 16.12.2015
Michel Lauenburg von der Firma Fungee aus Schwerin in deren Kunsteisbahn-Halle auf dem Markt. Anfangs sei der Betrieb schleppend verlaufen, jetzt jedoch kommen immer mehr Besucher. Gestern Vormittag war eine Schulklasse aus Mölln zu Gast.

„Das Geschäft mit der Eisbahn läuft gut“, sagt René Blunk von der Firma Fungee, die seit dem 13. November die Kunsteisbahn auf dem Ratzeburger Marktplatz betreibt. In den ersten zwei Wochen sei es zwar sehr schleppend gewesen, doch seit Anfang Dezember stiegen die Nutzerzahlen kontinuierlich. „Aufgrund des schwachen Starts werden wir ein finanzielles Defizit haben, doch wenn es so weiter geht, lässt das für die Zukunft hoffen“, erklärt der Schweriner Unternehmer.

Ladenbetreiber rund um den Markt wie die Geschäftsführer Harald Weber von der gleichnamigen Buchhandlung oder Marion Wisbar vom MC Modemarkt bestätigen „eine gestiegene Frequenz in der Innenstadt“

durch die Eisfläche. Ob sich das auch in gestiegenen Umsätzen niederschlägt, daran zweifeln sie noch. Beide sprechen von einem ähnlichen Geschäftsverlauf wie 2014 — also eher stagnierend. Gründe gebe es viele. Es beginne bei weltpolitischen Ereignissen wie den Terroranschlägen, die bei vielen den Konsumwunsch einschränke. Sie würden lieber zu Hause bleiben, als sich ins Einkaufsgetümmel zu stürzen. Auch das milde Klima in der Vorweihnachtszeit locke die Kunden nicht unbedingt ins Kinderbekleidungsgeschäft „No. One“ von Britt Autrum, die aktuell Winterbekleidung im Angebot hat.

Autrum oder auch Apothekerin Barbara Liermann erkennen im Eiszelt übrigens keinen Mehrwert. Im Gegenteil: Die ungelöste Parkplatzsituation mit der Abschaffung der Stellflächen an der Nordseite würde „für erheblich weniger Kunden“ sorgen, so Liermann. Angefangen habe die schlechte Zeit mit dem Bau der Südlichen Umgehung.

„Wer plant denn sowas: Die Lkw fahren mitten durch die Stadt und alle anderen Autofahrer werden drum herum geführt“, so die Apotheken-Inhaberin von der Südseite. Auch Autrum, die ihr Geschäft an der Marktnordseite betreibt, klagt: „Wenn sie die Parkplätze vor unseren Läden wegnehmen, sind die Kleinen kaputt.“

Lara Fabinski, erste Vorsitzende der Wirtschaftsförderverein Inselstadt Ratzeburg (W.I.R.), stimmt dem zu: „Was unseren Geschäftsleuten fehlt, ist die Planungssicherheit in der Stadt. Die Händler und Gewerbetreibenden fühlen sich zunehmend verprellt durch die jüngsten Entscheidungen.“ Da votiere die Politik für eine Lösung mit Abschaffung nur der Ost-Parkplätze und Bürgermeister Rainer Voß

entscheide letztlich im Alleingang für die jetzige Variante.

Positiv beurteilen sie und ihre Mitstreiter vom W.I.R. die Ausweitung der „Brötchentaste“ von 15 auf 30 Minuten freies Parken auf der Insel. „Das ersetzt uns trotzdem nicht die Parkplätze am Markt.“

Wesentlich mehr Besucher auf dem Markt hat Christoph Besmann festgestellt, der die Würstchen- und Punschbude neben dem Eiszelt betreibt. Er dürfte sich besonders freuen, dass diese wohl auch in den nächsten beiden Jahren hierher zurück kommt. Blunk: „Wir planen drei Jahre. Erst danach haben wir belastbare Zahlen für eine endgültige Entscheidung.“

Joachim Strunk

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