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Lauenburg Kuscheltierflut: Bundespolizei verkündet Aufnahmestopp
Lokales Lauenburg Kuscheltierflut: Bundespolizei verkündet Aufnahmestopp
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20:24 11.08.2015
Auf einem großen Stofftierhaufen thront der Teddy „Toni“. Gronenberg Quelle: Fotos: Philip
Ratzeburg

Ein Raum voller Kartons. Was im ersten Moment nach einem DHL-Servicestore aussieht, entpuppt sich als Teamraum der Bundespolizeikaserne an der Mechower Straße in Ratzeburg. Doch in diesen Kartons liegen keine Pistolen, Uniformen oder Polizeikalender — in diesen Kartons liegen eng an eng Kuscheltiere.

Diese ungewöhnliche Zwischenlagerung verdankt die Bundespolizei einer enormen Spendenbereitschaft der Bevölkerung.

Die Bundespolizei hatte in der LN dazu aufgerufen, Kuscheltiere für Flüchtlingskinder zu spenden und der Bundespolizei zu übergeben.

Innerhalb von einer Woche spendeten LN-Leser über 2500 Stofftiere und Spielzeuge für Flüchtlingskinder in Rosenheim an die Bundespolizei.

Abgegeben wurde alles, vom Stofftiger bis zum Plastikball.

„Wir sind überwältigt von der Resonanz“, sagt Broder Feddersen, erster Polizeihauptkommissar aus Ratzeburg.

In einem extra Raum werden die Stofftiere gelagert, um in einer Woche nach Rosenheim, Richtung Flüchtlingslager gebracht zu werden.

Die Kartons stapeln sich bis unter die Decke, knapp 20 Kartons inklusive weiterer blauer Säcke liegen hier. Weil die Raumkapazitäten bereits vollständig ausgeschöpft sind, liegen selbst im Flur und in weiteren Büros noch Kartons und Kisten mit gespendeten Stofftieren. „Wir haben ein Kartonproblem, wir haben ein Platzprobelm“, bestätigt auch Bernd-Robert Schulz, Polizeioberkommissar und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei Ratzeburg. Aus diesem gigantischen Kartonstapel sticht ein Individuum besonders hervor. „Toni“, so wurde er bereits getauft, ist ein großer hellgelber Stoffhund. Mit seinen großen Hundeaugen bewacht er seine Stofftierkollegen, die bereits in Kartons verpackt wurden. „Toni“ wartet bereits sehnsüchtig auf seinen neuen Besitzer, welchen er die Tage im bayrischen Rosenheim kennenlernen wird.

Die Idee, Kuscheltiere für Flüchtlingskinder zu sammeln, sei „aus der Situation heraus gewachsen“, sagt Schulz.

Die ankommenden Flüchtlinge haben oft nur das Nötigste, die Kuscheltiere sollen den Kleinsten der Kleinen Kraft geben und Mut machen.

Mit der Resonanz hat man in Ratzeburg nicht gerechnet, der vorbestellte Lkw, welcher nächste Woche gen Süden aufbrechen und tausende Kinderaugen zum Strahlen bringen wird, wurde bereits um einen Anhänger erweitert, um der Kuscheltierflut gerecht zu werden.

Auch „Toni“, der gelbe Stoffhund, wird den Lastwagen besteigen und einem kleinen Menschen eine große Freude machen.

Die Aktion ist ein voller Erfolg. Ein „großes Dankeschön an die Bevölkerung“, sagt ein bis über beide Ohren lächelnder Broder Feddersen.

Ergänzend sagt Ron-Robert Schulz: „Aber mittlerweile haben wir so viele Stofftiere, dass es schon unsere Kapazitäten sprengt. Jetzt haben wir eigentlich genug. Wir bedanken uns bei der Bevölkerung, aber wir müssen hiermit sagen, jetzt ist Aufnahmestopp der Stofftiere“.

Ein „ zunächst“ kann er sich jedoch nicht verkneifen und fügt an:

„Vielleicht läuft irgendwann wieder eine Aktion an, wenn diese Stofftiere alle herausgegeben sind“.

Jann-P. Gronenberg

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