Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Labenz rockt – auch im Wasser!
Lokales Lauenburg Labenz rockt – auch im Wasser!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 27.07.2018
Steinhorst/Labenz

„Sechzig Prozent der unter Zehnjährigen in Schleswig-Holstein können nicht schwimmen!“ Für Michael Vellrath ist das ein Unding. Der staatlich geprüfte Schwimmmeister, bei Hamburg Wasser beschäftigt, begnügt sich aber nicht mit Empörung, sondern packt das Problem direkt an. Gemeinsam mit seinen Freunden aus dem „Team LabenzRockt“ („wir laufen unter Labenzer Kulturausschuss“) bietet er im zweiten Jahr einen kostenlosen Schwimmkursus für Kinder im Steinhorster Freibad an. „Im Moment haben wir hauptsächlich Vorschul- und Grundschulkinder“, erklärt der Mann mit dem markanten Kinnbart. Insgesamt vier Gruppen betreuen er und seine Kumpel Swen Lüneburg und Martin Hohmann – allesamt Familienväter – über je acht Tage. Insgesamt hatten sich 32 Kinder für die vier Kurse angemeldet, „aber dann sind fünf, sechs irgendwie noch dazu gestoßen“.

Jannis ist zehn Jahre alt und fleißig am Üben: „Ich brauche eine Bescheinigung, damit ich auf das Lübecker Gymnasium Oberschule zum Dom (OzD) gehen darf.“ Also zieht er tapfer seine Bahnen. „Gaaanz ruhig durchziehen, nicht so hektisch, du gehst schon nicht unter“, munter ihn Vellrath auf, während er hinter dem Jungen schwimmt. Neben ihm paddelt ein kleines syrisches Mädchen mit zusammengekniffenem Mund und einem Arm Abstand zur rettenden Beckenkante. Vellrath hat beide fest im Blick.

Im Nichtschwimmerbereich – bei 1,20 Meter Tiefe – übt Swen Lüneburg mit zwei weiteren Jungs. Obwohl der siebenjährige Umron schon blaue Lippen hat und ordentlich mit den Zähnen klappert, will er noch nicht aus dem Becken. Gemeinsam mit seinem Freund Benjamin (6) – beide gehen in Sandesneben zur Grundschule – trainiert er das für die Schwimmprüfung nötige Tauchen. Dabei hält Lüneburg einen Reifen zu zwei Dritteln unter Wasser und die Jungs, mittlerweile ist auch Jannis dazu gekommen, müssen mit einem kurzen Absprung durch den Ring schwimmen – unter Wasser, versteht sich.

Heinz-Peter Strunck, Freibad-Beauftragter der Gemeinde Steinhorst und Vorsitzender der örtlichen DLRG-Gruppe, ist mehr als zufrieden mit Vellrath und dessen Schwimmhelfern. Er unterstützte den Kurs organisatorisch, die Finanzierung erfolgte über ein Budget des Bildungs- und Teilhabepakets des Kreis Herzogtum Lauenburg. „Wir haben in dieser Saison auch Schwimmkurse durch unsere DLRG angeboten.

Dabei haben insgesamt 25 Kinder ihr Seepferdchen und 41 das Bronze-Abzeichen abgelegt“, sagt Strunck. Weitere DLRG-Kurse finden in diesem Sommer nicht mehr statt, wohl aber Prüfungsabnahmen.

Der Kursus der Ehrenamtler von LabenzRockt ist zwar kostenlos. Allerdings freut sich das Team, das auch alljährlich am 3. Märzwochenende das Dorf-Festival „Labenz rockt!“ organisiert, über eine Spende. Empfänger ist das Amt Sandesneben-Nusse, IBAN DE88 2305 2750 0008 0000 50 bei der KSK Herzogtum Lauenburg. Verwendungszweck: Schwimmkurs LabenzRockt. 50 Prozent der Spende kann bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Zahl der Badetoten steigt

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in deutschen Gewässern 279 Menschen ertrunken. Das sind 37 mehr als im Jahr davor.

Über 80 Prozent waren Männer. Angesichts des letztjährigen verregneten Sommers und des anhaltend guten und heißen Wetters in diesem Jahr sei dieser große Unterschied leicht zu erklären.

Die meisten Ertrinkungsfälle ereigneten sich an ungesicherten Badestellen im Binnenland. Dort kamen 250 Menschen ums Leben – fast 90 Prozent der Gesamtzahl. 104 starben in Flüssen, 116 in Seen und Teichen, elf in einem Kanal. Das Ertrinkungsrisiko an diesen Badestellen sei hier sehr hoch, da sie nicht bewacht werden.

Ein trauriges Beispiel für einen solchen tragischen Badetod hatte sich im vergangenen Sommer an der „Badelagune“ in Müssen bei Schwarzenbek ereignet. Hier war ein 17-jähriger Flüchtling aus Libyen in dem Gewässer einer ehemaligen Kiesgrube ertrunken. Die „Badelagune“ zeichnet sich durch plötzliche Abbruchkanten und Tiefen von bis zu 19 Metern aus. Der junge Libyer konnte offenbar nicht oder nur schlecht schwimmen. unk

Joachim Strunk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf der konstituierenden Sitzung der Versammlung des Schulverbandes Kuddewörde-Grande wurde der bereits seit 1998 amtierende Schulverbands-Vorsteher Klaus-Peter Reimers aus Kuddewörde bei eigener Stimmenthaltung „einstimmig“erneut gewählt.

27.07.2018

Großbrand auf dem Erdmannshof in Krukow: Der mehrfach preisgekrönte Biohof hat durch ein Flammenmeer am Freitagnachmittag seine gesamten Erntevorräte verloren. Mehr als 1000 Rundballen Heu, Stroh und Silage brannten lichterloh. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus, weil verschiedene Stapel betroffen waren

27.07.2018

In der Nacht zum Montag kamen die unbekannten Täter. Sie schnitten ein Loch in die Blechtür einer Halle in Schönberg und bogen mit Werkzeugen das Scharnier samt Schloss auf. Dann machten sie sich an die Arbeit und packten alles beisammen, was sie aus dem Lager eines Installateurbetriebes mitnehmen wollten.

27.07.2018