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Lauenburg Ländlich geprägt: „Vun Hus un Hoff“
Lokales Lauenburg Ländlich geprägt: „Vun Hus un Hoff“
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20:14 29.07.2016

Als sich die Linauer Oldtimer-Gemeinschaft (LOG) im Januar 2005 mit damals 19 Mitgliedern zusammenfand, plante niemand die Gründung eines Museums. Dass es zwei Jahre später eröffnet wurde und heute zu den interessantesten im Lauenburgischen gehört, war eher ein Zufall: „Wir wollten unsere alten Fahrzeuge und Geräte eigentlich nur unterstellen, nicht ausstellen“, erinnert sich Mirko Stoll, Vorsitzender des Vereins. Der ehemalige Bauernhof der Familie Griese im Ortsteil Linau-Busch habe sich als Museum aber geradezu angeboten.

Das Haus wurde 1890 erbaut und 1933 erheblich erweitert. Platz ist hier also genug, und auszustellen hat die LOG eine Menge – mehr, als man bei der Gründung dachte. Die Mitglieder lagerten ihre Schätze zunächst privat in verschiedenen Schuppen und Garagen, doch das Bauernhaus am Ortsrand als zentraler Sammelort erwies sich schnell als ideal. Bis 1987 waren hier Kühe und Schweine untergebracht, bis 1960 stand sogar ein Zugpferd im Stall. Dann aber gaben die Grieses die Landwirtschaft auf. Die ebenfalls im Gebäude untergebrachte Gastwirtschaft war schon Mitte der 60er Jahre geschlossen worden.

Das Gebäude wurde danach an verschiedene Handwerksbetriebe vermietet, stand aber auch einige Jahre leer, was der Bausubstanz nicht gut bekam. Seit 2006 ist nun der Oldtimer-Verein Hausherr. Er ist laut Satzung „eine Gemeinschaft von Personen, die sich mit der Erhaltung und Restaurierung von historischen Maschinen und Fahrzeugen, Werkzeugen und Gerätschaften von Haus, Werkstatt und Hof, deren Pflege, Darstellung und Vorführung befasst“. Erst einmal befassten sich die Mitglieder 14 Monate lang mit der Sanierung des großen Hauses, am Ende präsentierte es sich so schick und so voller nostalgischer Gerätschaften, dass man daraus doch ein Museum machte.

Und die Sammlung wird immer größer: Nicht nur aus Linau, überall aus dem Lauenburgischen trugen Bürger historisch mehr oder weniger Wertvolles heran, von der Milch-Zentrifuge über eine fast komplette Schmiede-Einrichtung bis zu einer einzigartigen Sammlung mit versteinerten Schnecken und Seesternen, die im Kreisgebiet gefunden wurden und mehr als 100 Millionen Jahre alt sind. „Überwiegend ländlich geprägt“ seien die Ausstellungsstücke der Sammlung, die unter dem Motto „Vun Hus un Hoff“ steht, sagt der Vorsitzende Mirko Stoll. Das gelte auch für die Fahrzeuge der mittlerweile bereits 130 Mitglieder.

Bei den Treckern zum Beispiel sei „vom Besser-als-neu-Oldtimer über wieder aufgepäppelte Arbeitstiere bis zum gut abgehangenen Rostschlepper jeder Restaurationsgrad vorhanden“. Und wer noch nie ein Fahrrad zum Milchkannen-Transport gesehen hat, wird hier ebenfalls fündig.

Fußballfans sollten sich in Linau unbedingt ein echtes Kuriosum anschauen, „Das Wunder von Bern“ nämlich. So nennen die Museums-Betreiber einen betagten Röhren-Fernseher, den die Nachbargemeinde Grönwohld im Juli 1954 anschaffte, damit ihre Bürger das Endspiel der Fußball-WM gemeinsam sehen konnten. Private Fernseher gab es damals kaum, und den Sieg Deutschlands über Ungarn haben vor genau diesem Gerät sicher Dutzende jubelnder Menschen erlebt.

Feste Öffnungszeiten gibt es im Linauer Museum nicht, aber im Rahmen der zahlreichen Treffen und Veranstaltungen der Mitglieder steht das Haus Besuchern natürlich offen. Gruppenführungen können organisiert werden. Man kann sogar virtuell durch diesen Bauernhof bummeln: Gehen Sie im Internet einfach mal auf die Homepage von log-linau.de und öffnen Sie unten auf der Seite das halbrunde historische Fenster. Es lohnt sich!

N. Dreessen

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