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Lauenburg Land, Satire und Politik in Glasgemälden
Lokales Lauenburg Land, Satire und Politik in Glasgemälden
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16:24 04.03.2016

Das A. Paul Weber-Museum in Ratzeburg zeigt vom bis zum 1. August eine neue Sonderausstellung mit Glasgemälden und Glasgemäldeentwürfen von A. Paul Weber.

In Ratzeburg werden Glasgemälde und Entwürfe von A. Paul Weber ausgestellt. Quelle: hfr

Glasgemälde hatten ihre Blütezeit in der Gotik, und im satirisch-kritischen Graphikwerk von A. Paul Weber würden nur Wenige eine solch umfangreiche Beschäftigung mit diesem Thema vermuten.

Tatsächlich hat Weber aber über 130 Entwürfe für Glasgemälde geschaffen, von denen mehr als 30 ausgeführt wurden und mindestens 20 sogar noch erhalten geblieben sind, wie etwa jene aus dem Haus von Emil Stramke, welche die Weber-Gesellschaft vor kurzem für das Museum erwerben konnte. Weitere Werke entstanden für Apotheken, Bauernhöfe, Gaststuben, Modehäuser und Hotelbars sowie für unterschiedliche private Auftraggeber.

Die motivische Bandbreite reicht von satirischen Darstellungen über Motive aus dem ländlichen Leben bis hin zu politischen Inhalten.

Für den ländlichen Raum entstanden in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre zahlreiche Glasfensterentwürfe für die Möbeltischlerei Anton Hestermann in Wietzendorf. Wie ein Stempel belegt, lagen sie der Glasmalereiwerkstätte John Nickelsen in Hamburg zur Ausführung vor. Die Arbeit war Weber so wichtig, dass er acht Motive davon 1944 im Deutschen Volkskalender Nordschleswig veröffentlichte.

Wahrscheinlich für das „Haus der Mode“ in Hamburg waren zahlreiche Entwürfe mit einer Art Zyklus „Historie der Mode“ gedacht. Die Herstellung und Verarbeitung von Stoff war auch Thema etlicher anderer Entwürfe.

Für seinen Heilpraktiker Emil Stramke schuf Weber 1961 drei satirische Glasgemälde mit Patienten in der „Betreuung“ durch Schulmediziner sowie ein zweiteiliges mit einem Urinbeschauer und einige dekorative Fenster mit homöopathischen Elementen.

Weitere Werke entstanden für Apotheken, Bauernhöfe, Gaststuben, oder Hotelbars sowie für unterschiedliche private Auftraggeber. Seine Arbeiten sind jetzt in Ratzeburg zu sehen.

Geöffnet bis August

Offizielle Eröffnung ist erst zur Jahrestagung der A. Paul Weber-Gesellschaft am 23. April um 15 Uhr. Museumsleiter Dr. Klaus J. Dorsch führt dann mit einem Lichtbilder-Vortrag in die Ausstellung ein. Hierzu sind auch Nicht-Mitglieder herzlich willkommen.

Die Ausstellung ist bereits jetzt bis zum 1. August täglich, außer montags, von 10-13 und 14-17 Uhr geöffnet.

LN

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