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Lauenburg Land fordert Erklärung vom Bund zum Kanalausbau
Lokales Lauenburg Land fordert Erklärung vom Bund zum Kanalausbau
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16:31 18.09.2017
Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und Bürgermeister Uwe Möller (SPD) fordern eine klare Erklärung des Bundes zum Ausbau des Elbe-Lübeck Kanals – und damit auch einer Sanierung der Kanalbrücke bei Büchen. Quelle: Marohn

Auch dazu trifft der Minister am kommenden Montag im Bundesverkehrsministerium den parlamentarischen Staatssekretär Hinnerk Ferlemann.
„Ich erwarte vom Bund, dass er sich erklärt, wann sie hier was machen wollen“, sagte Buchholz am Mittwoch bei einem Besuch an der Brücke in Büchen. Eine der Frage werde die nach dem Timing sein und „wie sich der Bund das überhaupt vorstelle“ – oder ob es möglicherweise überhaupt gar kein Timing gebe.

Ferlemann hatte zuletzt in einem Fernsehinterview deutlich gemacht, dass der Kanalausbau kein Projekt der Bundesverkehrsministerium sei, sondern ein Wunsch des Haushaltsausschusses – mit den bei den schleswig-holsteinischen Abgeordneten Norbert Brackmann (CDU) und Bettina Hagedorn (SPD). Auch der Leiter der Planungsgruppe zum Kanalausbau Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lauenburg hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Wasserstraßenverwaltung den Ausbau des Kanals nicht voll hinter dem Projekt stehe, sondern lediglich einen Auftrag ausführe.

Eine vor zwei Jahren erzielte Einigung zwischen Land und Bund ist mit der Aufnahme in den Verkehrswegeplan hinfällig. Beide hatten sich zuletzt geeinigt, sich die Kosten für den Neubau mit der damit für die aktuelle Klassifizierung des Kanals erforderlichen Anhebung zu teilen – wenn der Kanalausbau nicht im Bundesverkehrsplan 2030 vorgesehen werde. Dort steht das Projekt nun aber bekanntlich im vordringlichen Bedarf des Planwerkes. Die Einigung von einst ist hinfällig. Passiert scheint in Sachen Neubau der 1953 gebauten und für den aktuellen Schwerlastverkehr zu schwach dimensionierten Brücke allerdings nichts.

Dass ein Neubau notwendig sei, stehe außer Frage, sagte Buchholz in Büchen. „Es gibt jetzt eine klare Zuständigkeit. Und damit ist es Sache des Bundes, das auch zu finanzieren“, so Buchholz. „Wenn vom Bund nichts kommt, werden wir sehen müssen, wie wir weiter machen.“ Klar sei aber, „dass wir langsam aber sich mal ins Planen kommen müssen“.

Spannbetonbrücken hätten eine kalkulierte Lebensdauer von 80 Jahren. Damit ist das 1953 fertiggestellte Bauwerk inzwischen 64 Jahre alt. Da der Planungshorizont des Bundesverkehrswegeplanes das Jahr 2030 sei, müsse die Brücke auch in etwa in diesem Zeitraum ersetzt werden. Und letztlich nehme allein die Planung Jahre ein. sollte diese Verantwortung doch wieder beim Land liegen, müsse sich die Brücke hinter der Planung der Beltquerung, der Rader Hochbrücke, der A 20 und der A 21 einreihen.

Holger Marohn

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