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Lauenburg Land saniert nur die „wichtigen“ Straßen
Lokales Lauenburg Land saniert nur die „wichtigen“ Straßen
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21:28 18.08.2015
Durch Roseburg geht auf der Landesstraße 200 derzeit praktisch nichts. Dort wird die Decke erneuert. Quelle: Fotos: Holger Marohn (2)/burmester
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Roseburg

Meter für Meter arbeitet sich der Asphaltfertiger durch die Lauenburger Straße in Büchen. Seit fast zwei Wochen ist die Straße in Abschnitten gesperrt, Behinderungen gibt es schon seit Monaten. Doch in Büchen und Umgebung sind die Menschen erleichtert. Denn die Sanierung der südlichen Ortsdurchfahrt ist Teil der Deckenerneuerung der gesamten Landesstraße 200 zwischen Woltersdorf und Lauenburg. Mit ihr löst das Land auch das Versprechen ein, sich im Kampf gegen die Schlaglochpisten stärker um die landeseigene Verkehrsinfrastruktur zu kümmern. Bereits zur Halbzeit des auf vier Jahre angesetzten Programms hat das Land die sich selbst im Kreis gesteckten Ziele erfüllt. „Mit dem Abschluss der Arbeiten auf der Landesstraße 200 werden wir mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg durch sein“, sagt Jens Sommerburg, Leiter der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebes Verkehr. Bereits im vergangenen Jahr wurden die L 199 zwischen Kühsen und Klinkrade, die L 257 zwischen Alt Mölln und Nusse sowie die L 287 zwischen Drüsensee und Gudow saniert. Das wird es es vorerst auch gewesen sein.

Denn die bittere Wahrheit ist: Landesstraße ist für die Landesregierung längst nicht mehr gleich Landesstraße. In seinem Bericht zum „Zustand der Landesstraßen“ unterscheidet das Land zwischen viel befahren und Verbindungen mit Netzfunktion — also wichtigen Landesstraßen — einerseits und weniger bedeutsamen landeseigenen Wegen, den „Landesstraßen in der Fläche“ . Und weil das Land trotz eines Sonderprogramms nur 100 Millionen Euro auf vier Jahre verteilt — statt wie von den Straßenbauexperten des Landesbetriebes gefordert 900 Millionen Euro auf zehn Jahre verteilt — zur Verfügung stellt, müssen letztere vernachlässigt werden.

Ziel sei, das Entstehen von Flickenteppichen zu vermeiden, heißt es. Daher seien „sinnvolle zusammenhängende Bauabschnitte“ geschaffen worden. Für den Rest gelte: „Insbesondere bei den Landesstraßen in der Fläche können ohne Abbau des Erhaltungsstatus Vollsperrungen nur durch vorsorgende Gewichtsbeschränkungen verzögert werden“, heißt es in dem Landesbericht. Um so erleichterter ist man in der Region Büchen, dass 2013 gerade noch vor dem Start des Erhaltungsprogramm 2014-2017 mit der offiziellen Kategorisierung die eigentlich nachrangige L 205 zwischen Gudow und Büchen eine neue Decke erhalten hat — und das auch nur nach langen Protesten.

Eine Lobbyarbeit, die jetzt auch für die L 159 bei Basthorst Früchte trägt: Der Landesbetrieb lässt sie aus den allgemeinen Unterhaltungsmitteln behandeln. Unebenheiten werden abgefräst, schadhafte Bereiche erneuert und die gesamte Fahrbahn außerhalb der Ortschaft mit einer etwa zwei Zentimeter starken Schicht überzogen und abgesplittet.

„Unter den gegebenen Umständen war das das Maximale, was wir durch unser Quengeln herausholen konnten“, sagt Basthorsts Bürgermeister Christian Zernig. Wichtig sei für die Gemeinde auch, dass ebenfalls die Brücke über den Abfluss von der Kläranlage erneuert werde. Beginnen sollen die Arbeiten am 22. September und bis Ende Oktober dauern. „Durch unser ständiges Stänkern und die Arbeit in der Presse sind wir in der Prioritätenliste glücklicherweise etwas nach oben gerutscht“, sagt Zernig. Es gebe andere Gemeinden, die auch schlechte Straßen hätten, aber jetzt nicht dran seien.

Niederlassungsleiter Sommerburg geht davon aus, dass mit der Oberflächenbehandlung der L159 — wie zuvor auch schon in anderen Bereichen — die Haltbarkeit der Straße zumindest einige Jahre verlängert werden wird. „Die Straßenoberfläche ist dann soweit abgedichtet, dass keine Feuchtigkeit in den Oberbau eindringen und der Frost keinen Schaden anrichten kann“, sagt Sommerburg.

Zwei Kategorien
Das Land unterteilt die Straßen in zwei Kategorien Zur Kategorie 1 gehören Landesstraßen, auf denen täglich mehr als 5320 Autos pro Tag fahren sowie solche, die eine Netzfunktion erfüllen. Nur Straßen dieser Kategorie haben eine Chance, saniert zu werden.
Landesstraßen (Kategorie 2) in der Fläche werden vorerst nicht saniert.
Roseburg dicht
Während die Arbeiten an den meisten Abschnitte der L 200 voll im Zeitplan liegen, dauert die Sanierung der Ortsdurchfahrt Roseburg drei Wochen — ursprünglich war eine Woche geplant. Auf der etwa 800 Meter langen Strecke wird voraussichtlich noch bis zum 28. August gebuddelt. Ohne große Umwege geht es dort nur über Neu-Güster, dann parallel zum Kanal und durch Siebeneichen vorbei. Immerhin ist die L 200 von Norden aus derzeit bis zum Ortseingang Roseburg selbst wieder frei befahrbar. Erst ab Mitte September wird der Bereich nördlich der A 24 abschnittsweise saniert. Dort ist unter anderem die Sanierung der Ortsdurchfahrt Wolterdorf vorgesehen — laut Plan innerhalb einer Woche. hm

Holger Marohn

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