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Lauenburg Bahnstudie für Geesthacht vor Beauftragung
Lokales Lauenburg Bahnstudie für Geesthacht vor Beauftragung
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20:31 10.11.2018
Mit einem Triebwagen der AKN gab es in Geesthacht bereits einen Testbetrieb. Quelle: Timo Jann
Geesthacht

Die Machbarkeitsstudie für eine Bahnanbindung Geesthachts könnte noch vor Weihnachten in Auftrag gegeben werden. Das bestätigt das Kieler Verkehrsministerium auf Anfrage. Aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Kathrin Wagner-Bockey geht hervor, dass das Land die Angebote für eine entsprechende Studie bis Ende November erwartet.

Güterverkehr soll weiter möglich sein

In der Machbarkeitsstudie sollen danach drei Szenarien untersucht werden: die Reaktivierung der Bahnstrecke mit einem Übergang zur S-Bahn in Hamburg-Nettelnburg, die Nutzung der Trasse für ein Bussystem mit Anschluss an den Bahnhof Bergedorf und die Nutzung der Trasse für ein schienengeführtes Verkehrsmittela, also eine Straßenbahn. Bei allen Varianten soll auch zukünftig weiter Güterverkehr auf der Strecke rollen können.

Land nennt zeitlichen Ablauf

Wagner-Bockey bezieht sich mit ihrer Nachfrage auf eine Ankündigung für eine zeitnah in Auftrage zu gebende Machbarkeitsstudie, die Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) kurz nach seinem Amtsantritt Ende August 2017 bei einem Besuch in Geesthacht gemacht hatte. Das Land teilt nun mit, dass Ende Oktober 2017 die Hansestadt Hamburg, der Kreis Herzogtum Lauenburg, die Anrainerkommunen, der Hamburger Verkehrsverbund (HVV), die AKN Eisenbahn sowie die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) seitens der landeseigenen Nah.sh über die Absicht informiert, im Jahr 2018 eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen, die die potenzielle zukünftige Nutzung der Eisenbahnstrecke Geesthacht – Bergedorf durch den öffentlichen Verkehr untersuchen soll.

Bewerbungsfrist läuft Ende November ab

Dabei seinen die Beteiligten um Hinweise gebeten worden, welche Aspekte und Varianten diese im Rahmen einer solchen Untersuchung berücksichtigt wissen wollen. Unter Berücksichtigung der eingegangenen Reaktionen sei von der Nah.sh im ersten Halbjahr 2018 der Entwurf einer Leistungsbeschreibung erarbeitet worden, dieser wiederum am 17. Juli 2018 an die betroffenen Aufgabenträger des SPNV und ÖPNV mit der Bitte um Prüfung verteilt worden.

Der Weg zum Bahnanschluss für Geesthacht ist lang. Quelle: Jochen Wenzel

Eine letzte Reaktion darauf sei Mitte September erfolgt. Die Hinweise fanden daraufhin – soweit möglich – „Berücksichtigung bei der Finalisierung der Ausschreibung der Gutachterleistung“. Und die Bewerbungsfrist für diese Studie ende am 30. November.

Wagner-Bockey spricht von Trauerspiel

Die beteiligten Akteure sind eingeladen, in einem gemeinsamen Arbeitskreis die Erarbeitung des Gutachtens inhaltlich eng zu begleiten. Es sei das Ziel der Nah.sh, die gutachterliche Neubewertung der möglichen zukünftigen Nutzung der Bahnstrecke Geesthacht-Hamburg-Bergedorf im Einverständnis der beteiligten Akteure durchzuführen, teilt das Land auf die Anfrage der Landtagsabgeordneten Wagner-Bockey mit.

Die Geesthachter Lokal- und Landespolitikerin hingegen übt heftige Kritik an der aus ihrer Sicht zu langsamen Bearbeitung des Projektes durch das Land. „Es ist ein Trauerspiel, wenn es von der Ankündigung einer Machbarkeitsstudie bis zur Ausschreibung mehr als ein Jahr vergeht. Ich hoffe, dass nun endlich Fahrt in das Projekt kommt. Für die Region hängt vom Ergebnis eine Menge ab.“

SPD-Fraktionschefin lehnte Bahnanschluss 2013 ab

Allerdings stand die Geesthachter SPD, deren Fraktionsvorsitzende Wagner-Bockey selbst ist, in der Vergangenheit nicht immer hinter dem Projekt. So lehnte die SPD im Mai 2013 im Kommunalwahlkampf eine entsprechende Initiative ab. Wagner-Bockey wurde wenig später Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. Außerdem war der heutige Geesthachter Bürgermeister Olaf Schulze bis 2016 SPD-Landtagsabgeordneter und bahnpolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Zwei Jahre später sah das dann allerdings anders aus. Im Mai 2015 sprach sich Wagner-Bockey in der Ratsversammlung für eine entsprechende Studie aus. Innovationen würden immer auch auf Schwierigkeiten treffen, wird die Geesthachter Ratsfrau im Protokoll zitiert.

Anmerkung: In einer früheren Version hatten wir berichtet, dass die SPD 2013 einen Antrag in der Ratsversammlung abgelehnt hatte. Dies war jedoch auf den Kommunalwahlkampf bezogen und kein Beschluss eines Gremiums.

Weitere Artikel

Hier gibt es weitere Informationen zum Thema:

Bahnanbindung Thema im Kommunalwahlkampf

Der lange Weg zum Bahnanschluss – Ein Faktencheck

Probefahrten nach Bergedorf

Holger Marohn

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