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Lauenburg Landfrauen in Hochform und Partylaune
Lokales Lauenburg Landfrauen in Hochform und Partylaune
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20:20 09.03.2016
Zum Schlussapplaus kamen die strippenden Männer im Bademantel auf die Bühne — und freuten sich über BHs und Schlüpfer. Quelle: Dorothea Baumm

Ruhe. Himmlische Ruhe. Wer hätte gedacht, dass ein Momentchen bei den Rauchern in der Kälte so schön sein kann. Obwohl: Der Lärmpegel im Foyer des Ratzeburger Burgtheaters und das muntere Geschiebe und Gedränge haben auch etwas. 350 Landfrauen aus mehreren Ortsverbänden des Kreises Herzogtum Lauenburg sind wildentschlossen, sich zu amüsieren. In der Pause gibt es ein Getränk für die animierten Damen aus dem Kreis auf lau — und das sorgt für die irgendwie wunderbare Enge im Foyer.

Gerade haben sie die erste Hälfte des Stückes „Ganz oder gar nicht“ genossen. Dicht an dicht sitzen die Damen im Saal und auf dem Balkon, einige haben sogar am Rand auf schnell herbeigeschafften Stühlen Platz gefunden. Eine Handvoll Männer hat sich hergetraut, macht nichts, die paar Jungs fallen gar nicht auf. Gösta Harbs vom Theater im Stall freut sich, ein paar Geschlechtsgenossen begrüßen zu dürfen. Männer, findet er, seien bei einem solchen Abend irgendwie ein Regulativ.

Die Damen nehmen es mit Gelächter zur Kenntnis. Es ist Weltfrauentag, sie wollen ihren Spaß haben. Harbs erzählt, dass er große Bedenken hatte, als er im Herbst gebeten wurde, zu diesem Datum seine Truppe im Burgtheater auf die Bühne zu bringen. Klar, vom Theater im Stall ins Burgtheater: Das sei ja ein gewaltiger sozialer Aufstieg. „Aber wer geht denn an einem Dienstag ins Theater?“

Nun, wie man sieht, die Landfrauen. Sogar mit einem Reisebus sind einige angereist — frau möchte ja auch ein Sektchen schnabbeln und nicht allein im Dunkeln über die Dörfer nach Hause fahren. Und so war die erste Vorstellung schon vor Weihnachten ausverkauft. Tja, und jetzt ist das Burgtheater so knallvoll wie selten.

Und wie sich sehr schnell zeigt, sind die Landfrauen ein Publikum, wie es sich Theaterleute nicht besser wünschen könnten. Die Truppe des Theaters im Stall läuft im Burgtheater zur Höchstform auf.

Die Geschichte ist launig genug und hinreichend bekannt. Arbeitslose Ex-Stahlarbeiter kommen auf die Idee, für Geld die Hüllen fallen zu lassen. Na, aber hallo! Das muss geprobt werden. Ein paar Takte Disco erklingen, die Männer — ganz normale Exemplare, das, was man selbst so zu Hause hat —, wackeln mit den Pos und knöpfen ihre Hemden auf. Und die Damen aus Ratzeburg und Umgebung? Johlen, jubeln, klatschen im Rhythmus mit.

Es ist ein vergnügliches Zusammenspiel von Schauspielern und Zuschauerinnen. Stichworte werden mit Gelächter und Applaus aufgegriffen, kleine Schlüpfrigkeiten sorgen für ungehemmte Heiterkeitsausbrüche, der Strip zum Schluss für einen wahren Begeisterungsausbruch. Jawoll, die Herren haben blank gezogen und nackte Hintern präsentiert. Holla, die Waldfee. Die Landfrauen zeigten sich bestens vorbereitet: BHs und Schlüpfer flogen auf die Bühne, es gab Standing Ovations. Draußen dann: Ruhe. Himmlische Ruhe. Aber schade, dass es vorbei ist.

Von Dorothea Baumm

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